Überraschender Finalsieg gegen Kanada Finnland gewinnt die Eishockey-WM

Erst Russland, jetzt Kanada: Finnlands Finaleinzug bei der WM in der Slowakei war schon wundersam genug - nun gewannen die Finnen sogar das Endspiel.

Finnlands Kapitän Marko Anttila (Mitte) feiert sein zweites Finaltor gegen Kanada
Joe Klamar / AFP

Finnlands Kapitän Marko Anttila (Mitte) feiert sein zweites Finaltor gegen Kanada


Finnland hat zum dritten Mal die Eishockey-Weltmeisterschaft gewonnen. Im Finale gegen den Topfavoriten Kanada drehten die Finnen dank zweier Treffer von Kapitän Marko Anttila (23. und 38. Minute) einen Rückstand in ein 3:1 (0:1, 1:1).

Der Sieg der Finnen ist eine Überraschung, denn sie hatten zum Turnierstart nicht zu den engeren Favoriten gehört. Als stärkste Kandidaten hatten Russland, Kanada und der zweifache Titelverteidiger Schweden gegolten. Alle drei aber schieden in der K.-o.-Phase gegen Finnland aus. Die Finnen hatten zuletzt vor acht Jahren die Weltmeisterschaft gewonnen, ihren ersten Titel holten sie 1995 gegen den damaligen Gastgeber Schweden.

Das erste Drittel war sehr umkämpft: Fünf Zeitstrafen gab es in den ersten 20 Minuten, außerdem einen Penalty für Finnland. Der Kanadier Thomas Chabot hatte seinen Gegenspieler in der 6. Minute mit seinem Schläger zu Fall gebracht. Oliwer Kaski vergab aber die Chance auf den Führungstreffer - anders als Shea Theodore kurze Zeit später: Vor dem Tor behielt der Verteidiger die Ruhe und erzielte das 1:0 für Kanada (11. Minute).

Shea Theodore bei seinem Tor zum 1:0 für Kanada
CHRISTIAN BRUNA/EPA-EFE/REX

Shea Theodore bei seinem Tor zum 1:0 für Kanada

Finnland brauchte nach Wiederanpfiff nicht lange für den Ausgleich. Anttila, der bereits beim überraschenden Halbfinalsieg gegen Russland das Siegtor erzielt hatte, kam auf halbrechter Position zum Abschluss und schoss den Puck durch die Beine des kanadischen Goalies (23.). Die Vorarbeit kam von Sakari Manninen und Niko Ojamäki.

Der Treffer kam inmitten einer starken Druckphase der Finnen. Beinahe jeder Angriff endete mit einem Schuss auf das Tor der Kanadier, die Glück hatten, nicht in Rückstand zu geraten, als Anttila frei vorm Tor stehend am Pfosten scheiterte (28.). Kurz vor der Drittelpause hatte wiederum Finnland Pech, denn Pierre-Luc Dubois traf ebenfalls das Aluminium (38.).

Anttila war es auch, der Finnland schließlich in Führung brachte. Wieder hatte das Drittel gerade erst begonnen, als Veli-Matti Savinainen von hinter dem Tor für seinen Kapitän ablegte, der die Scheibe mit Wucht unter die Latte schoss (43.). Für die Vorentscheidung sorgte Harri Pesonen (56.) kurz vor Spielende, nach Vorarbeit von Juhani Tyrväinen. Die Kanadier warfen in den Schlussminuten alles nach vorne, zum Anschlusstreffer reichte es aber nicht mehr.

Alle wichtigen Infos zur Eishockey-WM 2019 in der Slowakei finden Sie hier.

mrk



insgesamt 7 Beiträge
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Crom 26.05.2019
1.
Glückwunsch in den Norden, muss ich als Kanadafan neidlos zugestehen. Naja, zumindest ein Team gab es, welches Finnland in 60 Minuten schlagen konnte, Deutschland. Zeigt wieder einmal, dass es in den Top 9 immer enger wird. Achja, Finnland hat wohl gänzlich auf NHL-Stars verzichtet. Scheint also auch ohne zu gehen.
jesse01 26.05.2019
2. wuerdiger Abschluss
ein tolles, rasantes finale, mit einem würdigen Sieger ! wer Schweden, Russland und Kanada ausschaltet , hat es verdient. Bye the way haben wir diese Finnen 4:2 geschlagen. ja ja, so ist es..goldig fand ich die weinenden finnischen Fans . hatte ja keiner dieses Team auch in Finnland selbst auf der Rechnung. aber mit hungrigen rookies kann man alles Erreichen.
andromeda793624 26.05.2019
3. Glückwunsch zum 3. WM-Titel!
Eine fantastische Leistung der Finnen. Was die doch sehr starke Mannschaft 2016 nicht vermochte,hat jetzt diese eher unbekannte Mannschaft geschafft. Die Finnen entwickeln sich langsam zum Angstgegner der Kanadier auf allen Ebenen. Bei der diesjährigen U20 WM und Damen WM 19 nun 2x Kanada geschlagen(Natürlich der Finalsieg am wichtigsten). Es gäbe noch so viel was ich zu diesem finnischen Team sagen könnte. Das eh schon arg dezimierte Team,musste während des Turniers mit Luostarinen einen wichtigen Center verzichten.Somit hatte Team Suomi im ganzen Turnier über ein "Center-Problem". Sakari Manninen oder Artu Ilomäki sind Flügelstürmer. Der eigentliche Nr.1 Torwart für dieses Turnier Veini Vehviläinen,war plötzlich außer Form,weil er im entscheidenden Gegentreffer nach OT LIIGA-Finalspiel seines Klubs Kärpät vs Hämeenlinna verschuldete. Dies bekam er einfach nicht mehr aus dem Kopf und hielt gegen die USA miserabel. Somit entschied sich der Coach Jukka Jalonen für Kevin Lankinen als Nr.1. Was dann kam,wird in die Geschichtsbücher eingehen.
rolf.scheid.bonn 27.05.2019
4. Glückwunsch...
... Finnland. Gut gespielt, verdienter Weltmeister. Wollen wir nicht vergessen, dass die deutsche Mannschaft die Finnen und damit den neuen Weltmeister geschlagen hat. Wann gab es das schon mal für das deutsche Eishockey?!
ein-berliner 27.05.2019
5. Das macht eben den Unterschied
Da hat wohl Deutschland die Finnen wach gemacht und diese Mannschaft stark motiviert. Wenn nicht immer der unnötige Respekt der Eishockyspieler Deutschlands vor den vermeintlich Großen wäre...
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