Eiskunstlauf Sawtschenko und Szolkowy erneut Weltmeister

Aljona Sawtschenko und Robin Szolkowy haben es geschafft: Das Paar aus Chemnitz verteidigte in Los Angeles seinen Titel als Eiskunstlauf-Weltmeister. Einem deutschen Duo war das zuletzt vor 45 Jahren gelungen - den legendären Marika Kilius und Hans-Jürgen Bäumler.


Los Angeles - Dreimal waren sie schon Europameister, jetzt holten sie sich ihren zweiten WM-Titel: Das Chemnitzer Eislaufpaar Aljona Sawtschenko und Robin Szolkowy setzte sich bei den Titelkämpfen in Los Angeles durch.

Mit ihrer Kür zur Filmmusik von "Schindlers Liste" siegten sie vor 12.000 Zuschauern im Staples Center mit 203,48 Punkten deutlich vor den Chinesen Zhang Dan/Zhang Hao (186,52) und Yuko Kawaguti/Alexander Smirnow(186,39) aus Russland.

Das deutsche Duo war so überlegen, dass es sich trotz eines Ausrutschers von Szolkowy zwischen den Sprüngen durchsetzte. "Ich weiß nicht, was geschehen ist", rätselte der 29-Jährige, "vielleicht wollte ich den Titel so sehr, dass ich zu motiviert war." Ohne den Patzer hätten die 25 Jahre alte Sawtschenko, die aus der Ukraine stammt, und Szolkowy vielleicht sogar den Weltrekord der Chinesen Xue Shen/Hongbo Zhao (206,54 Punkte) überboten.

Sawtschenko und Szolkowy bekamen für den Titel ein Preisgeld von 67.000 Dollar (55.111 Euro). Erstmals nach 45 Jahren konnte damit ein Eislaufpaar aus Deutschland seinen WM-Titel erfolgreich verteidigen. Zuletzt hatten Marika Kilius und Hans-Jürgen Bäumler 1963/1964 zweimal in Folge Gold bei einer Weltmeisterschaft gewonnen.

Die deutschen Vizemeister Maylin Hausch und Daniel Wende beendeten die WM in Kalifornien mit 125,96 Punkten auf Platz 15. Damit verfügt Deutschland bei den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver über zwei Startplätze.

Zuvor war der Franzose Brian Joubert dem WM-Titel im Männer-Wettbewerb näher genommen. Der Sieger von 2007 setzte sich in der Kurzkür vor den US- Amerikanern Evan Lysacek und Patrick Chan aus Kanada. Wie im Vorjahr verpasste der deutsche Meister Peter Liebers das Kürfinale der besten 24 Läufer sehr knapp.

Der 20 Jahre alte Berliner beendete die Titelkämpfe auf Rang 25 und versäumte es, einen deutschen Startplatz für die Winterspiele in elf Monaten zu sichern. Bei der Nebelhorn-Trophy im September in Oberstdorf werden die letzten Plätze vergeben.

als/ach/dpa



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