Doping-Vorwürfe Pechstein erstattet dritte Selbstanzeige

Eisschnellläuferin Claudia Pechstein lässt im Kampf gegen den Weltverband Isu nicht locker. Nachdem bei ihr nun Anfang November der bislang höchste Retikulozytenwert gemessen wurde, erstattete sie erneut Selbstanzeige.
Eisschnellläuferin Pechstein: "Keine Mär mehr anführen"

Eisschnellläuferin Pechstein: "Keine Mär mehr anführen"

Foto: MATTHEW STOCKMAN/ AFP

Hamburg - Claudia Pechstein hat nach ihrem bislang höchsten Retikulozytenwert zu dritten Mal Selbstanzeige erstattet. Wie das Management der fünfmaligen Eisschnelllauf-Olympiasiegerin mitteilte, wurde die Selbstanzeige an den Eisschnelllauf-Weltverband Isu, an die Welt-Anti-Dopingagentur Wada, die die Deutsche Eisschnelllauf Gemeinschaft DESG und die Nationale Anti-Dopingagentur Nada versandt.

"Was im Februar 2009 angeblich Doping war, kann doch jetzt unmöglich auf wundersame Art kein Doping mehr sein. Die Isu soll mir entweder erneut den Prozess machen oder endlich eingestehen, dass meine zweijährige Sperre ein Fehlurteil war", sagte Pechstein.

Die Messung der Isu vom 7. November 2013 wies in Pechsteins Blut Retikulozyten, rote Blutkörperchen, in Höhe von 2,49 Prozent aus. Der Wert liegt außerhalb des Referenzbereiches des Geräteherstellers Sysmex, der zwischen 0,5 bis 2,0 Prozent liegt.

Zugleich liegt das Ergebnis auch über dem Isu-Grenzwert von 2,40 Prozent. Diesen definierte der Weltverband allerdings, als er die Messungen noch auf dem Vorgängergerät Advia vornahm. Ohne den Wechsel des Geräts zu berücksichtigen, hatte die Isu im Oktober erklärt, es sei "überraschend", dass sich die Retikulozytenwerte Pechsteins nach Ablauf ihrer Sperre "seit April 2011 im normalen Rahmen stabilisiert haben".

Die Isu bestreitet die Diagnose des Münchner Professors Stefan Eber, der eine vom Vater vererbte Blutanomalie als Ursache für Pechsteins erhöhten Retikulozytenwerte festgestellt hatte.

"Niemand kann nun noch die Mär anführen, meine Anomalie sei wundersam verschwunden. Es sei denn, er behauptet zugleich, meine immer mal wieder erhöhten Retikulozytenwerte seien nur durch Doping erklärbar", sagte Pechstein. "Aber dies traut sich niemand mehr von den Isu-Verantwortlichen."

psk/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.