Eisschnelllauf Kramer trennt sich von Trainer Kemkers

Der niederländische Eisschnellläufer Sven Kramer wird die kommende Saison ohne seinen Trainer Gerard Kemkers bestreiten. Kemkers hatte ihn bei den Olympischen Winterspielen auf die falsche Bahn gelotst, was Kramer die Goldmedaille gekostet hatte - die Trennung soll jedoch andere Gründe haben.
Eisschnellläufer Kramer: Ohne seinen langjährigen Trainer Gerard Kemkers

Eisschnellläufer Kramer: Ohne seinen langjährigen Trainer Gerard Kemkers

Foto: Matt Dunham/ AP

Hamburg - Eisschnelllauf-Olympiasieger Sven Kramer aus den Niederlanden plant die neue Saison ohne seinen langjährigen Trainer Gerard Kemkers. Nach Berichten der Tageszeitung "Leeuwarder Courant" hat die Trennung aber nichts mit dem fatalen Wechselfehler bei den Winterspielen in Vancouver zu tun. "Ich möchte etwas Neues. Das war intern bereits lange bekannt", sagte Kramer. Kemkers hatte den in Führung liegenden Favoriten Kramer im Rennen über 10.000 Meter nach 6600 Metern auf die falsche Bahn eingewiesen und ihn durch die fällige Disqualifikation um die sichere Goldmedaille gebracht.

Anschließend hatte Kramer noch erklärt: "Ich werde Kemkers nicht verlassen. Ich habe fünf Jahre lang unter ihm gut trainiert und durch ihn viele Erfolge gefeiert. Ich habe ihm viel zu verdanken." Eine solche Zusammenarbeit könne man nicht einfach so beenden. "Auch nach einem großen Fehler nicht."

Gegenüber niederländischen Medien sagte Kramer, dass er in Zukunft entspannter arbeiten wolle: "Ich will weg von dem Druck, immer der Beste sein zu müssen. Ich habe eineinhalb Jahr spartanisch gelebt. Das kann ich nicht noch einmal vier Jahre durchhalten."

Der 23-Jährige wollte in Vancouver drei Goldmedaillen gewinnen, musste sich aber mit einmal Gold (5000 Meter) und einmal Bronze (Teamverfolgung) begnügen. Die Mehrkampf-Weltmeisterschaft in drei Wochen in seinem Heimatort Heerenveen wird Kramers letzter Wettkampf unter Kemkers Leitung sein.

jar/sid