Eisschnelllauf-Weltcup Friesinger feiert Gesamtsieg

Bei den Olympischen Spielen fehlten ihr zu Gold über 1000 Meter sechs Hundertstel Sekunden. Nun aber beendete Eisschnellläuferin Anni Friesinger den Gesamt-Weltcup über diese Distanz zum ersten Mal als Siegerin. Claudia Pechstein musste dagegen einer Konkurrentin den Vortritt lassen.


Heerenveen - Acht Tage nach ihrer vorzeitigen Abreise aus Turin genügte Team-Olympiasiegerin Anni Friesinger ein zweiter Platz hinter der Niederländerin Ireen Wüst, um ihren insgesamt fünften Weltcup-Gesamterfolg perfekt zu machen. Ireen Wüst gewann in Bahnrekordzeit von 1:15,46 Minuten vor Anni Friesinger (1:15,75) und der Italienerin Chiara Simionato (1:15, 96).

Olympiasiegerin Friesinger: Erster Gewinn des Gesamt-Weltcups über 1000 Meter
AFP

Olympiasiegerin Friesinger: Erster Gewinn des Gesamt-Weltcups über 1000 Meter

Zwar konnte Friesinger damit nach fünf Siegen über 1000 Meter in dieser Saison zum ersten Mal nicht über diese Distanz triumphieren, aber der zweite Platz reichte zum Gesamtweltcup-Erfolg. 620 Punkte verbuchte die Bronzemedaillengewinnerin von Turin auf dieser Distanz in der Gesamtwertung und lag damit klar vor ihrer schärfsten Konkurrentin, Chiara Simionato (576).

"Ich bin froh, dass ich den Gesamtsieg noch gepackt habe. Besonders mit meiner Zeit bin ich zufrieden", sagte Friesinger anschließend. Ihrer Lunge würde es zwar besser gehen, aber die Beine "tun doch schon weh". Am Ende einer solch langen Saison fehle ihr eben einfach etwas das Potenzial.

Pechstein blieb derweil auch in Heerenveen ein Erfolgserlebnis versagt. Eine Woche nach dem Gewinn der olympischen Silbermedaille im 5000-Meter-Rennen musste sich die 34 Jahre alte Berlinerin in den Niederlanden über 3000 Meter beim Sieg der Kanadierin Cindy Klassen erneut mit Platz zwei begnügen. Ihren letzten Einzelsieg in einem internationalen Wettkampf hatte sie an gleicher Stelle am 20. Februar 2005 gefeiert. Klassen gewann auch den Gesamt-Weltcup über die Langstrecken und entthronte Pechstein, die zudem ihren Bahnrekord in der Thialf-Halle an die Kanadierin verlor.

Bei den Herren hat unterdessen Olympiasieger Shani Davis über 1000 Meter seine weiße Weste behalten und siegte auch im letzten Rennen. Der US-Amerikaner gewann in der Bahnrekord-Zeit von 1:08,91 Minuten vor dem Niederländer Jan Bos (1:09,00) und dem Kanadier Jeremy Wotherspoon (1:09,34). Den Sieg im Gesamt-Weltcup hatte er schon vor dem Start in Heerenveen sicher.

mt/sid



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