Eishockey-Coach Krupp Löw auf dem Eis

Das deutsche Eishockey-Nationalteam begeistert bei der WM - Uwe Krupp ist der Vater des Erfolgs. Der Bundestrainer hat die Mannschaft in jahrelanger Arbeit geformt. Dabei erinnert er mit seiner Art an einen prominenten Fußball-Kollegen. 

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Es sind die letzten Tage des Eishockey-Bundestrainers Uwe Krupp - und jetzt, wo es fast zu spät ist, bekommt der Mann die fällige Anerkennung. Beinahe sechs Jahre hat Krupp die Geschicke der Eishockey-Nationalmannschaft geleitet, er hat das Team aus der Zweitklassigkeit wieder nach oben und im Vorjahr bei der Heim-WM bis ins Halbfinale geführt. Aber nun erst, bei der Weltmeisterschaft in der Slowakei, nimmt auch die breite Öffentlichkeit Kenntnis von Krupps Aufbauwerk. Eishockey in Deutschland ist seit den aufsehenerregenden Erfolgen des Teams in der WM-Vorrunde plötzlich wieder schick.

Krupp wird seinen Job im Anschluss an die Titelkämpfe aufgeben, um Chefcoach und Sportdirektor bei den Kölner Haien zu werden. Er hat dies frühzeitig angekündigt, seit Monaten wissen Verband und Mannschaft darüber Bescheid. Der Motivation bei allen Beteiligten hat dies nicht geschadet. Im Gegenteil: Das Team tut derzeit alles, um seinem Trainer einen gebührenden Abschied zu bereiten.

Sieg gegen die Eishockey-Übermacht Russland, Sieg gegen den hochgewetteten Gastgeber Slowakei, Sieg gegen Slowenien - mit einer blütenweißen Bilanz hat die Mannschaft die Vorrunde überstanden. Als Gruppensieger fehlt in den kommenden drei Partien gegen Finnland (Freitag 16.15 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE), Dänemark und Tschechien lediglich ein Punkt, um so gut wie sicher ins Viertelfinale einzuziehen.

Sportdirektor Reindl: Krupps Abgang ist "eine Katastrophe"

In der Schlussphase seines Schaffens für den Deutschen Eishockey-Bund wird der 45-jährige Trainer mit Lob nur so überhäuft. Krupps Leistung sei "phänomenal", wertschätzt DEB-Präsident Uwe Harnos, und der Sportdirektor Franz Reindl nannte Krupps bevorstehenden Abschied "eine Katastrophe". Tatsächlich hat der Coach bewiesen, was mit nachhaltigem Handeln möglich ist.

Ende 2005, als der ehemalige NHL-Profi die Verantwortung im DEB übernahm, war das deutsche Eishockey zweitklassig. Krupp hat sich danach systematisch in die Nachwuchsförderung gestürzt, schließlich hatte er schon vor seiner Berufung als Cheftrainer die U-18- und U-20-Teams der Nationalmannschaft betreut und wusste um die Qualität der deutschen Talente. Zahlreiche Spieler hat er über die Jahre begleitet, zehn der aktuellen Cracks gehörten schon 2007 dem Kader an. In seinem Vertrauen zu einzelnen Akteuren erinnert Krupp an seinen Fußball-Kollegen Joachim Löw.

Der Trainer hat dafür auch Rückschläge in Kauf nehmen müssen. 2009 wäre das DEB-Team aus sportlichen Gründen abgestiegen, nur die Tatsache, dass Deutschland ein Jahr später die WM selbst ausrichtete, bewahrte Krupps Truppe vor dem Gang in die Zweitklassigkeit. Damals geriet der Trainer massiv in die Kritik - es hätte nicht viel gefehlt, und Krupp wäre abgelöst worden.

Ein Jahr später stand man unter den besten vier Nationen der Welt.

Respekt vor den großen Nationen schwindet

Mit den Erfolgen ist das Selbstbewusstsein gekommen. "Die anderen spielen auch nur Eishockey", sagt Angreifer Felix Schütz mit Blick auf die Top-Nationen Tschechien, Russland, Kanada oder Schweden. Die Zeiten, in denen das deutsche Eishockey ein Unentschieden gegen die Großen als sensationellen Erfolg feierte, scheinen vorbei zu sein. Torwart Dennis Endras sagt: "Wir sind noch nicht am Ziel."

Sinnbildlich für diese Haltung ist das offensive Konzept, das Krupp seiner Mannschaft verpasst hat. Es wird nicht mehr versteckt, ängstlich die eigene blaue Linie verteidigt. Der Trainer gibt die Richtung vor: "Wir wollen weiter nach oben."

Wie weit nach oben es in der Slowakei gehen wird - darüber schweigt sich auch der scheidende Bundestrainer aus. "Es ist schwer zu prophezeien, wie weit die Mannschaft kommt. Wenn die Leistung mit dem Ergebnis übereinstimmt, dann freuen wir uns," übt sich der Coach in der Kunst der Floskel. Die Euphorie, die unvermittelt um das Team aufgezogen ist, ist ihm selbst ein klein bisschen unheimlich. Dem Trainer fehlt das überschäumende Temperament eines Hans Zach, der die Nationalmannschaft ähnlich lang wie Krupp betreut hatte und aufgrund seiner leicht erregbaren Art das Etikett des "Alpenvulkans" nicht mehr los wurde.

Krupp ist ein Kopf-Trainer, annähernd so besonnen wie die Bundestrainer-Legende Xaver Unsinn, der das DEB-Team in den siebziger Jahren mit ruhiger Hand zu Olympia-Bronze in Innsbruck führte. Es hat seitdem möglicherweise keinen Trainer mehr gegeben, der im Verband so viel bewegt hat wie jetzt Krupp.

Die Kölner Haie, der Verein, bei dem der heutige Coach einst zum Nationalspieler reifte, können sich auf einen Fachmann erster Güte freuen. Der Deutsche Eishockey-Bund hingegen wird den Phantomschmerz nach Krupps Abgang noch spüren. Im November des vergangenen Jahres hat der 45-Jährige verkündet, dass er den DEB verlässt.

Fünf Monate später sucht der Verband immer noch nach einem geeigneten Nachfolger.

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Seite 1
goethestrasse 06.05.2011
1. man braucht was zum schreiben
typisch Schreiberlinge... 3 Siege und schon sind neue Helden geboren. Wie war das letztes Jahr ?? Katastrophale WM und der Abstieg wurde zuletzt gerade so abgewendet. Ebenso der BVB .. auch hochgelobt . Mal sehen, ob es ihm so geht wie zuletzt Wolfsburg. ...oder die furiosen Tennisdamen und -herren. Lob und Anerkennung ja, aber bitte die Kirche im Dorf lassen.
tristar73, 06.05.2011
2. ...
Zitat von goethestrassetypisch Schreiberlinge... 3 Siege und schon sind neue Helden geboren. Wie war das letztes Jahr ?? Katastrophale WM und der Abstieg wurde zuletzt gerade so abgewendet. Ebenso der BVB .. auch hochgelobt . Mal sehen, ob es ihm so geht wie zuletzt Wolfsburg. ...oder die furiosen Tennisdamen und -herren. Lob und Anerkennung ja, aber bitte die Kirche im Dorf lassen.
Die WM Letztes Jahr war fürs Team alles anderes als eine Katastrophe. Sie kamen sogar bis ins Halbfinale. Ich verfolge die Spiele der Nationalmannschaft seit ungefähr 1987, und spielerisch sind sie ganz klar besser geworden, vor allen Dingen aber konstanter.
pariman 06.05.2011
3. Immer alles schlecht reden
Zitat von goethestrassetypisch Schreiberlinge... 3 Siege und schon sind neue Helden geboren. Wie war das letztes Jahr ?? Katastrophale WM und der Abstieg wurde zuletzt gerade so abgewendet. Ebenso der BVB .. auch hochgelobt . Mal sehen, ob es ihm so geht wie zuletzt Wolfsburg. ...oder die furiosen Tennisdamen und -herren. Lob und Anerkennung ja, aber bitte die Kirche im Dorf lassen.
Zum einen ist das erreichen des Halbfinale und auch das dann sehr knappe scheitern an Russland letztes Jahr keine Katastrophe sondern ein riesen Erfolg. Und der BvB hat schon letzte Saison sehr gut gespielt und war unter den besten 5 der Liga. Also lassen wir doch mal dieses ewige Meckern und freuen uns über die Erfolge unserer Sportler. In diesem Sinne wünsch ich euch ein schönes Wochenende.
jan-muero 06.05.2011
4. Zum Titel reichts wohl noch nicht...
Zitat von tristar73Die WM Letztes Jahr war fürs Team alles anderes als eine Katastrophe. Sie kamen sogar bis ins Halbfinale. Ich verfolge die Spiele der Nationalmannschaft seit ungefähr 1987, und spielerisch sind sie ganz klar besser geworden, vor allen Dingen aber konstanter.
Zumal man mittlerweile nicht mehr diese Angst haben muss, irgendwann mal in Rückstand zu geraten. Früher reichte es meist (wenn überhaupt) zu ein bis zwei Toren gegen die "Großen". Jetzt hat man das Gefühl, dass da jederzeit noch was gehen kann. Dieses Gefühl wird der Mannschaft mit Sicherheit auch weiterhelfen. Natürlich kann es - gerade wegen des Modus - auch ganz schnell mal wieder nach unten gehen. Siehe Lettland, siehe Slowenien. Die Slowenen haben ja sogar immer gut gespielt, und trotzdem stehen sie jetzt in der Abstiegsrunde. Insofern muss sich in den nächsten Jahren zeigen, ob der Aufschwung ein nachhaltiger sein wird. Und solange genieße ich den Moment. :)
stego0815 06.05.2011
5. Klare Steigerung
Man muss, wenn man sich die vergangenen Jahre betrachtet, unumwunden zugeben, dass die Qualität des deutschen Eishockeys sich ganz klar gesteigert hat. Vergleicht man das Auftreten des DEB in diesem Jahr, mit dem vor zwei Jahren bei den Weltmeisterschaften in der Schweiz, so ist ein himmelweiter Unterschied festzustellen und meiner Meinung nach ist der Erfolg einzig und allein Uwe Krupp anzulasten. Für Unverständnis sorgen die ganzen Stellungnahmen der restlichen Offiziellen des DEB, die nun so tun als hätten sie etwas mit dem "Erfolg" zu tun, dabei sind sie es doch, die einer Doppelfunktion Krupps eine klare Absage erteilt haben und so vielleicht eine kontinuierliche Weiterentwicklung in Richtung Sotschi 2014 verhindern. Doppelfunktionen in diesem Geschäft sind allerdings keineswegs so unüblich, wie es der Trainer der russischen Sbornaja, Vjatscheslav Bykov, seit einigen Jahren beweist, in der russischen KHL Meister mit Salavat Yulaev Ufa und gleichzeitig seit vier Jahren tolles Eishockey auf sehr hohem internationalen Niveau (2x Gold, 1x Silber, 1x Bronze) mit der Nationalmannschaft. Einzig, in diesem Jahr scheint ein wenig der Wurm drin zu sein, Russland hat ein massives Torhüterproblem, bin sehr gespannt zu sehen, wie sich das weiterentwickelt. Des Weiteren, Hut ab vor der deutschen Leistung, und weiterhin viel Erfolg, sowie Rossija Vpered! ;)
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