Doping bei Olympia Das IOC-Verfahren bei positiven Proben

Das IOC entscheidet bei einer positiven Dopingprobe in Sotschi im Schnellverfahren über eine mögliche Sperre. Nur 24 Stunden, nachdem der betroffene Athlet informiert wurde, gibt IOC-Präsident Thomas Bach das Urteil bekannt.


Der Ablauf von der Probe bis zum Urteil gemäß den Anti-Doping-Richtlinien des Internationalen Olympischen Kommitees (IOC) für die 22. Olympischen Winterspiele in Sotschi 2014:

  • Das Dopinglabor im Olympia-Park analysiert die Probe und informiert bei "von der Norm abweichenden" Ergebnissen den Vorsitzenden der Medizinischen Kommission im IOC (Arne Ljungqvist/Schweden).
  • Der Vorsitzende der Medizinischen Kommission im IOC identifiziert den betroffenen Athleten und informiert den IOC-Präsidenten (Thomas Bach).
  • Der IOC-Präsident setzt eine Disziplinarkommission ein und bestimmt deren Mitglieder. Dazu soll der Vorsitzende der IOC-Justizkommission (dies ist noch immer der neue Präsident Bach) oder ein Mitglied der Justizkommission sowie zwei Mitglieder der IOC-Exekutive gehören. Unterstützt wird die Kommission von der Rechtsabteilung des IOC und von der Medizin- und Wissenschaftsabteilung des IOC.
  • Daraufhin benachrichtigt der IOC-Präsident den betroffenen Athleten, den Chef de Mission der betroffenen Nation, den betroffenen Weltverband und ein Mitglied des "Independent Observer Program" (Unabhängige Beobachter - bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney von der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada ins Leben gerufen).
  • Der Athlet wird darüber informiert, wann die Öffnung der B-Probe stattfindet. Zudem wird dem Athleten das Recht eingeräumt, sich vor der Disziplinarkommission mündlich oder schriftlich zu äußern.
  • Zu einer Anhörung vor der Disziplinarkommission darf der Athlet maximal drei Vertrauenspersonen (Anwalt, Arzt etc.) mitbringen. Ebenfalls eingeladen werden sollen auch der Weltverbandspräsident und ein Mitglied des "Independent Observer Program".
  • Nach der Öffnung der B-Probe (im Beisein des Athleten) und der Anhörung kann der Vorsitzende der Disziplinarkommission eine provisorische Sperre aussprechen. Erst danach entscheidet die Kommission bei einem positiven Dopingfall über das Ausmaß der Bestrafung. Dabei besprechen sich die Mitglieder mit externen Experten und dem Weltverband des Athleten.
  • Die Diziplinarkommission spricht eine Empfehlung aus, die der IOC-Exekutive und dem IOC-Präsidenten zur Entscheidung vorgelegt wird.
  • Der IOC-Präsident informiert den Athleten, den Chef de Mission, den Weltverband, ein Mitglied des "Independent Observer Program" und die Wada über die Entscheidung.

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