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09. Mai 2008, 08:31 Uhr

Eishockey-WM

Deutschland trifft viermal gegen die USA - und verliert

Erst in Rückstand geraten, dann ausgeglichen, am Ende doch verloren: Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft schlug sich gegen die USA hervorragend, das Viertelfinale ist nun aber nur noch theoretisch möglich. Deutsche Fans nutzten das Spiel zu Protesten gegen den Verband.

Halifax - Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft ist mit einer 4:6(2:3, 1:1, 1:2)-Niederlage gegen die USA in die Zwischenrunde bei der WM in Kanada gestartet. Nach einem schnellen 0:3-Rückstand nach drei Minuten schaffte das Team von Bundestrainer Uwe Krupp im letzten Drittel den zwischenzeitlichen 4:4-Ausgleich, verpasste dann aber doch die Überraschung.

DEB-Torschütze Bakos (r.): Knapp verloren
DPA

DEB-Torschütze Bakos (r.): Knapp verloren

Michael Hackert (15.), Chris Schmidt (18.), Florian Busch (31.) und Michael Bakos (45.) erzielten die Tore für die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB). Zach Parise (1./52.), Patrick O'Sullivan (3.), James Wisniewski (3.), Jason Pominville (27.) und Dustin Brown (59.) trafen für die USA. Erstmals dabei waren auf deutscher Seite Stürmer Marcel Goc vom NHL-Club San José Sharks und Verteidiger André Reiß aus Hannover, die nachnominiert wurden.

Das Krupp-Team kann das Viertelfinale nur noch erreichen, wenn es die beiden weiteren Spiele am Samstag (21.30 Uhr MESZ/live im DSF) gegen Rekordweltmeister Kanada und in der Nacht zum Dienstag (1.15 Uhr/live im DSF) gegen Lettland gewinnt.

Während der Partie kam es zu Protesten deutscher Fans, die auf Plakaten den Rücktritt von DEB-Sportdirektor Franz Reindl forderten. Reindl, dem die schlechte Außendarstellung des Eishockey-Bundes im Fall Busch angelastet wird und der die Verantwortung für den Einsatz von Verteidiger Jason Holland übernommen hatte, will jedoch im Amt bleiben.

Bundestrainer Krupp reagierte auf die Proteste verärgert. "Das ist eine Unverschämtheit", sagte er nach der Partie gegen die USA. "Wenn uns die Fans nicht unterstützen wollen, sollen sie das nächste Flugzeug nach Hause nehmen. Es gehen jeden Tag drei, vier Flüge." Krupp hatte Reindl schon nach dem Spiel gegen Norwegen in Schutz genommen.

goe/sid/dpa

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