Eisschnellläuferin Pechstein geht gegen BGH-Urteil vor

Claudia Pechstein kämpft weiter: Die Eisschnellläuferin setzt sich im Streit mit dem Weltverband ISU gegen ein Urteil des Bundesgerichtshofs zur Wehr. Ihr "Kampf um Gerechtigkeit" gehe immer weiter.

Claudia Pechstein
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Claudia Pechstein


Claudia Pechstein setzt ihren juristischen Kampf gegen den Eisschnelllauf-Weltverband ISU trotz des jüngsten Rückschlags fort. Die fünfmalige Olympiasiegerin hat fristgerecht Verfassungsbeschwerde gegen das BGH-Urteil vom 7. Juni eingelegt. Der Bundesgerichtshof hatte ihre Klage auf Schadensersatz für unzulässig erklärt.

"Ich habe immer betont, dass Aufgeben für mich keine Option ist. Zwar war das BGH-Urteil ein äußerst brutaler Schlag für mich, der mir arg zugesetzt hat. Dennoch werde ich den Kampf um Gerechtigkeit bis zum Ende fortsetzen", sagte Pechstein. Nur so könnten "die Betrüger von der ISU für das Unrecht, das sie mir angetan haben, zur Rechenschaft gezogen werden", sagte die 44-Jährige.

Wie Pechstein erklärte, habe das BGH-Urteil ihre Grundrechte auf Justizgewährungsanspruch, Berufsfreiheit und den Anspruch auf den gesetzlichen Richter verletzt. Eingereicht wurde die Beschwerde von Christian Kirchberg, Experte für Verfassungsrecht.

Zuvor jedoch muss der BGH über eine Anhörungsrüge entscheiden, die das Pechstein-Lager schon frühzeitig eingereicht hat. "Das BGH-Urteil hat viele Experten sprachlos zurückgelassen. Es weist eklatante Fehler auf und ist letztlich nur dadurch erklärlich, dass hier das System der Sportschiedsgerichtsbarkeit geschützt werden sollte", erklärte ihr Münchner Rechtsbeistand Thomas Summerer.

Seit Jahren geht die Berlinerin gegen die 2009 gegen sie verhängte zweijährige Sperre wegen erhöhter Blutwerte und deren Folgen vor. Pechstein führte die Blutwerte stets auf eine von ihrem Vater vererbte Anomalie zurück und wurde in dieser Einschätzung von führenden Hämatologen bestätigt. Schon mehrmals hat die Eisschnellläuferin angekündigt, zur Not bis vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ziehen zu wollen.

krä/sid



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Seite 1
rug1 12.07.2016
1. @fredadrett
Schon merkwürdig, was für Sie schwer zu ertragen ist. Wie schwer muss es dann erst für Frau Pechstein sein, ertragen zu müssen, unschuldig gesperrt worden zu sein? Und im Kampf für das Recht, ihre Unschuld vor einem richtigen (deutschen) Gericht beweisen zu können, ihr gesamtes Vermögen verloren zu haben? Ein paar (Sport-)Schiedsrichter mit Sitz in der Schweiz, haben sie ohne Beweis verurteilt, weil sie GEGLAUBT haben, Pechsteins erhöhte Retikulozytenwerte seien eher durch Doping als durch eine körperliche Ursache bedingt worden. Mittlerweile ist das Gegenteil bewiesen. Vom Deutschen Olympischen Sportbund deshalb rehabilitiert worden zu sein ("Sie war Opfer und nicht Täterin"), bringt Frau Pechstein rechtlich und finanziell leider herzlich wenig. Aber Hauptsache für Typen wie Sie, Herr Fred Adrett, ist es schwer zu ertragen, dass Deutschlands beste Wintersportlerin bis zuletzt um ihre Recht kämpft. Gut für dieses Land, dass Sie hier kein Meinungsführer sind...
uzsjgb 12.07.2016
2.
Zitat von rug1Schon merkwürdig, was für Sie schwer zu ertragen ist. Wie schwer muss es dann erst für Frau Pechstein sein, ertragen zu müssen, unschuldig gesperrt worden zu sein? Und im Kampf für das Recht, ihre Unschuld vor einem richtigen (deutschen) Gericht beweisen zu können, ihr gesamtes Vermögen verloren zu haben? Ein paar (Sport-)Schiedsrichter mit Sitz in der Schweiz, haben sie ohne Beweis verurteilt, weil sie GEGLAUBT haben, Pechsteins erhöhte Retikulozytenwerte seien eher durch Doping als durch eine körperliche Ursache bedingt worden. Mittlerweile ist das Gegenteil bewiesen. Vom Deutschen Olympischen Sportbund deshalb rehabilitiert worden zu sein ("Sie war Opfer und nicht Täterin"), bringt Frau Pechstein rechtlich und finanziell leider herzlich wenig. Aber Hauptsache für Typen wie Sie, Herr Fred Adrett, ist es schwer zu ertragen, dass Deutschlands beste Wintersportlerin bis zuletzt um ihre Recht kämpft. Gut für dieses Land, dass Sie hier kein Meinungsführer sind...
In etwa so schwer, wie alle verurteilten Doper vor ihr.
svenszymanski 12.07.2016
3. Schreiber Nr 1
Ich schreibe es sorglos, von ihrer Coutch stehen sie wohl eh nie auf: "Blutwerte stets auf eine von ihrem Vater vererbte Anomalie zurück und wurde in dieser Einschätzung von führenden Hämatologen bestätigt" Könnte es nicht sein, daß sie Recht hat? Oder sind sie klüger oder besser ausgebildet als Hämatologen ? Oder wissen sie gar nicht, was das ist? Und was ein "Sportsoldat" ist, können sie auch nicht wissen? Muß na klar 24 Stunden arbeiten, dann trainieren und nebenbei Olympiagold holen. Schätze, sie werden wegen fehlender Masse von einem Hirnchirurgen freigesprochen.
uzsjgb 12.07.2016
4.
Zitat von svenszymanskiIch schreibe es sorglos, von ihrer Coutch stehen sie wohl eh nie auf: "Blutwerte stets auf eine von ihrem Vater vererbte Anomalie zurück und wurde in dieser Einschätzung von führenden Hämatologen bestätigt" Könnte es nicht sein, daß sie Recht hat? Oder sind sie klüger oder besser ausgebildet als Hämatologen ? Oder wissen sie gar nicht, was das ist? Und was ein "Sportsoldat" ist, können sie auch nicht wissen? Muß na klar 24 Stunden arbeiten, dann trainieren und nebenbei Olympiagold holen. Schätze, sie werden wegen fehlender Masse von einem Hirnchirurgen freigesprochen.
Dass Pechstein von ihren Fans mit Beleidigungen verteidigt wird passt irgendwie ins Bild.
rug1 12.07.2016
5. @ uzsjgb: Warum nachdenken, wenn es auch einfach geht?
Das ist immer das Totschlagargument: "Verurteilter Dopingsünder". Wie schwer war es wohl für Nelson Mandela seine knapp 30jährige Haftzeit abzusitzen? Ganz einfach: In etwa so schwer, wie für alle anderen verurteilten Verbrecher vor ihm! Funktioniert so Ihr Weltbild? Unschuldig verurteilt - undenkbar? Zur Info für Sie, falls Sie nicht so tief drinstecken sollten im Pechstein-Case: Bundespolizei und Staatsanwaltschaft haben in den Fall ermittelt. Pechstein wurde abgehört, ihre Mails heimlich mitgelesen, ihr Haus durchsucht, ihre Computer beschlagnahmt, die Konten gecheckt und zahlreiche Zeugen gehört. Ergebnis: Nicht ein Indiz, das die Dopingthese stützt. Beide Verfahren eingestellt! Aber ein paar Sportschiedsrichter in der Schweiz, die nicht eine einzige Ermittlung angestellt haben, wissen es natürlich besser als die deutschen Ermittler. Und sperren Pechstein – ohne Beweis. Nur weil sie GLAUBEN, sie könnten eine Anomalie als Ursache für die von der Norm abweichenden Retikulozytenwerte ausschließen. Wenn das Ihrem Rechtsempfinden entspricht, dann weiterhin ein gutes Gewissen damit...
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