Eishockey-WM Deutschland verliert gegen Dänemark

Zweite Niederlage in Folge für das DEB-Team: Wie schon am Freitag verlor die Mannschaft von Trainer Uwe Krupp auch gegen Dänemark im Penaltyschießen. Damit droht Deutschland in der K.o.-Runde das Aufeinandertreffen mit einem der Top-Favoriten.  

Deutsches Team nach der Niederlage: Jetzt droht in der K.o.-Runde ein schwerer Gegner
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Deutsches Team nach der Niederlage: Jetzt droht in der K.o.-Runde ein schwerer Gegner


Hamburg - Deutschlands Eishockey-Nationalmannschaft hat bei der WM in der Slowakei zum zweiten Mal einen Sieg vergeben und eine gute Ausgangsposition für das Viertelfinale zunächst verpasst. Das Team von Bundestrainer Uwe Krupp verlor gegen Außenseiter Dänemark 3:4 (1:1, 1:1, 1:1) nach Penaltyschießen. In Bratislava trafen John Tripp (11. Minute), Alexander Barta (23.) und Kevin Lavallee (42.), aber Mikkel Bödker besiegelte im Shootout die fünfte deutsche Niederlage gegen Dänemark im 15. Duell.

In der Tabelle der Zwischenrundengruppe E hat das DEB-Team nun acht Punkte auf dem Konto. In der K.o.-Runde droht nun ein Duell mit Olympiasieger Kanada oder Schweden. Mads Bödker hatte die Dänen (9./22.) zweimal in Führung gebracht, Nichlas Hardt kurz vor Schluss die Verlängerung erzwungen (58.). Im Penaltyschießen scheiterten Marcel Müller und Kapitän Michael Wolf. Das letzte Zwischenrundenspiel steigt am Montag (20.15 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) gegen Tschechien.

Keine 24 Stunden nach der Penalty-Niederlage gegen Finnland erwischten die Deutschen erneut einen schlechten Start. Bei einem der ersten dänischen Angriffe schoss Bödker einen abgefälschten Pass mühelos ins Tor. In einem ereignisarmen ersten Drittel gelang Tripp aber schnell der Ausgleich. Der Kölner war von Krupp von der dritten in die zweite Angriffsreihe neben Marcel Müller und Christoph Ullmann versetzt worden - mit Erfolg: Von Müller kam der Pass, Tripp traf an Torhüter Frederik Andersen vorbei in den Winkel.

Zweites Drittel, zweiter Rückstand, zweiter schneller Ausgleich: Nach einem erfolgreichen Trick und dem zweiten Treffer von Bödker nutzte Barta ein Gestochere vor dem dänischen Tor zum 2:2. Bei den Deutschen machte sich bald die sehr kurze Pause nach der Beinahe-Überraschung gegen Finnland bemerkbar. Relativ viel Eiszeit bekam daher der am Freitag nicht nominierte Verteidiger Denis Reul, der sein erstes WM-Spiel bestritt.

Kölliker als Krupp-Nachfolger im Spiel

Sein WM-Premieren-Tor im insgesamt zwölften Länderspiel gelang im Schlussdrittel dem Verteidiger Lavallee, der den Puck aus dem Hinterhalt versenkte. Sichtlich erschöpft traten die Deutschen der dänischen Schlussoffensive entgegen und kassierten kurz vor Schluss das 3:3, als Hardt durch die Beine von Dennis Endras traf.

Vor dem Spiel gegen die Dänen war in Bratislava bekanntgeworden, dass Jakob Kölliker ein Kandidat für die Nachfolge von Bundestrainer Krupp ist. Der ehemalige Schweizer Rekordnationalspieler bestätigte einen "vagen Kontakt" zum DEB. Kölliker könnte nach dem Ausscheiden von Krupp im Sommer die Auswahl übernehmen und als Übergangslösung bis 2012 fungieren. Dann läuft der Vertrag von Wunschkandidat Ralph Krueger beim NHL-Club Edmonton Oilers aus.

Ein konkretes Angebot gebe es noch nicht, sagte Kölliker, räumte aber ein: "Eine Aufgabe auf diesem Niveau ist immer spannend." Der Kontakt habe auch nicht zu Verbandspräsident Uwe Harnos bestanden, der die Trainersuche zuletzt zur Chefsache erklärt hatte. "Ich habe schon länger nichts mehr gehört", sagte Kölliker, früher Assistent von Krueger bei der Schweizer Nationalmannschaft, und ergänzte: "Ich bin selber gespannt, was passiert."

Am Abend verdrängte Finnland mit einem Sieg gegen die Slowakei die deutsche Eishockey-Auswahl vom zweiten Platz der Gruppe E. Das Team gewann 2:1 (0:1, 0:0, 2:0) gegen die Gastgeber, die damit keine Chance mehr auf das Erreichen des Viertelfinals haben. Kanada ist in der Gruppe F auf dem Weg zum Gruppensieg durch ein 3:2 (1:0, 1:0, 1:2) über Norwegen. Ein großer Schritt in Richtung Viertelfinale gelang auch den USA durch das 3:2 (1:1, 2:0, 0:1) über Frankreich. Die Franzosen können die K.o.-Runde nach der Niederlage nicht mehr erreichen.

Dänemark - Deutschland 4:3 (1:1, 1:1, 1:1, 0:0, 1:0) n.P.
1:0 Mads Bodker (08:09)
1:1 Tripp (10:15)
2:1 Mikkel Bodker (21:29)
2:2 Barta (22:05)
2:3 Lavallee (41:32)
3:3 Hardt (57:33)
4:3 Mikkel Bödker (Penalty)

Dänemark: Andersen - Nielsen, Lassen; Kasper Jensen, Kasper Jensen B; Mads Bödker, Hersby; Eskesen - Green, Starkov, Hardt; Degn, Dresler, Madsen; Jakobsen, Christensen, Mikkel Bödker; Staal, Poulsen, Jesper Jensen; Storm
Deutschland: Endras - Krueger, Dietrich; Holzer, Braun; Lavallee, Hördler; Reul - Wolf, Hospelt, Rankel; Müller, Ullmann, Tripp; Gogulla, Schütz, Mauer; Kink, Barta, Patrick Reimer; Kreutzer
Schiedsrichter: Baluska (Slowakei), Burchell (Kanada)
Zuschauer: 9299
Strafminuten: Dänemark 12 - Deutschland 8

luk/dpa/sid

insgesamt 2 Beiträge
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Seite 1
weaushl 08.05.2011
1. tja,....
was soll man sich da denken? eine niederlage nach der anderen......wer spielte denn da in den ersten drei spielen?????ich versteh sowas nich..tut mir leid...aber das ist doch nur peinlich und abtötend...
jan-muero 09.05.2011
2. Peinlich
Zitat von weaushlwas soll man sich da denken? eine niederlage nach der anderen......wer spielte denn da in den ersten drei spielen?????ich versteh sowas nich..tut mir leid...aber das ist doch nur peinlich und abtötend...
Was ist denn daran peinlich, dass man gegen ein dem erweiterten Favoritenkreis zugehöriges Finnland unglücklich verliert (allerdings noch mit Punktgewinn) und anschließend gegen um die letzte Chance aufs Viertelfinale kämpfende Dänen auch nur einen Punkt holen kann? Und was tötet das bei Ihnen ab? Über das irreguläre Tor der Dänen will ich ja gar nicht lange rumlamentieren, man hätte das Spiel auch so gewinnen können. Das Dänemarkspiel war sicherlich das schwächste von den 5 bisher gezeigten Spielen. Ja und? Passiert bei so einem Turnier. Dann hier so ein blödsinniges Geschreibe von wegen "peinlich" lesen zu müssen zeugt für mich von mangelndem Sachverstand.
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