Eishockey-WM Tschechien deklassiert das deutsche Team

Klatsche durch den Weltmeister: Tschechien erwies sich als zu stark für Deutschland und gewann mit drei Toren Vorsprung. Es war die dritte Niederlage in der Zwischenrunde. Im Viertelfinale wartet nun Schweden auf das Team von Uwe Krupp.

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Hamburg - Mitte des zweiten Drittels hatten auch die tschechischen Zuschauer die Auseinandersetzung für sich entschieden. Sie ließen ihren berühmten Anfeuerungsruf "Do toho" durch die Halle von Bratislava kreisen - die deutschen Anhänger waren dagegen ganz still. Es war die Phase, in der die Tschechen auf dem Eis das Spiel gegen die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft für sich entschieden. Am Ende stand es in der WM-Partie 5:2 (2:1, 3:0, 0:1) für den Weltmeister gegen das deutsche Team - das damit alle Spiele der Zwischenrunde verloren hat.

Eine deutliche Niederlage - und dennoch eine Pleite, die zumindest in dieser Höhe unnötig war. Das deutsche Team hielt lange Zeit gut mit, hatte am Ende 47 Torschüsse zu verzeichnen, aber der Gegner war schlicht cleverer und erfahrener.

"Die Tschechen waren in der Chancenauswertung klar besser", sagte denn auch Bundestrainer Uwe Krupp nach der Partie: "Das hat den Unterschied zwischen beiden Mannschaften heute ausgemacht." Jetzt geht es für die Mannschaft im Viertelfinale gegen Schweden - Gelegenheit zur Revanche. An den Schweden war die DEB-Auswahl im Vorjahr im Spiel um Platz drei gescheitert.

Erstes Gegentor schon nach 51 Sekunden

Es dauerte nur 51 Sekunden, da zappelte der Puck zum ersten Mal im Netz von Torwart Denis Endras. Vier weitere Gegentreffer folgten, drei davon im zweiten Drittel. Die Treffer für die Auswahl des Deutschen Eishockey Bundes (DEB) erzielten John Tripp nur 58 Sekunden nach dem Führungstreffer von Tomas Plekanec und Thomas Greilinger in der 59. Minute. Die weiteren Tore für den Titelverteidiger und Topfavoriten machten Michael Frolik (11. Minute), Karel Rachunek (23.), erneut Plekanec (36.) und Patrik Elias (37.).

Gegen technisch exzellente und hervorragend eingespielte Tschechen tat sich die DEB-Auswahl aber enorm schwer. Krupp hatte seine Reihen nach den ersten fünf Turnierspielen etwas umgestellt und erstmals bei dem Turnier in der Slowakei vier komplette Sturm- und Abwehrreihen aufgeboten. Im Angriff war unter anderem Tripp für Daniel Kreutzer, der sein 200. Länderspiel bestritt, von der dritten in die vierte Reihe beordert worden. Tripp war im insgesamt 116. Vergleich gegen die Tschechen noch der gefährlichste deutsche Stürmer.

Im Tor stand zum vierten Mal nacheinander Dennis Endras. Aber wie viele seiner Vorderleute offenbarte auch der sonst so souveräne Schlussmann Schwächen. Rachuneks Schuss im zweiten Abschnitt ließ der Augsburger in die kurze Ecke passieren.

Angetrieben vom 39-jährigen Jaromir Jagr, der fast an jeder gefährlichen Aktion beteiligt war, dominierte der Titelverteidiger die Deutschen nach Belieben. Nach einer Verschnaufpause schlugen die Tschechen im zweiten Abschnitt wieder blitzschnell und gleich doppelt zu. Damit war die Partie entschieden.

Die Tschechen ziehen damit ungeschlagen ins Viertelfinale ein und treffen dort auf die USA. Deutschland bekommt es am Mittwoch mit den Schweden zu tun (20.15 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE). In den anderen Viertelfinalbegegnungen trifft Russland auf Kanada, das Überraschungsteam aus Norwegen spielt gegen Finnland.

Nach einer tollen Vorrunde mit drei Siegen über Rekord-Weltmeister Russland (2:0), Gastgeber Slowakei (4:3) und Slowenien (3:2 n.P.), konnten die Deutschen in der Zwischenrunde nicht mehr so überzeugen. Gegen Finnland (4:5 n.P.) und Dänemark (3:4 n.P.) unterlag das Team von Trainer Uwe Krupp jeweils im Penaltyschießen.

Deutschland - Tschechien 2:5 (1:2, 0:3, 1:0)
0:1 Plekanec (00:51)
1:1 Tripp (01:27)
1:2 Frolik (10:38)
1:3 Rachunek (22:47)
1:4 Plekanec (35: 34)
1:5 Elias (36:58)
2:5 Greilinger (58:26)
Deutschland: Endras - Krueger, Dietrich; Holzer, Braun; Lavallee, Hördler; Reul, Goc - Wolf, Hospelt, Rankel; Müller, Reimer, Ullmann; Kreutzer, Barta, Greilinger; Tripp, Schütz, Gogulla
Tschechien: Stepanek - Michalek, Rachunek; Zidlichky, Skoula; Krajicek, Caslava; Nemec - Cervenka, Jagr, Plekanek; Havlat, Elias, Prucha; Marek, Rolinek, Voracek; Hubacek, Novotny, Frolik
Schiedsrichter: Baluska (Slowakei), Persson (Schweden)
Zuschauer: 9305
Strafminuten: Deutschland 10 - Tschechien 8

max/aha/dpa

insgesamt 17 Beiträge
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Seite 1
Frankenstephan 09.05.2011
1. Debakel??
2:5 ein Debakel? Was für ne "Bild" Überschrift!!!
Carwin 09.05.2011
2. Deklassierung?
Meine Herren, ein 5:2 ist im Eishockey weder eine Deklassierung, noch ein Debakel, sondern ein völlig normales Ergebnis, insbesondere für einen Underdog gegen den amtierenden Weltmeister. Wir sind nicht beim Fußball, beim Eishockey sind 5-7 Tore pro Spiel absolut nichts ungewöhnliches, das Spiel ist einfach viel schneller. Ein Rückstand von drei Toren lässt sich sogar häufig drehen. Wenn Sie ein Debakel sehen wollen, schauen Sie sich das 1:9 der Franzosen gegen die Kanadier an. DAS ist eine Deklassierung. Also bitte, lassen Sie in zukünftigen Artikeln über den Sport bitte die sprichwörtliche Kirche im Dorf.
Forenleser 09.05.2011
3. sonst würds doch keiner lesen
Zitat von CarwinMeine Herren, ein 5:2 ist im Eishockey weder eine Deklassierung, noch ein Debakel, sondern ein völlig normales Ergebnis, insbesondere für einen Underdog gegen den amtierenden Weltmeister. Wir sind nicht beim Fußball, beim Eishockey sind 5-7 Tore pro Spiel absolut nichts ungewöhnliches, das Spiel ist einfach viel schneller. Ein Rückstand von drei Toren lässt sich sogar häufig drehen. Wenn Sie ein Debakel sehen wollen, schauen Sie sich das 1:9 der Franzosen gegen die Kanadier an. DAS ist eine Deklassierung. Also bitte, lassen Sie in zukünftigen Artikeln über den Sport bitte die sprichwörtliche Kirche im Dorf.
der spiegel ist eben auhcnur ein mitlaufendes medieum, was eine "hard headline" braucht. sonst würds keiner lesen und vor allem keiner die zeitung kaufen. mich würd nur gerne interessieren, ob im verlag auch so zensiert wird wie hier im forum. sind ja zeiten wie in den 30er & 40er und zu zeiten der ddr
EineStimme, 09.05.2011
4. Das Debakel ist der Artikel!
Zitat von sysopDebakel gegen den Weltmeister: Tschechien erwies sich als zu stark für Deutschland und gewann mit vier Toren Vorsprung. Es war die dritte Niederlage in der Zwischenrunde. Im Viertelfinale warten nun Schweden oder Kanada*auf das Team von Uwe Krupp. http://www.spiegel.de/sport/wintersport/0,1518,761583,00.html
Also der Reporter kann ja wohl nicht rechnen. Wie istd as Spiel dne nun ausgegangen? Also 5 : 2 steht da, dann sind es aber keine 4 Tore unetrschied, sondern 3. Dann schreibt er, dass in einem Drittel 4 mal der Puck im Netz von endras zappelte, aber die Drittel sollen nach seinen eigenen Angaben 2:1 3:0 und 0:1 ausgegangen sein. Wo sind die 4 tschechischen Tore in einem Drittel. Der Reporter war wohl etwas verwirrt und das nicht nur bei seiner Überschrift. es war eine deutliche Niederlage und in der Höhe etwas zu hoch.
lhr 10.05.2011
5. .
Vorneweg: Ich hab null Ahnung von Eiskockey. Ich les immer nur, dass Deutschland verliert und verliert und verliert ... und zack aufeinmal ist man doch im Viertelfinale. Wie wird den hier gezählt?
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