Blutproben Behle für Abschaffung der Schutzsperren

Nach Aufhebung der Sperre von Evi Sachenbacher-Stehle hat Langlauf-Bundestrainer Jochen Behle neue Vorwürfe gegen den Internationalen Skiverband FIS erhoben. Er fordert die Abschaffung der medizinischen Schutzsperren wegen zu hoher Hämoglobinwerte.


Pragelato - "Die Schutzsperren sind doch lächerlich. Jene, die über dem Grenzwert liegen, müssen zur Dopingkontrolle. Wer dann überführt wird, wird ohnehin nachträglich disqualifiziert", sagte Behle dem sid. Zuvor hatte die für fünf Tage gesperrte Langläuferin Sachenbacher-Stehle nach einem zweiten Hämoglobin-Test die Startfreigabe für die Winterspiele bekommen.

Am liebsten würde der Bundestrainer auch die Hämoglobin-Grenzwerte von 16,0 bei Frauen und 17,0 bei Männern kippen, weil sie nach seiner Meinung jeder medizinischen Grundlage entbehren.

Die FIS lehnte Behles Forderungen umgehend als Rückschritt im Kampf gegen Doping-Manipulationen ab. "Die Grenzwerte wurden nach einer langen Studie der Weltantidoping-Agentur Wada festgelegt. Die Schutzsperren dienen als Abschreckung gegen zu hohe Werte und mögliches Doping", sagte Fis-Generalsekretärin Sarah Lewis. "Außerdem ist da noch das Gesundheitsrisiko bei zu hohen Werten. Im Radsport sind schon Leute deshalb gestorben."

Lewis rechnet damit, dass das Ergebnis von Sachenbacher-Stehles Dopingtest frühestens morgen vorliegen wird. Die Dopingkontrolle war am vergangenen Freitag durchgeführt worden, nachdem die Deutsche bei ihrem ersten Test mit 16,3 über dem erlaubten Hämoglobin-Grenzwert gelegen hatte. Ein hoher Hämoglobinwert kann, aber muss kein Hinweis auf eine Manipulation mit dem Blutdopingmittel Epo sein.

har/sid



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