Fair-Play-Preis für Biathletin Hauser Erst Stock los, dann selbstlos

Sie trat einer Konkurrentin auf den Stock. Dann tat Biathletin Lisa Theresa Hauser etwas Ungewöhnliches: Sie opferte ihr eigenes Rennen, damit ihre Gegnerin weiterlaufen konnte. Dafür ist sie nun ausgezeichnet worden.
Lisa Theresa Hauser

Lisa Theresa Hauser

Foto: imago/ Eibner Europa

Oberhof im Januar 2017, das Weltcup-Massenstartrennen ist im Gange, da geschieht der Biathletin Lisa Theresa Hauser ein Missgeschick: Sie tritt ihrer deutschen Konkurrentin Vanessa Hinz versehentlich auf den Stock, der daraufhin liegen bleibt.

Hinz läuft mit dem verbliebenen Stock weiter, ein gravierender Nachteil für die 25-Jährige. Dann tut Hauser etwas Ungewöhnliches: Die Österreicherin reichte Hinz einen ihrer eigenen Stöcke, damit diese ihr Rennen unbehindert fortführen konnte.

Für diese Aktion ist Hauser nun vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und dem Verband Deutscher Sportjournalisten (VDS) mit dem "Fair Play Preis des Deutschen Sports" ausgezeichnet worden. Der Preis wird jährlich an Sportlerinnen, Sportler und Initiativen verliehen, die durch außergewöhnlich faire Gesten und Aktionen beeindruckt haben. So wie Hauser in Oberhof.

Sie selbst lief damals mit nur einem Stock weiter. Im Anschluss stürzte sie auf einer Abfahrt und musste aufgeben. "Lisa Theresa Hauser war trotz des laufenden Wettkampfes einzig darauf bedacht, dass ihre Konkurrentin keinen Nachteil erleidet", so die Jury.

Hinz bedankte sich damals auf ihrer Facebook-Seite bei Hauser: "Was für ein faires Zeichen von ihr, das ist wirklich außergewöhnlich", schrieb sie: "Du hast etwas gut bei mir."

Die Auszeichnung in der Kategorie "Sonderpreis" ging an die Rugbyabteilung des USV Potsdam, die 2017 zum 15. Mal den Sanssouci-Pokal für Jugendmannschaften unter dem Motto "Rugby spielen gegen rechte Gewalt und Langeweile" ausgerichtet hatte.

mon/sid
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