Weltcup-Finale Neureuther verpasst Slalom-Titel, Fenninger triumphiert

Schon wieder hat Felix Neureuther im letzten Saisonrennen den Slalom-Weltcup aus der Hand gegeben. In Méribel zog sein Rivale Marcel Hirscher an ihm vorbei. Bei den Damen holte eine Österreicherin den Gesamtsieg.

Ski-Fahrer Neureuther: Wieder nur Zweiter
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Ski-Fahrer Neureuther: Wieder nur Zweiter


Hamburg - Rang zwölf hat nicht gereicht: Felix Neureuther hat den Slalom-Weltcup nach einem völlig verkorksten Rennen an Marcel Hirscher verloren. Der Österreicher gewann in Méribel seinen dritten Slalom der Saison und holte damit nach dem Gesamtweltcup auch die kleine Kugel im Slalom.

"Marcel hat wieder eindrucksvoll gezeigt, wie stark er ist. Damit hat er die Kugel absolut verdient", sagte Neureuther. "Wenn es im letzten Rennen um die Wurst geht und er das so gnadenlos runterdrückt, kann man nur den Hut ziehen. Aber das Lächeln fällt mir schon schwer."

Neureuther lag nach sieben Podestfahrten in neun Rennen vor dem Finale mit 55 Punkten vorne. Doch dann verpatzte er nach seinem Aus beim Riesenslalom am Vortag schon den ersten Lauf: Rang 14.

Das hätte noch zum Gesamtsieg im Slalom gereicht, weil Hirscher "nur" auf Platz drei lag. Doch im letzten Lauf des Winters fuhr Neureuther zu dosiert, während Hirscher alles riskierte und gewann.

Neureuther: "Ziemlich platt"

"Es war ja eigentlich schon entschieden, deshalb konnte ich voll angreifen", sagte Hirscher, ehe er sich seinem Rivalen zuwandte: "Für den Felix tut es mir extrem leid." Wie im Vorjahr, als Neureuther ebenfalls mit einem Polster ins letzte Rennen gegangen war, ist er jetzt wieder nur die Nummer zwei hinter Hirscher.

Platz vier im letzten Rennen hätte ihm gereicht, 23 Punkte fehlten letztlich zum vierten Gesamtsieg eines Deutschen nach Markus Wasmeier (Super-G/1986) und Armin Bittner (1989/1990). "Seit der WM bin ich ziemlich platt", sagte Neureuther über seine abfallende Form seit Slalom-Bronze bei der WM Mitte Februar. Angeblich hatte er seither wieder Rückenprobleme, von Taubheitsgefühlen im rechten Bein war die Rede.

Bei den Frauen sicherte sich die Österreicherin Anna Fenninger mit ihrem Sieg im letzten Riesenslalom der Saison zum zweiten Mal in Serie den Gesamtweltcup. In einer dramatischen Entscheidung gewann Fenninger in Méribel vor ihrer Teamkollegin Eva-Maria Brem und ihrer großen Rivalin Tina Maze. In der Endabrechnung musste sich die Slowenin Maze damit um 22 Punkte geschlagen geben und wurde Gesamtzweite hinter Fenninger. Die Österreicherin entschied auch die Riesentorlauf-Disziplinwertung für sich.

frz/dpa/sid

insgesamt 2 Beiträge
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usfriend 22.03.2015
1. Trotzdem Glückwunsch Felix!!!
Klasse Saison! Wer mit Taubheitdgefuehl im Bein und Rueckenschmerzen (hört sich nach einer rausgerutschten Bandscheibe an) noch so Ski fährt, ist unglaublich. Andere gehen da nicht einmal mehr bis zur Toilette...
noalk 22.03.2015
2. Hut ab!
Vor Neureuther und Hirscher. Ersterer ist seine beste Saison quasi ohne Vorbereitung angegangen, zweiterer hat wieder mal gezeigt, dass er derzeit der beste Techniker ist; und wenn er nächstes Jahr ein paar Super-G-Rennen mitnimmt, dürfte er den Gesamtweltcup wieder verteidigen.
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