Sexuelle Gewalt Weitere US-Eiskunstläuferin erhebt Vorwürfe gegen Teamkollegen

In den USA hat eine weitere Eiskunstläuferin von sexueller Gewalt durch einen Kollegen berichtet: Ashley Wagner, 2016 Vizeweltmeisterin, erhebt schwere Vorwürfe gegen den mittlerweile verstorbenen John Coughlin.

Ashley Wagner beschuldigt den inzwischen verstorbenen John Coughlin des sexuellen Missbrauchs
Tony Avelar/AP

Ashley Wagner beschuldigt den inzwischen verstorbenen John Coughlin des sexuellen Missbrauchs


Als zweite US-Eiskunstläuferin hat Ashley Wagner den früheren Weltklasse-Athleten John Coughlin öffentlich des sexuellen Missbrauchs beschuldigt.

Die Vizeweltmeisterin von 2016 und Bronzemedaillengewinnerin der Olympischen Spielen 2014 äußerte die Vorwürfe gegen Coughlin, der im Januar 2019 Suizid begangen hatte, gegenüber der Zeitung "USA Today".

Demnach hätte der Vorfall im Jahr 2008 stattgefunden. Sie, damals 17 Jahre alt, sei nach einer Party des US-Teams von dem damals 22-jährigen Coughlin missbraucht worden. "Ich war vor Angst gelähmt", sagte Wagner.

Sie habe das Erlebte bis zum Beginn der #MeToo-Bewegung nicht wirklich verarbeiten können. "Andere Frauen mit ihren Geschichten zu hören hat mich dazu gebracht, über diese Erfahrung auf eine ganz andere Weise nachzudenken", sagte sie. "Ich hatte mich immer verletzt gefühlt, aber etwas in dieser Bewegung zeigte mir, dass ich tatsächlich verletzt wurde."

Weitere Vorwürfe gegen Coughlin

Bereits im vergangenen Mai hatte Bridget Namiotka, die von 2005 bis 2007 mit Coughlin im Paarlauf gestartet war, ähnliche Anschuldigungen vorgebracht. Coughlin habe sie über einen Zeitraum von zwei Jahren sexuell missbraucht. "Er hat mindestens zehn Menschen verletzt, mich eingeschlossen", hatte Namiotka bei Facebook geschrieben.

Im Januar war Coughlin vom US-Verband ohne konkrete Gründe suspendiert worden. Einen Tag nach der Suspendierung war der 33-Jährige tot aufgefunden worden. Kurz zuvor hatte er die Vorwürfe als unbegründet abgetan. Offiziell wurde nur bekannt, dass die Organisation "SafeSport", gegründet nach dem Missbrauchsskandal um den US-Turnarzt Larry Nassar, gegen ihn ermittelte.

Trotz der Vorwürfe von Namiotka hatte "SafeSport" im Mai bekanntgegeben, die Untersuchungen gegen Coughlin nicht fortzuführen. Man könne eine Untersuchung nicht vorantreiben, wenn der Genannte keine potenzielle Bedrohung mehr darstelle, erklärte die Organisation in einem Statement.

hba/sid

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