Eisschnelllauf-Star Schadensersatzklage von Pechstein abgewiesen

Nächster Rückschlag für Claudia Pechstein: Nach der sportlichen Enttäuschung von Sotschi hat der Eisschnelllaufstar auch vor Gericht kein Glück. Das Münchner Landgericht hat die Klage der 42-Jährigen auf Schadensersatz abgewiesen - und gleichzeitig die Athletenvereinbarung in Frage gestellt.

Eischnellläuferin Pechstein: Vor dem Münchner Landgericht abgewiesen
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Eischnellläuferin Pechstein: Vor dem Münchner Landgericht abgewiesen


Hamburg - Claudia Pechstein ist mit ihrer Schadensersatzklage gegen den Eislauf-Weltverband Isu und die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft DESG gescheitert. Das Landgericht München I wies beim Verkündungstermin die Klage der Berliner Eisschnelllauf-Olympiasiegerin zurück. Die Kammer erkannte das Urteil des Sportgerichtshofs Cas an. Pechstein muss die Verfahrenskosten tragen. Sie hatte eine Entschädigung von 3,5 Millionen Euro gefordert.

Pechstein war 2009 bis 2011 wegen auffälliger Blutwerte vom Weltverband gesperrt worden. Die 42-Jährige bestreitet Doping und macht eine vererbte Anomalie für ihre Blutwerte verantwortlich. Bei den Olympischen Winterspielen von Sotschi war sie gestartet, war aber ohne Medaille geblieben. Es war ihre sechste Olympia-Teilnahme.

Einen Teilerfolg hat die Athletin vor Gericht immerhin errungen: Die Kammer erklärte die geschlossenen Athletenvereinbarungen Pechsteins mit den Verbänden für unwirksam. Dies könnte weitreichende Folgen haben: Damit stellt die Kammer des Landgerichts das gesamte System der Sportgerichtsbarkeit infrage.

Die Vereinbarungen wurden seitens der Klägerin nicht freiwillig getroffen, schrieb das Gericht in einer Pressemitteilung. Zum Zeitpunkt des Abschlusses der Schiedsvereinbarungen habe ein strukturelles Ungleichgewicht zwischen der Klägerin und den Beklagten bestanden. "Die Klägerin hatte bei der Unterzeichnung der Schiedsvereinbarungen keine Wahl", hieß es in dem Urteil. Ohne die Unterzeichnung wäre Pechstein "nicht zu Wettkämpfen zugelassen worden und dadurch in ihrer Berufsausübung behindert gewesen".

aha/dpa



insgesamt 26 Beiträge
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hermes69 26.02.2014
1. Gut so!
Das entbehrte ja auch jeglicher Grundlage. Unfassbar was diese Dame alles versucht statt einfach mal ehrlich zu sein.
EvaBaum 26.02.2014
2. unmöglich
Erst betrügen, sich dann mit Haarspaltereien herauswinden, und dann noch Schadenersatz fordern, sowas ist einfach nur noch unmöglich!
Das Auge 26.02.2014
3. Klare CAS-Regel
bei den Sportlern, die den Grenzwert eingehalten haben war Frau Pechstein nicht dabei. Für die Kategorie "Über dem Grenzwert" war sie die einzige Teilnehmerin. Da lohnt sich kein Wettkampf.
avers 26.02.2014
4. Sachverstand und Fairness
kommen im Forum offensichtlich immer weniger vor. Leistungen wie die von Pechstein waeren, erbracht durch bayrische oder dahin uebergesiedelte Sportler als grandios bezeichnet worden. Aber spaetestens seit Blome kann man ja keine Objektivitaet von Spiegel und SPON mehr erwarten. Ich hoffe fuer Pechstein, dass es eine Revisionschance gibt, denn was soll schon vor einem Bayrischen Landesgericht anderes herauskommen.
gegenpressing 26.02.2014
5.
Zitat von sysopDPANächster Rückschlag für Claudia Pechstein: Nach der sportlichen Enttäuschung von Sotschi hat der Eisschnelllaufstar auch vor Gericht kein Glück. Das Münchner Landgericht hat die Klage der 42-Jährigen auf Schadensersatz in Millionenhöhe abgewiesen. http://www.spiegel.de/sport/wintersport/eisschnelllauf-klage-von-pechstein-wegen-schadensersatz-abgewiesen-a-955713.html
Wie kann das sein? Ich dachte der Prozess vorm CAS war so eindeutig rechtswidrig und mit deutschem Recht überhaupt nicht vereinbar... da hätte die Kiste hier doch eigentlich ein Spaziergang werden müssen.
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