Eisschnelllauf Traumstart für Garbrecht-Enfeldt

Monique Garbrecht-Enfeldt hat einen Start nach Maß in den Sprint-Weltcup der Eisschnellläuferinnen geschafft. Im japanischen Nagano gewann Silbermedaillengewinnerin von Salt Lake City und bestätigte damit, dass sich ihr Trainerwechsel vor Saisonbeginn gelohnt hat.


Monique Garbrecht-Enfeldt: "Erzähl' nicht so einen Blödsinn"
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Monique Garbrecht-Enfeldt: "Erzähl' nicht so einen Blödsinn"

Nagano - Monique Garbrecht-Enfeldt, 33, hat mit einem unerwarteten Doppelsieg über 1000 Meter ein triumphales Comeback in der Eisschnelllauf-Elite gefeiert. Die Berlinerin setzte sich auch am Sonntag in 1:17,12 Minuten souverän durch, nachdem sie tags zuvor der Konkurrenz gleichfalls keine Chance gelassen hatte. "Wenn mir das jemand vor vier Wochen gesagt hätte, als ich wegen meines Muskelfaserrisses nicht richtig trainieren konnte, hätte ich ihn abgewiesen: Erzähl' nicht so einen Blödsinn. Es war ein richtig tolles Wochenende für mich", so die Olympia-Zweite nach ihrem ersten Doppelerfolg seit fast zwei Jahren.

Mit ihren Streckensiegen 22 und 23 schob sich Garbrecht-Enfeldt auf den vierten Rang der Weltcup-Rangliste nach vorn und hat nun nur noch Gunda Niemann-Stirnemann (Erfurt/98), Bonnie Blair (USA/66) und Catriona LeMay-Doan (Kanada/33) vor sich. Mit ihren zwei Erfolgen auch gegen Olympiasiegerin Chris Witty (USA) übernahm die Berlinerin auf der 1000-Meter-Distanz klar die Führung in der mit 14.000 Dollar dotierten Weltcup-Wertung, die sie in der Vergangenheit bereits vier Mal für sich entschieden hat.

Dritte über 500 Meter


Auch über 500 Meter zeigte sich die Zweite von Salt Lake City vor fast 4000 Zuschauern stark verbessert und landete in 38,49 Sekunden dicht hinter Sayuri Osuga (Japan/38,43) auf dem Ehrenplatz. "Am zweiten Tag liefen auch die 500 Meter viel besser. Am Vortag hatte ich eine mächtige Wut im Bauch, weil ich in der zweiten Innenkurve viel Zeit eingebüßt hatte", führte sie aus. In der 500-Meter-Gesamtwertung behauptet die schnellste deutsche Eissprinterin den dritten Platz hinter Sayuri Osuga und deren Landsfrau Shihomi Shinya, die tags zuvor sensationell die Kurzdistanz für sich entschieden hatte. "Es gab noch drei kleine Fehler. Wenn sie die noch abstellen kann, wäre sogar der Sieg drin", urteilte Bundestrainer Helge Jasch. "An der Technik muss ich noch feilen. Da gibt es sicher Reserven", bestätigte die Berlinerin.

Für Monique Garbrecht-Enfeldt war der ideale Saison-Auftakt eine Bestätigung ihres neuen Weges an der Seite des niederländischen Coaches Bart Schouten in Salt Lake City. "Sicher war der Trainerwechsel ein Risiko. Aber das Training in Amerika war auch eine neue Herausforderung. Sie hat mir so etwas wie einen neuen Kick Gegeben", sagte Monique Garbrecht, die am Mittwoch vor der nächsten Weltcupstation im chinesischen Harbin ihren 34. Geburtstag begehen wird. Dazu wird Ehemann Magnus Enfeldt anreisen, der sich derzeit auch um die Vermarktung der Eisflitzerin kümmert.

Sabine Völker, die nach langer Trainingspause auf Grund einer Lebensmittelvergiftung am Samstag mit Platz drei über 1000 Meter überrascht hatte, lief am Sonntag in 1:18,26 sogar noch ein wenig schneller, wurde aber wieder nur Dritte. "Sabine wird sich weiter steigern, davon bin ich überzeugt", urteilte Jasch, der ein aus deutscher Sicht überaus erfolgreiches Wochenende konstatierte. Auswahl-Neuling Pamela Zöllner überraschte mit den Rängen fünf und sechs.

Deutsche Herren blieben zu Hause


Die deutschen Herren waren in Nagano auf Grund ihrer mäßigen Leistungen im Vorfeld erstmals nicht vertreten. Überlegen setzte sich der Kanadier Jeremy Wotherspoon zwei Mal über 500 Meter durch und rückte mit seinen Streckensiegen 37 und 38 noch näher an den Ranglisten-Führenden Uwe-Jens Mey (Berlin/48 Siege) heran. Über 1000 Meter dominierten die Niederländer: Nach dem Erfolg von Erben Wennemars war am Sonntag Ex-Weltmeister Jan Bos vor Olympiasieger Gerard van Velde erfolgreich.



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