Eisschnelllauf Pechstein-Lebensgefährte ist im Verband umstritten und soll ihn dennoch führen

In der Vergangenheit gab es wiederholt Konflikte zwischen Matthias Große und der Deutschen Eisschnelllauf-Gesellschaft. Dennoch soll er jetzt an die Spitze des Verbands treten.
Matthias Große soll künftig das Sagen im deutschen Eisschnelllauf haben. Claudia Pechstein dürfte das freuen

Matthias Große soll künftig das Sagen im deutschen Eisschnelllauf haben. Claudia Pechstein dürfte das freuen

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Nico Tapia/ dpa

Der Unternehmer Matthias Große, Lebensgefährte der fünfmaligen Olympiasiegerin Claudia Pechstein, ist neuer Präsident der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG). Wie der Verband mitteilte, wurde Große am Vortag von den beiden verbliebenen Vorstandsmitgliedern Uwe Rietzke und Dieter Wallisch berufen. Der 52-Jährige soll den Posten zunächst bis zu Neuwahlen auf der Mitgliederversammlung im September kommissarisch bekleiden.

Große folgt auf Stefanie Teeuwen, die im vergangenen November nach Unstimmigkeiten vom Präsidentenamt zurückgetreten war. Wie die DESG mitteilte, habe Großes Konzept, das sich die "finanzielle Konsolidierung des Verbandes, die Maximierung des sportlichen Erfolges sowie die Neuausrichtung der Nachwuchsförderung" zum Ziel setze, überzeugt.

Das sehen nicht alle so. Vor allem von den Athletensprechern Moritz Geisreiter und Leon Kaufmann-Ludwig war die Kandidatur von Große heftig kritisiert worden. Große will nun die Monate bis zur ordentlichen Wahl am 19. September nutzen, um alle Sportler und Verantwortlichen von seinem Konzept zu überzeugen. Bei dieser Veranstaltung könnten auch noch weitere Kandidaten ihren Hut in den Ring werfen.

"Mein Konzept ist klar. Alle, die dagegen sind, müssen ihre Konsequenzen ziehen", stellte Große unmissverständlich klar. Angesprochen mit dieser Aussage könnten Bundestrainer Erik Bouwman und Sportdirektor Matthias Kulik sein, die mit Große aneinandergeraten waren.

Dem RBB sagte Große: "Wir müssen Ruhe reinbringen. Das Gegeneinander muss aufhören, deswegen glaube ich, dass ich der Richtige bin." Bisher allerdings war Große im deutschen Eischnelllauf eine hoch umstrittene Figur. Kritiker warfen ihm sein zuweilen robustes internes Auftreten vor. Auch seine Nähe zu Pechstein hat in der Vergangenheit mehrfach zu Konflikten mit dem Verband geführt.

Von Große selbst waren am Donnerstag aber auch moderatere Töne zu hören: "Man muss die Jagd auf Claudia Pechstein beginnen", sagte er. "Es kann ja nicht sein, dass sie mit 48 Jahren die beste Athletin ist, und die Jugend mit 20 hinterherläuft."

aha/sid/dpa
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