Empfang in München Deutsche Olympia-Helden bei Dauerregen gefeiert

Das Wetter war mies - die Stimmung dafür umso besser: Im Regen von München empfingen Tausende Fans den deutschen Olympia-Kader bei dessen Rückkehr aus Kanada. Schon am Flughafen wurden Magdalena Neuner und Co. mit Blasmusik und Transparenten gefeiert.


Hamburg - Pünktlich zum offiziellen Empfang der deutschen Olympia-Rückkehrer versprühte auch das Wetter in München kanadisches Flair: Als die Athleten am Siegestor in die Cabrios Richtung Rathaus stiegen, regnete es in Strömen - genau wie zu Beginn der Winterspiele in Vancouver vor gut zwei Wochen.

Doch die Stimmung bei Sportlern und Fans trübte die Witterung nicht. Tausende Zuschauer bejubelten die Olympia-Teilnehmer am Marienplatz. Erstmals seit 1968 wurden die Sportler wieder auf dem Rathausbalkon gefeiert.

Bereits am Münchner Flughafen hatten am Mittag mehr als tausend Fans und Journalisten sowie mehrere Blaskapellen auf die Athleten gewartet. "Ich glaube, ich hab noch nie so viele Menschen auf einem Haufen gesehen", sagte Ski-Langläuferin Claudia Künzel-Nystad, die Gold im Teamsprint und Silber in der Staffel gewonnen hatte.

Den größten Applaus gab es für die mit zwei Goldmedaillen dekorierte Biathletin Magdalena Neuner. "Wir Bayern sind stolz auf die Magdalena", sagte Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer.

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Empfang der Olympia-Athleten: Medaillenparade mit Blasmusik
Die Dächer der Cabrios im Autokorso, der durch das Siegestor in Richtung Rathaus fuhr, mussten geschlossen bleiben. Aber auch so zeigten sich die Sportler begeistert: "Es ist was wahnsinnig Besonderes", sagte Eisschnellläuferin Stephanie Beckert. Schon eine Stunde vor der erwarteten Ankunft der Athleten am Rathaus war der Marienplatz mit Fans gefüllt.

Mit Blick auf die Münchner Olympia-Bewerbung 2018 sagte der ehemalige Ski-Rennläufer und Doppel-Olympiasieger Markus Wasmeier: "Das sind klasse Bilder. München ist sportbegeistert, und gerade im Wintersport sind die Münchner verrückt. Ich glaube, dass die Spiele in München gut aufgehoben wären."

jok/sid/dpa

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Wolfgang Jung 28.02.2010
1. Ziemliche Pannenspiele
Ich habe sie dieses Mal wegen des Zeitunterschiedes nur als Ergebnisdienst in der Zeitung und auf SPON verfolgt. Was ich so nebenbei mitbekommen habe, waren es ja wohl ziemliche Pannenspiele.
Fangio 28.02.2010
2.
Zitat von sysopVor den Olympischen Winterspielen in Vancouver gab es hohe Erwartungen. Wie fällt nun Ihre Bilanz aus? War Vancouver ein guter Gastgeber? Welche Sportler haben Sie am stärksten beeindruckt? Was hat Ihnen nicht gefallen?
Auf der positiven Seite stehen viele junge Überraschungssieger bzw. Medailliengewinner mit guter Perspektive. Insgesamt hat das Frauenteam der Mannschaft ein absolut annehmbares Ergebnis "gerettet". Besonders hat mich das Abschneiden der Alpinen gefreut, schade nur dass Felix Neureuther trotz seiner Topform wieder nicht ins Ziel gekommen ist. Aber eine Chance bei Olympia hat er ja noch, mit dann 29 Jahren. Das Abschneiden der Herren im Schiessen und Weglaufen ist ebenfalls positiv zu sehen, wenn es in Zukunft zu weniger Übertagungszeit führt.. Negativ im Gedächtnis bleibt eine falsch berechnete Bob/Rodelbahn, die einen Exoten das Leben gekostet hat. Olympia-Wettbewerbe sollten schon anspruchsvoll sein, aber dies ist ein hoffentlich einmaliger Vorgang, der sich nie wiederholen darf. Im Eishockey ist leider Rückschritt zu verzeichnen. Ansonsten – von Vancouver mehr Regen als Schnee, sowie die endgültige Abkehr von der belanglosen, z.T. zu national bzw. mit überzogenen Erwartungen gefärbten Klatsch & Tratsch-Berichterstattung der ÖR. Eurosport hatte (jedenfalls in meinem Umfeld) nicht nur in privaten Haushalten die Nase vorn, sondern wohl auch überall dort wo in der Hauptstadt Public Viewing angeboten wurde.
Crom 28.02.2010
3.
Ich hoffe man wird aus diesen Spielen lernen, das gilt zum einen für den Bob- und Rodelsport und zum anderen in Hinblick auf manch eine Juryentscheidung. Insgesamt sehe ich die Spiele aber positiv. Als Zuschauer am TV-Gerät hatte ich jedenfalls das Gefühl, dass die Spiele vor Ort gut angenommen wurden und begeisternde Stimmung herrschte. Das ist auch für die Athleten sicherlich ein entsprechender Ansporn gewesen.
Helidorst 28.02.2010
4. Sport - Wie fanden Sie die Olympischen Winterspiele?
Als ich von den Ureinwohnern in mehreren Interviews hörte, dass 500 000 Bäume gefällt wurden, nur damit Sprungschanzen Platz bekamen und massenhaft Raubbau in der Landschaft um Vancouver getrieben wurde, dass die Obdachlosen aus der Stadt vertrieben wurden und dass fast alle Sport-Events gleich welcher Art nur noch dem schnöden Reibach dienen, hatte ich keine Lust mehr, mir die Olympiade anzusehen. Dann der tödliche Unfall des Rennrodlers beim Training .... und wenn man überelgt, was die ganzen Olympischen Spiele den jeweiligen Städten anschließend eingebracht haben...nullkommanix.Meist war die Infrastruktur so geschädigt, dass der Steuerzahler letztlich dafür aufkommen musste. Prost, Garmisch-Partenkirchen!!!!(Next Desaster!!)
Zaunreiter, 28.02.2010
5. Gemischtes
Mir als Wintersportfan hat imponiert, wie z.b. eine Anja Pärson sich den Berg doch noch nach ihrem Sturz in der Abfahrt mit Bronze in der Kombi erobert hat und dieses mit ihrem Sieges-Diver zeigte. Wie eine koreanische Eiskunstläuferin ihre Sportart in eine neue Dimension führte, Simon Ammann in die Geschichtsbücher flog und daß Bode Miller doch noch Olympiasieger wurde. Es wurde deutlich, daß die kanadischen Zuschauer einzig und allein auf Eishockey fixiert sind und es so wie bei uns im Jahre 2006 zu Massenaufläufen beim Public Viewing kommt. Mal sehen, ob die kanadischen Eishockey-Cracks diesem ungeheuren Druck heute abend standhalten können, wenn ganz Kanada den Sieg erwartet. Eine kleine Kostprobe gabs ja schon beim Finale der Frauen. Überhaupt, der mediale oder der selbstgemachte Druck: Wenn man sich im Ziel eine Maria Riesch, eine Marit Björgen oder einen Petter Northug ansah, um nur einige zu nennen, muß das ja schon enorm gewesen sein, was da von ihnen von nationaler Seite oder auch sie von sich selbst erwarteten. Befremdlich finde ich den nordamerikanischen Stil im Umgang mit den Athleten auf der Bob- und Rodelbahn. Ein tödlicher Unfall führte zu keinerlei Einsichten, der Weltbobverband verpasste allen Beteiligten einen Maulkorb und es schien nur um Show und Geschwindigkeit zu gehen. Gesellschaftspolitisch würde ich mir wünschen, wenn die kanadischen Ureinwohner doch noch von diesen olympischen Spielen - kulturell und monetär - profitieren würden. Alleine sie als Co-Gastgeber zu platzieren finde ich nicht gerade ausreichend.
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