Eishockey Tschechien gewinnt den Trostpreis

Für die großen Eishockeynationen ist die Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen nur das halbe Glück. Aber Russland hat nicht einmal das geschafft. Denn die Tschechen gewannen das kleine Finale souverän und feierten ein kleines Jubiläum.


Turin - Denn die Bronzemedaille in Turin bedeute für das tschechische Eishockey das zehnte Olympia-Edelmetall überhaupt. Rekord-Olympiasieger Russland dagegen bleibt nach den Spielen von Lillehammer 1994 zum zweiten Mal ohne Medaille - das ist eine der Überraschungen dieser Spiele. Die tschechischen Weltmeister gewann gegen die Russen mit 3:0 (1:0, 1:0, 1:0) Toren im Spiel um Platz drei und damit den Trostpreis Bronze.

Tscheche Hejduk, Russe Kozlov, Tscheche Malik: Bronze für Tschechien
DPA

Tscheche Hejduk, Russe Kozlov, Tscheche Malik: Bronze für Tschechien

Wie schon bei der 0:4-Niederlage im Halbfinale gegen Finnland enttäuschten die Russen um ihren Star Alexander Owetschkin. Von der glänzenden Form der Vorrunde war auch gegen den alten Rivalen Tschechien nichts mehr zu sehen. Martin Erat (5. Minute), Marek Zidlicky (27.) und Martin Straka (60.) erzielten vor 8379 Zuschauern im Palasport Olimpico die Tore.

Anders als bei der 3:7-Niederlage im Halbfinale gegen Schweden schenkte Tschechiens Trainer Alois Hadamczik NHL-Torhüter Tomas Vokoun von Beginn an das Vertrauen. Vokoun bewies gleich im ersten Drittel, dass er diesmal zu Recht den Vorzug erhielt. Souverän wehrte der 29-Jährige einen Schuss nach dem anderen ab, während auf der Gegenseite Jewgeni Nabokow gleich den ersten passieren ließ: Bei Erats Treffer in den Winkel war der Goalie der San José Sharks machtlos.

Bei den Russen durfte Jungstar Jewgeni Malkin wieder mitwirken. Der 19-Jährige, der von den Pittsburgh Penguins verpflichtet wurde, aber noch in der russischen Liga bei Metallurg Magnitogorsk spielt, hatte im Halbfinale wegen einer Sperre gefehlt.

Malkin hatte auch die größte Chance zum Ausgleich, scheiterte jedoch nach einem Alleingang an Vokoun (25.). Zu diesem Zeitpunkt hatten die Russen bereits Torjäger Ilja Kowaltschuk verloren. Nach einem Check gegen den Kopf von Pavel Kubina musste der 22-Jährige von den Atlanta Thrashers mit einer Spieldauerdisziplinarstrafe vorzeitig in die Kabine. Die fünfminütige Überzahl nutzte Verteidiger Zidlicky zu seinem vierten Turniertor.

sge/sid



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