Dopingvorwurf Nada geht gegen Freispruch für Ex-Eisschnellläufer vor

Das Deutsche Sportschiedsgericht sprach Robert Lehmann-Dolle frei - es habe keine Beweise dafür gegeben, dass der ehemalige Eisschnellläufer gedopt habe. Abgeschlossen ist der Fall damit nicht.
Robert Lehmann-Dolle bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi 2014

Robert Lehmann-Dolle bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi 2014

Foto: Hannibal Hanschke / picture alliance / EPA

Die Nationale Antidopingagentur zieht wegen des Doping-Freispruchs für den ehemaligen Eisschnellläufer Robert Lehmann-Dolle vor den Internationalen Sportgerichtshof Cas. Die Nada wolle die Entscheidung des Deutschen Sportschiedsgerichts überprüfen lassen und werde dabei auch von der Welt-Antidopingagentur Wada unterstützt, sagte Nada-Vorstand Lars Mortsiefer.

Der frühere Olympia-Teilnehmer Lehmann-Dolle war Mitte August vom Vorwurf des Eigenblut-Dopings freigesprochen worden, weil die Nada aus Sicht des Sportschiedsgerichts keine eindeutigen Beweise vorlegen konnte. In dem "Endschiedsspruch" vom 13. August, der dem SPIEGEL vorliegt, kamen die drei Richter zu dem Schluss, die Nada habe es "nicht vermocht, den bestehenden starken Verdacht des Schiedsgerichts hinreichend zu erhöhen, sodass der Schiedsbeklagte mit der erforderlichen überwiegenden Wahrscheinlichkeit den dargestellten Dopingverstoß begangen hat".

Lehmann-Dolle, geboren in Erfurt, ist für Deutschland dreimal bei Olympia angetreten, 2006, 2010 und 2014. Nach einem 27. Platz in Sotschi beendete er seine Karriere und begann eine Laufbahn als Nachwuchstrainer. Am Olympiastützpunkt Berlin war er wegen der Dopingvorwürfe von seiner Tätigkeit entbunden worden und führt seitdem einen Arbeitsgerichtsprozess. "Natürlich habe ich nun die Hoffnung, dass ich meinen Trainerjob wieder aufnehmen kann", hatte Lehmann-Dolle nach der Entscheidung der Sportrichter gesagt.

Er war im vergangenen Frühjahr vom Erfurter Arzt Mark Schmidt belastet worden. Schmidt gilt als mutmaßlicher Drahtzieher eines Dopingzirkels, der Anfang 2019 im Rahmen der "Operation Aderlass" enttarnt wurde. Ab dem 16. September steht Schmidt in München vor Gericht. Ihm werden Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz und das Antidopinggesetz vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er seit Ende 2011 regelmäßig und in einer unbekannten Anzahl von Fällen weltweit Blutdoping betrieben hat.

mon/dpa
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