Eiskunstlauf Siebter EM-Titel für Russin Slutskaja

Irina Slutskaja ist die europäische Eislaufkönigin. In Lyon begeisterte die Russin Kampfrichter und Publikum und übertraf den alten Rekord von Katarina Witt. Die deutsche Läuferin Annette Dytrt verpasste in Lyon die Olympia-Qualifikation.


Lyon - Die Silbermedaille ging an die Russin Jelena Sokolowa, Bronze gewann Carolina Kostner aus Italien. Weniger Freude gab es im deutschen Team. Die deutsche Meisterin Annette Dytrt aus München verpasste als Zehnte den anvisierten achten Platz, der mit der Olympia-Qualifikation verbunden gewesen wäre. Ihr zehnter Rang sicherte der deutschen Eislauf-Union (DEU) immerhin einen zweiten Startplatz für die Europameisterschaft 2007 in Warschau.

Europameisterin Slutskaja: Feurige Flamenco-Kür im roten Kleid
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Europameisterin Slutskaja: Feurige Flamenco-Kür im roten Kleid

Slutskaja begeisterte das Publikum mit einer Mischung aus Rumba und Flamenco und wurde am Ende mit stehenden Ovationen gefeiert. Eine verpatzte Kombination machte sie mit einem tollen Schluss-Spurt wieder wett und lief zu EM-Titel Nummer sieben. Das ist einer mehr als Katarina Witt geschafft hat, die von 1983 bis 1988 die europäische Szene beherrschte.

Die deutsche Meisterin Dytrt begann ihre Kür zur Filmmusik "Spartacus" mit einem dreifachen Lutz noch stark. Dann verpatzte sie aber den Salchow und stürzte beim Doppel-Axel am Ende ihres Auftritts. "Die schwierigen Sprünge klappten, die leichten nicht", sagte Dytrt und brach in Tränen aus.

Die gebürtige Tschechin war erst vor zwei Wochen nach Erfurt gezogen, um bei Ilona Schindler zu trainieren, die auch den erfolgreichen deutschen Eisläufer Stefan Lindemann betreut. "Der Wechsel kam viel zu spät", sagte Dytrt. Die Trainerin hatte ebenfalls kritische Anmerkungen: "Annette hat noch nicht gelernt, ihr Programm während des Laufens umzustellen, das hat einige Punkte gekostet."

Auf dem Weg zur Olympiaqualifikation strauchelten auch die Eistanz-Geschwister Christina und William Beier. Nach einem Stolperer von William Beier im Originaltanz behaupteten die beiden Dortmunder zwar mit 74,03 Zählern ihren zwölften Platz nach dem Pflichttanz, der Punktrückstand auf Rang elf, den die deutschen Meister für ihre Qualifikation benötigen, ist jedoch größer geworden. Um doch noch die Turin-Norm zu schaffen, müssen die Schützlinge von Trainer Martin Skotnicky bei der Kür-Entscheidung am Freitag auf einen eigenen fehlerfreien Vortrag und Probleme bei der Konkurrenz hoffen.



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