Dopingermittlungen Jetzt richtet sich der Blick wieder auf den Radsport

Nach der Dopingrazzia bei der Nordischen Ski-WM kommt jetzt auch der Radsport wieder mehr in den Fokus. Die Selbstanzeige eines österreichischen Radfahrers hängt allerdings nicht mit dem Erfurter Dopingnetzwerk zusammen.

Radprofi Stefan Denifl
JAVIER LIZON/EPA-EFE/REX

Radprofi Stefan Denifl


Nach den jüngsten Dopingermittlungen in Tirol gibt es nach Angaben der Staatsanwaltschaft Innsbruck derzeit keine neuen Verdächtigen. Wie die Behörde der österreichischen Nachrichtenagentur APA mitteilte, hätten die Hausdurchsuchungen in Seefeld und Erfurt sowie die Befragungen mehrerer Personen keine neuen Verdachtsmomente über die bereits bekannten Verdächtigen hinaus ergeben.

Nach den Razzien in Tirol und Thüringen waren unter anderem fünf Langläufer in den Fokus der Ermittler gerückt, die inzwischen alle gestanden haben. Die Staatsanwaltschaft hat mittlerweile bestätigt, dass auch gegen den österreichischen Radprofi Stefan Denifl wegen des Verdachts des Sportbetruges ermittelt wird. Der Verdacht gegen den 31-jährigenhabe sich im Zuge der Ermittlungen ergeben.

Denifl sei am Freitag verhört worden, habe sich geständig gezeigt und sei bereits am gleichen Tag wieder enthaftet worden. Es bestehe der Verdacht, dass Denifl die verbotene Methode des Blutdopings angewendet und daher Sponsoren und Veranstalter getäuscht habe.

Denifl hätte in dieser Saison für das Team CCC fahren sollen, am 23. Dezember 2018 teilte die Mannschaft jedoch mit, dass der Vertrag wieder aufgelöst wurde und führte persönliche Gründe Denifls dafür an. Der Kletterspezialist hatte im September 2017 eine Etappe der Vuelta in Spanien gewonnen.

Preidlers Selbstanzeige unabhängig von den Ermittlungen

Die Selbstanzeige von Radsportler Georg Preidler habe dagegen anders als zunächst gemeldet nichts mit der Razzia in Seefeld zu tun, heißt es von der Staatsanwaltschaft. Der Name Preidler sei auch nicht bei den Vernehmungen der festgenommenen Langläufer und den Komplizen genannt worden.

Mittels Selbstanzeige bei der Staatsanwaltschaft Graz war Preidler am Sonntag geständig. "Ich", sagte er in Interviews mit der "Kronen Zeitung" und der "Kleinen Zeitung", "hab' ein Dopinggeständnis abgelegt." Preidler beteuerte, er habe sich Blut abnehmen lassen, "es aber nie rückgeführt. Aber alleine der Gedanke und die betrügerische Absicht sind schon ein Delikt".

Die Organisatoren der am Sonntag beendeten Nordischen Ski-Weltmeisterschaften wollen die Tage in Seefeld nicht auf das Dopingthema reduziert wissen. Angesichts von 205.000 Besuchern sprach Seefelds Bürgermeister und Chef des Organisationskomitees Werner Frießer von einem Traum. "Alles ist super aufgegangen." Der Dopingskandal könne die Bilanz nicht trüben. "Mit so etwas muss man offenbar leider inzwischen bei Großveranstaltungen rechnen", sagte Frießer.

aha/sid/dpa



insgesamt 4 Beiträge
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co2nogo 05.03.2019
1.
Sie Schreiben, dass durch Doping Veranstalter und Sponsoren betrogen werden. Jedoch haben Sie die wichtigste Gruppe vergessen: Fans und Zuschauer, die oft viel Geld für diverse Sportveranstaltungen ausgeben und später erfahren müssen, dass sie von kriminellen Sportlern Vera.....t wurden.
Prussia Culé 05.03.2019
2. Fahrer
Zitat von co2nogoSie Schreiben, dass durch Doping Veranstalter und Sponsoren betrogen werden. Jedoch haben Sie die wichtigste Gruppe vergessen: Fans und Zuschauer, die oft viel Geld für diverse Sportveranstaltungen ausgeben und später erfahren müssen, dass sie von kriminellen Sportlern Vera.....t wurden.
Sie haben die allerwichtigste Gruppe vergessen: Die anderen Fahrer, die am unmittelbarsten betrogen werden ;-)
Alias iacta sunt 05.03.2019
3. Ist es tatsächlich heute noch möglich, Doping zu verstecken?
Mir kommt es eher so vor, als ob die Prüfer mit all ihren modernsten, technischen Möglichkeiten in gewissen Fällen lieber nichts finden sollen.
take5 05.03.2019
4.
Der Spiegel richtet den Blick auf den Radsport. Die Selbstanzeige von Georg Preidler steht nicht im Zusammenhang mit dem Doping Netzwerk von Mark S. Inzwischen wurden wohl 8 Sportler ermittelt, von einem Radfahrer ist noch nichts bekannt. Das Interesse Doping Vergehen zu verfogen und zu ahnden ist mit Verbandsache. Lesen sie doch einfach mal die Kommentare der Verantwortlichen zur WM in Seefeld. Sie wollen nicht durch Doping ihre schöne WM belastet sehen. Genau dies ist das Dilemma, viele Verbände machen lieber die Augen zu in der Angst ihre Sportart zu belasten und den Medien wie der Allgemeinheit fällt nicht besseres als der Radsport ein, der die strengsten Kontrollen hat.
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