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Biathlon ohne Schnee Oberhof trotzt dem Klimawandel

In der Wintersporthochburg greift die Politik zu drastischen Maßnahmen. Der Bürgermeister sagt, er "hätte den Schnee selbst vom Nordpol geholt".
Von Udo Ludwig und Thomas Purschke
aus DER SPIEGEL 3/2020
Weltcupteilnehmerin in Oberhof: "Ein gesellschaftliches Kulturgut"

Weltcupteilnehmerin in Oberhof: "Ein gesellschaftliches Kulturgut"

Foto:

HOLGER JOHN / IMAGO IMAGES

Oberhof ist eine Wintersporthochburg. Gut 40 Olympiasieger kommen aus der 1600-Einwohner-Gemeinde. Jedes Jahr findet hier ein Biathlon-Weltcup mit Zehntausenden Zuschauern statt, es ist die größte Sportveranstaltung Thüringens.

Es gibt nur ein Problem: Auch die Tourismusorte in den Mittelgebirgen bekommen die Folgen des Klimawandels zu spüren, es fällt schlichtweg zu wenig Schnee.

Dieses Jahr war keine Ausnahme, Naturschnee liegt in Oberhof so gut wie keiner. Und auch die 37 Schneekanonen im 800 Meter hoch gelegenen Ort halfen nicht sehr viel weiter – es war zu warm fürs Schneeschießen. Zudem hatte sich ein vor fünf Jahren angelegtes Schneedepot mit einem Fassungsvermögen von 15.000 Kubikmetern als untauglich erwiesen. Nicht mal ein Drittel der eingelagerten Bestände hatte den Sommer überstanden.

Für den Weltcup an diesem Wochenende mussten 2000 Kubikmeter Schnee in mehr als 30 Lkw-Ladungen aus Gelsenkirchen vom dortigen Biathlonspektakel 370 Kilometer weit nach Thüringen gekarrt werden. "Bei aller Begeisterung für diesen Sport müssen sich die Verantwortlichen endlich eingestehen, dass der Biathlon-Weltcup in Oberhof 'Schnee von gestern' ist", kommentierte der Landesverband des Bundes für Umwelt und Naturschutz den Schneeimport, Wintersport habe im Thüringer Wald leider keine Zukunft mehr.

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