Eishockey-WM Deutschland scheitert im Viertelfinale an Tschechien

Gegen Finnland hatte Deutschland noch die große Überraschung geschafft. Im Viertelfinale war Tschechien aber eine Nummer zu groß, obwohl das DEB-Team das Spiel lange ausgeglichen gestalten konnte.
Selbst der starke deutsche Torhüter Philipp Grubauer konnte nur noch hinterherschauen.

Selbst der starke deutsche Torhüter Philipp Grubauer konnte nur noch hinterherschauen.

Foto: Martin Rose/Getty Images

Deutschland ist bei der Eishockey-WM in der Slowakei im Viertelfinale gescheitert. Gegen Tschechien unterlag die Mannschaft von Bundestrainer Toni Söderholm etwas zu deutlich 1:5 (0:0, 1:1, 0:4). Dabei konnte Frank Mauer (38. Minute) die Führung von Jan Kovar (34.) zunächst ausgleichen.

Trotz eines wieder starken Torhüters Philipp Grubauer kassierte die deutsche Mannschaft im Schlussdrittel den nächsten Rückstand durch Jakub Voracek (45.) und schaffte es nicht mehr, zurückzukommen. Dominik Kubalik (52.) und Ondrej Palat (54.) trafen zur Vorentscheidung, wieder Kovar zum Endstand (60.)

Durch einen überraschenden Sieg im abschließenden Gruppenspiel gegen Finnland war die deutsche Mannschaft noch dem Turnierfavoriten Russland aus dem Weg gegangen. Aber auch Tschechien erwies sich als eine Nummer zu groß.

Bereits im ersten Drittel hatte Deutschland gegen Tschechien in der Defensive Probleme, weil sie wie bereits in den vorhergehenden Partien zunächst zurückhaltend agierte. Dass nach den ersten 20 Minuten dennoch die Null stand, lag vor allem am NHL-Torhüter Grubauer, der gleich elf tschechische Versuche parierte.

In der zweiten Hälfte des zweiten Drittels war Grubauer dann doch geschlagen. Der deutsche NHL-Star Leon Draisaitl spielte den Puck unter großem Druck zu Kovar. Der Tscheche lief aus der eigenen Hälfte in Richtung des deutschen Tores und ließ Grubauer im linken Eck keine Abwehrchance.

Torwartfehler bringt Deutschland zurück

Die Führung der Tschechen hielt aber nur vier Minuten. Weil Tschechiens Goalie Patrik Bartosak den Puck hinter seinem Tor annahm und ihn dann direkt in den Schläger des spekulierenden Frederik Tiffels passte. Der Flügelstürmer spielte direkt vor das Tor zu Mauer, der am zurückgeeilten Bartosak vorbei ins Tor traf.

Dass Deutschland nicht bereits mit einem Rückstand in das letzte Drittel ging, lag vor allem an Voracek, der nach einem erneut von Draisaitl verursachten Gegenstoß frei vor Grubauer zum Abschluss kam, den Puck wenige Sekunden vor Ende des Drittels aber über die Latte schoss (40.).

Leon Draisaitl konnte sich zu selten gegen die tschechische Defensive durchsetzen.

Leon Draisaitl konnte sich zu selten gegen die tschechische Defensive durchsetzen.

Foto: Christian Bruna/EPA-EFE/REX

Nur knapp vier Spielminuten später traf der NHL-Star der Philadelphia Flyers dann doch: Wieder konterte Tschechien die angreifende deutsche Mannschaft aus. Den ersten Versuch von Voracek konnte Grubauer noch halten, gegen den Zweiten war er aber machtlos.

Deutschland agierte in der Folge offensiver - und ließ Tschechien Platz für Umschaltsituationen. Die konnte erst Kubalik nutzen, als er den Puck sehenswert in den rechten Winkel schoss. Als auch noch Grubauer von einem Bandenabpraller überrascht wurde, nicht mehr schnell genug an den Puck kam und Palat einschieben lassen musste, war die Partie endgültig entschieden. Weil Deutschland in der Schlussminute für Grubauer einen weiteren Feldspieler brachte, konnte Kovar zum Endstand ins leere Tor einschieben.

Im Halbfinale trifft Tschechien auf Kanada, das sich in der Overtime 3:2 gegen die Schweiz durchsetzen konnte. Russland hatte im Duell der Eishockey-Mächte die USA 4:3 aus dem Turnier geworfen und trifft im zweiten Semifinale auf Finnland, das 5:4 nach Verlängerung gegen Schweden gewinnen konnte.

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hba
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