Biathlon-WM Wilhelm und Björndalen holen Gold im Sprint

Schnelle Beine und eine ruhige Hand: Kati Wilhelm hat dem deutschen Biathlon-Team einen goldenen Auftakt bei der WM in südkoreanischen Pyeongchang beschert. Im Sprint siegte sie nach fehlerfreiem Schießen vor Simone Hauswald. Bei den Männern gingen alle Medaillen an Norwegen.


Pyeongchang - Den deutschen Biathleten ist bei den Weltmeisterschaften dank Kati Wilhelm ein Start nach Maß gelungen. Kati Wilhelm hat in Pyeongchang das Auftaktrennen über 7,5 Kilometer gewonnen. Die DSV-Starterin legte den Grundstein für den Erfolg mit zwei fehlerfreien Schießen und einer starken Laufleistung.

Biathletin Wilhelm: "Manchmal muss man zu seinem Glück gezwungen werden"
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Biathletin Wilhelm: "Manchmal muss man zu seinem Glück gezwungen werden"

Bei den Männern gewann Ole Einar Björndalen das Auftaktrennen. Der Norweger siegte trotz zweier Schießfehler vor seinen Landsleuten Lars Berger und Halvard Hanevold. Für Björndalen war es der elfte WM-Titel, er ist damit der zurzeit erfolgreichste Biathleten. Vierter wurde Alexander Os, ebenfalls aus Norwegen. Michael Greis belegte den siebten Platz und war damit bester Deutscher. Michael Rösch folgte auf Rang 14, Christoph Stephan kam als 22. und Alexander Wolf kam auf Platz 54 ins Ziel. Unzufrieden war Bundestrainer Frank Ullrich trotzdem nicht: "Das ist eine ordentliche Ausgangsposition für den Verfolger am Sonntag."

Für Andreas Birnbacher ist die WM derweil schon beendet. Aus Krankheitsgründen muss er nach Deutschland abreisen "Ich habe mich schon während der Vorbereitung unter Belastung nicht ganz so gefühlt wie normal. Dort hatte ich es allerdings auf einen vorangegangenen Infekt und die Höhe zurückgeführt. In Ruhe hatte ich gar keine Probleme", sagte Birnbacher. Eine erste Untersuchung am WM-Ort ergab eine Virusinfektion bei dem 27-Jährigen.

Wilhelm mit fehlerfreiem Schießen zu Gold

Wilhelms Vorsprung im Ziel auf Hauswald, die ebenfalls alle zehn Scheiben traf, betrug 9,9 Sekunden. Für Hauswald ist der Gewinn der Silbermedaille der bisher größte Erfolg in ihrer Karriere. "Es ist ein ganz besonderes Gefühl, eine ganz besondere WM", sagte die Skijägerin, deren Mutter aus Korea kommt.

"Ich habe lange dafür gebraucht, dass ich bei einer WM noch einmal ganz oben stehe", sagte Wilhelm nach ihrem Erfolg. Dabei sei sie angesichts des Wetters "enttäuscht und sauer" gewesen: "Das sind überhaupt nicht meine Bedingungen. Mir wäre es lieber gewesen, wenn der Start auf morgen verschoben und die Strecke ordentlich präpariert worden wäre. WM-würdig war das heute nicht, auch wenn ich natürlich jetzt mit der Jury-Entscheidung sehr zufrieden bin", sagte Wilhelm und fügte schmunzelnd hinzu: "Manchmal muss man eben zu seinem Glück gezwungen werden."

Bronze sicherte sich die am Schießstand ebenfalls fehlerfreie Russin Olga Saizewa mit einem Rückstand von 27,1 Sekunden. Titelverteidigerin Andrea Henkel wurde Sechste. Magdalena Neuner leistete sich drei Schießfehler und lief auf Platz acht. Die deutschen Frauen gewannen bereits zum vierten Mal in Folge den Sprint-Titel.

Die des Dopings überführte Biathletin Jekaterina Jurjewa hat unterdessen alle Schuld von sich gewiesen und gegen die Sperre der Internationalen Biathlon-Union (IBU) Berufung angekündigt. "Ich habe ein reines Gewissen. Und nicht nur ich, sondern die anderen auch", sagte Jurjewa im russischen Fernsehen. Neben Jurjewa waren Albina Achatowa und Dimitri Jaroschenko in A- und B-Probe des Dopings mit einem Epo-Präparat überführt worden. Das Trio hatte am Freitagmorgen den WM-Ort Pyeongchang fluchtartig Richtung Moskau verlassen. Die Laune ließen sich die drei Athleten dennoch nicht verderben. "Die Stimmung im Flugzeug war sehr locker. Wir haben gelacht, gescherzt und Kaffee getrunken", berichtete Jurjewa.

mti/sid/dpa



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Shiraz, 13.02.2009
1.
Zitat von sysopNeue Dopingfälle im Biathlon - bekommt die Sportart den Betrug nicht in den Griff?
Biathlon ist als Ausdauersportart natürlich sehr gefährdet, im Langlauf gab es ja auch schon eine Menge Dopingfälle. Ich vermute, das könnte man noch mehr Betrüger finden, wenn man genau hinschaut. Plötzliche Leistungssprünge wie bei Jaroschenko (mit 28 plötzlich in der Weltspitze aufgetaucht) lassen sich eigentlich nur mit Doping erklären.
Mike_D 13.02.2009
2.
Zitat von sysopNeue Dopingfälle im Biathlon - bekommt die Sportart den Betrug nicht in den Griff?
Warum soll es im Biathlon anders sein als in anderen Sportarten?
Hador, 13.02.2009
3.
Zitat von ShirazBiathlon ist als Ausdauersportart natürlich sehr gefährdet, im Langlauf gab es ja auch schon eine Menge Dopingfälle. Ich vermute, das könnte man noch mehr Betrüger finden, wenn man genau hinschaut. Plötzliche Leistungssprünge wie bei Jaroschenko (mit 28 plötzlich in der Weltspitze aufgetaucht) lassen sich eigentlich nur mit Doping erklären.
Das ist das eine. Aber auf der anderen Seite frage ich mich wie realistisch es ist, dass die ganzen gedopten Russinnen in der Loipe regelmäßig von einer angeblich sauberen Magdalena Neuner geradezu stehen gelassen werden.
Pinarello, 13.02.2009
4.
Zitat von sysopNeue Dopingfälle im Biathlon - bekommt die Sportart den Betrug nicht in den Griff?
Das ist völlig unmöglich, wird uns doch seit Jahren von ARD/ZDF und dem SPON eingetrichtert, daß nur im Profi-Radsport gedopt wird und alle anderen Sportarten blütenweiß sind. Also, es kann sich nur um einen Irrtum handeln, sonst würden ARD und ZDF natürlich sofort sämtliche Live-Übertragungen einstellen, machen sie aber nicht, also nur ein Irrtum. Es soll ja heutzutage immer noch Leute bei ARD und ZDF geben, die der Meinung sind daß die Erde eine Scheibe ist:)
Shiraz, 13.02.2009
5.
Zitat von HadorDas ist das eine. Aber auf der anderen Seite frage ich mich wie realistisch es ist, dass die ganzen gedopten Russinnen in der Loipe regelmäßig von einer angeblich sauberen Magdalena Neuner geradezu stehen gelassen werden.
Bei den Deutschen halte ich Doping auch nicht für ausgeschlossen. Für Neuner spricht, dass sie schon immer eine überragende Langläuferin war. Sind bei ihr Mittelchen im Spiel, müsste sie die schon in ihrer Jugendzeit genommen haben. Das kann ich mir nur schwer vorstellen. Aber wie gesagt: Die Hand ins Feuer würde ich da für neimanden legen.
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