Eisschnelllauf-EM Anni Friesinger rast Richtung Titel

Nach drei Siegen hat Anni Friesinger die Goldmedaille bei der Mehrkampf-EM in Heerenveen so gut wie um den Hals hängen. Vor den abschließenden 5000 Metern ist sogar ein Dreifach-Erfolg der in dieser Saison bislang so enttäuschenden deutschen Eisschnellläuferinnen drin.


Anni Friesinger: "Die Niederländer lieben mich"
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Anni Friesinger: "Die Niederländer lieben mich"

Heerenveen - Friesinger präsentierte sich vor 12.000 Fans in der ausverkauften Thialf-Halle in Bestform, die auch für die bevorstehenden Weltmeisterschaften in Moskau (Mehrkampf) und Inzell (Einzelstrecken) viel verspricht. "Es gibt für mich keine halben Sachen", kündigte die Inzellerin an, nach Siegen über 500, 1500 und 3000 Meter auch auf der letzten Strecke morgen noch einmal Vollgas zu geben.

Über 1500 Meter war sie heute in 1:57,39 Minuten so schnell wie noch nie eine Läuferin bei einer EM, über 3000 Meter fügte sie in 4:08,84 nahtlos eine weitere Glanzleistung an. "Bisher lief es wunderbar. Jetzt noch ein schöner, flacher Lauf über 5000 Meter, dann war das eine tolle EM. Das Publikum war fantastisch, die Niederländer lieben mich", sagte Friesinger. Die niederländischen Fans wurden von Renate Groenewold enttäuscht. Die Weltmeisterin präsentierte sich völlig außer Form. Ihre WM-Teilnahme in Moskau scheint nun fraglich.

Die positive EM-Überraschung ist bislang die Thüringerin Daniela Anschütz. Die 30-Jährige wurde über 500 (39,70) und 1500 Meter (1:58,42) jeweils Zweite und kam über 3000 Meter auf den siebten Platz. Damit rangiert die Erfurterin, die als beste EM-Platzierung bislang den vierten Platz von 2003 zu Buche stehen hat, im Gesamt-Klassement weiter auf Platz zwei, hat aber vor den 5000 Meter bereits 10,21 Sekunden Rückstand auf Friesinger.

Auf Platz vier schob sich Claudia Pechstein trotz eines nicht überzeugenden 3000-Meter-Rennens. Die Berlinerin wurde in 4:09,83 Minuten nur Sechste, nachdem sie zuvor über 500 und 1500 Meter jeweils Fünfte war. Damit ist der dritte Dreifachsieg deutscher Damen nach 1989 und 1990 aber immer noch möglich. "Die beiden da vorn sind stark genug, um die Sache durchzuziehen. Der Platz auf dem Podium ist für Claudia nach wie vor drin", so Pechstein-Trainer Joachim Franke.



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