Positive A-Probe in Sotschi Deutscher Dopingsünder soll Biathlet oder Langläufer sein

Es ist der erste Dopingfall von Sotschi - und es trifft das deutsche Team: Laut Medienberichten ist ein Sportler aus dem Biathlon- und Langlaufbereich positiv getestet worden. Die B-Probe soll noch am Freitag geöffnet werden.

Biathlon in Sotschi (Symbolbild): Dopingverdacht
DPA

Biathlon in Sotschi (Symbolbild): Dopingverdacht


Hamburg - Das positiv auf ein verbotenes Mittel getestete Mitglied der deutschen Olympiamannschaft soll aus dem Biathlon- und Langlaufbereich kommen. Das berichten übereinstimmend der Sport-Informations-Dienst und die ARD. Laut der Nachrichtenagentur dpa ist ein Sportler oder eine Sportlerin des Deutschen Skiverbands (DSV) betroffen. Dem DSV gehören die Sparten Biathlon, Ski-Freestyle, Langlauf, Nordische Kombination, Ski alpin, Skicross, Ski-Freestyle und Skispringen an.

Der Sprecher für die deutschen Biathlon- und Langlauf-Teams, Stefan Schwarzbach, sagte, er sei nicht befugt, die positive Dopingprobe in seinen oder anderen Sportarten zu kommentieren, solange sie nicht bestätigt sei.

Am Morgen hatte der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) verkündet, dass die A-Probe eines Sportlers "ein von der Norm abweichendes Ergebnis erbracht" habe, hieß es in einer Mitteilung des Verbandes. Darüber sei der Verband am Donnerstagabend um 21.30 Uhr (Ortszeit) vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) informiert worden. Der DOSB nannte keinen Namen.

Bislang erst ein deutscher Dopingfall in der Olympia-Geschichte

Die Öffnung der B-Probe und die Anhörung vor der IOC-Disziplinarkommission seien noch für den Freitag vorgesehen. Danach werde der Chef de Mission, Michael Vesper, über den Stand des Verfahrens informieren. "Die Anhörung könnte am Nachmittag oder frühen Abend stattfinden", sagte Vesper. Bis zum Abschluss der Untersuchungen werde es keine weitere Stellungnahme des IOC geben, sagte eine Sprecherin des Komitees.

Unklar war zunächst auch, ob es sich um eine falsche Medikation bei der Erkrankung eines deutschen Athleten handelt oder bewusstes Doping gewesen sein könnte. Außerdem wird übereinstimmend von mehreren Medien berichtet, dass es neben dem deutschen noch weitere Dopingfälle gebe.

Vor der Abreise nach Sotschi hatte Vesper gesagt, dass er sicher sei, dass die deutsche Mannschaft bei den Winterspielen sauber an den Start gehen würde. Es seien nur Sportler nominiert, die nachweislich kontrolliert worden seien. Jeder nominierte Athlet wurde laut Vesper vor den Winterspielen noch einmal unangemeldet getestet, "weil wir nichts unversucht lassen wollen, um für sauberen Sport zu sorgen".

Das IOC hat bei den Winterspielen in Sotschi die Rekordzahl von 2453 Tests bis zur Schlussfeier am 23. Februar vorgesehen. Ein Großteil der Urin- und Blutkontrollen ist bereits vorgenommen worden. Mehr als 50 Prozent der Tests werden außerhalb der Wettkämpfe durchgeführt. Bei den Winterspielen 2010 in Vancouver gab es einen Dopingfall.

Der bislang einzige deutsche Dopingfall in der Geschichte der Winterspiele war Eishockeyspieler Alois Schloder in Sapporo 1972, der positiv auf Ephedrin getestet worden war, im Nachhinein durch eine Aussage seines Arztes aber rehabilitiert wurde.

max/dpa/sid/AP

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insgesamt 27 Beiträge
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Madmathew 21.02.2014
1. Sensationell
Die Meldung wirkt schon etwas skurril. Da laufen die traditionell ungewöhnlich konditionsstarken Osteuropäerinnen den anderen beispielsweise im Biathlon weit davon und der einzige Dopingfall soll einen Deutschen betreffen? Hoffen wir dass die Jungs in Sotschi nicht so testen wie sie im Eiskunstlauf gewertet haben.
schwaebischehausfrau 21.02.2014
2. Tipp: Langläufer!! Denn....
..unsere Biathleten waren läuferisch so schwach, dass man ja befürchten musste, dass sie definitiv nicht gedopt haben. Wäre aber schade, wenn es einer unserer Langläufer im "Karriere-Herbst" war, für die Olympia sowieso der letzte Wettkampf sein sollte...
countrushmore 21.02.2014
3.
Gut, dass der Name nicht verraten wird. So können wir weiter spekulieren und noch einige Unschuldige verdächtigen.
testi 21.02.2014
4. Schande
Es ist eine Schande. Diese fällt natürlich auf das gesamte deutsche Team. Ich schäme mich.
arcalis 21.02.2014
5. Ausgerechnet Darling Evi Sachenbacher-Stehle
Tja, schon vor einigen Jahren wurde Evi Sachenbacher-Stehle bei Olympiarennen mit einer Schutzsperre belegt, was damals tränenreich von ihr als unfair kommentiert wurde. Sie hätte sich besser einen Gefallen getan, sich den Wechsel zum Biathlon verkniffen und in den Sportlerruhestand gegangen. So fällt auch auf ihr Olympia-Gold im Langlauf ein langer Schatten. Schade.
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