DEL-Finale Köln erzwingt siebtes Spiel gegen Ingolstadt

Vorentscheidung vertagt: Die Kölner Haie haben das sechste Spiel der Finalserie um die deutsche Eishockey-Meisterschaft gewonnen. Beim ERC Ingolstadt siegten die Gäste dank eines 40-Jährigen in der Verlängerung.

Haie-Profis: Entscheidungsspiel in Köln erzwungen
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Haie-Profis: Entscheidungsspiel in Köln erzwungen


Hamburg - Die Kölner Haie und der ERC Ingolstadt liefern sich eine packende Serie um die Meisterschaft in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Und es wird noch dramatischer: Der Titel wird nun im entscheidenden siebten Spiel vergeben. Die Haie verhinderten in Ingolstadt eine vorzeitige Entscheidung mit einem 1:0 (0:0, 0:0, 0:0, 1:0) nach Verlängerung. Den Siegtreffer erzielte Kölns Urgestein Mirko Lüdemann in der 64. Minute.

Die letzte Partie der Best-of-Seven-Serie wird am Dienstag in Köln ausgetragen (19 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE, TV: ServusTV). Ingolstadt hatte nach zwei Niederlagen zum Auftakt mit drei Siegen in Folge alles für die erste Meisterfeier der Vereinsgeschichte vorbereitet - doch der notwendige vierte Sieg blieb im ersten Versuch aus. Zuvor hatte der ERC unter anderem Titelverteidiger Eisbären Berlin und den Hauptrundenersten Hamburg Freezers ausgeschaltet.

Köln begann zwei Tage nach der 3:4-Niederlage nach Verlängerung wütend. Mit hohem Tempo und harten Checks setzten die Gäste die Ingolstädter unter Druck. Einziges Manko: Selbst beste Torchancen ließ das Team von Ex-Bundestrainer Uwe Krupp ungenutzt. Ob der schwedische Olympiasieger Daniel Tjärnqvist (6. Minute), Nationalspieler Moritz Müller (7.) oder der kanadische Topscorer Rob Collins (18.) - alle scheiterten frei vor Ingolstadts Torwart Timo Pielmeier.

Pielmeier vereitelt Großchance um Großchance

Die Gastgeber, lautstark angetrieben von den Fans, versuchten, über Konter Entlastung zu finden. Wirklich gefährlich wurde es für Haie-Goalie Danny aus den Birken zunächst aber nicht. Ein Schuss von Derek Dinger, den John Laliberte abfälschte, bereitete dem Nationaltorwart noch die größten Probleme (13.).

Im zweiten Abschnitt erhöhten die Kölner den Druck nochmals. Fast im Minutentakt musste Pielmeier Glanztaten vollbringen - der 24-Jährige wuchs über sich hinaus. Gegen Marcel Müller rettete er ebenso mit großartigem Reflex (25.) wie gegen Marcel Ohmann (27.) und Andreas Falk (28.). Selbst als die Ingolstädter in Überzahl waren, hatten die Haie durch Alexander Weiß die beste Chance (33.).

Beinahe hätte es sich gerächt, dass die Kölner mit ihren Möglichkeiten fahrlässig umgegangen waren. Derek Hahn scheiterte jedoch an KEC-Goalie aus den Birken (50.). In der Verlängerung war es der 40-jährige Lüdemann, der die Haie erlöste. Nach dem Schlusspfiff kam es noch zu mehreren handfesten Auseinandersetzungen zwischen Profis beider Teams.

max/sid

insgesamt 10 Beiträge
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e_d_f 27.04.2014
1. Hochverdienter Ausgleich!
Eine grandiose Serie! Kompliment an beide Teams für das tolle Eishockey. Köln hat hochverdient ausgeglichen und nun freuen wir uns auf das Finale in Köln. Schade, dass eine Mannschaft ausscheiden muss. Beide wären verdiente Meister!
Saftsack 27.04.2014
2.
"nach dem Spiel kam es noch zu mehreren handfesten Auseinandersetzungen..." , dieser Sport ist wirklich dermaßen asozial, unfassbar
jewiberg 27.04.2014
3. @saftsack
dämlicher Kommentar. Beim Fußball randalieren die Fans. Und Boxen erst! Welchen Sport bevorzugen Sie denn? Schach?
e_d_f 27.04.2014
4. Unsinn!
Zitat von Saftsack"nach dem Spiel kam es noch zu mehreren handfesten Auseinandersetzungen..." , dieser Sport ist wirklich dermaßen asozial, unfassbar
Auf dem Eis geht es zwar gelegentlich hoch her, aber das sieht oft schlimmer aus als es ist, weil die Akteure gut geschützt sind. Die Treterei der Aktiven beim Fußball ist da wesentlich schlimmer, denn Fußballer tragen keine Schutzkleidung. Deswegen hat fast jeder Fußballverein eine große Zahl von verletzten Spielern, die zeitweise ersetzt werden müssen. Im Eishockey ist das dagegen vergleichsweise selten der Fall. Trotz zahlreicher Spiele im Zwei-Tage-Rhythmus spielen die Kölner Haie in Bestbesetzung; es gibt derzeit keine Verletzten. Das ist kein Zufall. Kurzum, beim Eishockey sieht es heftiger aus als es ist, was die Cracks auf dem Eis so machen, während es beim Fußball umgekehrt ist. Außerdem geht es unter den Zuschauern beim Eishockey sehr friedlich und gar nicht asozial zu; ganz im Gegenteil. Auseinandersetzungen gibt es unter den Fans so gut wie gar nicht. In den vergangenen 26 Jahren, in denen ich gelegentlich in Köln zu Eishockey gehe, habe ich nie gewaltsames Verhalten der Fans erlebt. Auch nicht unter den Anhängern gegnerischer Mannschaften. Gerade erst beim Viertelfinale Köln-Mannheim habe ich neben einem Mannheimer Fan gesessen. Wir haben für verschiedene Mannschaften gejubelt, aber sportlich über das Spiel diskutiert und uns anschließend freundlich voneinander verabschiedet. Im Fußball wäre das unmöglich. Dort randalieren die "Asozialen" ja schon im Vorfeld und die Fangruppen müssen unter massiver Polizeipräsenz auseinandergehalten werden, weil es andernfalls Gewaltexzesse geben würde. Beim Fußball erlebe ich auf den Rängen bei bestimmten Gruppen permanent extreme Gewaltbereitschaft, die nur durch diverse Tricks (Zäune, räumliche Trennung, massives Aufgebot von Ordnungskräften) im Zaum gehalten werden kann. Beim Eishockey ist sowas völlig undenkbar. Da geht es auf den Rängen sehr friedlich zu. Deswegen gehe ich auch nicht mehr zu Fußball. Da gibt es viele asoziale Fans. Aber nicht beim Eishockey!
borrussiad. 27.04.2014
5. top
glückwunsch an die haie das letzte spiel gewinnen sie dann vor heimischem puplikum
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