Eiskunstlauf-WM Fernandez ist der neue Eis-König

Der weltbeste Eiskunstläufer kommt aus Spanien: Nach drei EM-Titeln hat Javier Fernandez auch die Weltmeisterschaft gewonnen. Bei den Frauen triumphierte die Russin Elisaweta Tuktamyschewa.

Triumph auf dem Eis: Javier Fernandez ist Eiskunstlauf-Champion
AFP

Triumph auf dem Eis: Javier Fernandez ist Eiskunstlauf-Champion


Hamburg - Javier Fernandez ist als erster Spanier Weltmeister im Eiskunstlaufen geworden. Der dreimalige Europameister ließ der Konkurrenz vor 17.000 Zuschauern im ausverkauften Shanghai Oriental Sports Center mit einer fehlerfreien Kür zum "Barbier von Sevilla" und 273,90 Punkten keine Chance. Silber ging an den japanischen Olympiasieger Yuzuru Hanyu (271,08 Punkte), Bronze an Denis Ten (267,72) aus Kasachstan. Der Berliner Peter Liebers war vor dem Finale ausgeschieden.

Zuvor hatte die Russin Elisaweta Tuktamyschewa Gold in der Frauenkür gewonnen, Nicole Schott aus Essen kam bei ihrem WM-Debüt auf Platz 23.

"Ich kann gar nicht glauben, was hier passiert ist, es ist ein Traum", sagte Fernandez. Als er aufs Eis musste, war die Fläche noch voller Blumen, Teddybären und Schokoladenpackungen. Denn das asiatische Publikum hatte Hanyu zuvor trotz zwei grober Fehler bei den Vierfachsprüngen gefeiert. Dadurch war die Tür für den Spanier offen. Mit je einem vierfach-gedrehten Toeloop und Salchow überholte er den Favoriten und Trainingskameraden, obwohl er beim ersten Vierfach-Salchow stürzte.

Großer Gewinner war Trainer Brian Orser, der nach dem Olympiasieg mit der Südkoreanerin Kim Yu-Na erst mit Hanyu in Sotschi triumphierte und nun mit dem Eiskünstler aus Madrid feierte. Die gemeinsame Trainingsgruppe des kanadischen Ex-Weltmeisters in Toronto ist leistungsfördernd.

Nach dem EM-Titel stand auch die 18-jährige Tuktamyschewa wieder ganz oben auf dem Podium. Und das mehr als verdient: Die St. Petersburgerin gewann mit 210,36 Punkten vor der Japanerin Satoko Miyahara (193,60) und ihrer Teamkameradin Jelena Radionowa (191,47). Nach den verpassten Winterspielen in Sotschi ist die Schülerin des Pluschenko-Coaches Alexej Mischin besser als je zuvor. "Das letzte Jahr war hart für mich, aber mein Trainer hat an mich geglaubt", sagte die Top-Springerin. In der orientalischen Kür verzichtete Tuktamyschewa allerdings auf den dreifachen Axel, den sie im Kurzprogramm zeigte.

Auf diesem Niveau konnte Schott nicht mithalten. In ihrer Romeo-und-Julia-Kür konnte die Schülerin als erste Starterin die Nervosität nicht ablegen. Nach einem Sturz beim dreifachen Toeloop erhielt sie 127,56 Punkte. "Ich war immerhin im Finale, das war vorher mein Ziel", sagte die 18-Jährige.

aha/dpa



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