Gestürzter Skirennläufer Österreicher im künstlichen Koma

Bangen um Matthias Lanzinger: Der Österreicher befindet sich nach seinem schweren Unfall beim Super G am Wochenende im künstlichen Koma. Der Internationale Skiverband steht wegen der unzureichenden Erstversorgung in der Kritik.


Hamburg - Lanzinger zog sich bei seinem Sturz im norwegischen Kvitfjell einem offenen Schien- und Wadenbeinbruch zu. Inzwischen wurde er in der Hauptstadt Oslo operiert und wird dort im Koma gehalten.

Sturzopfer Lanzinger: Bruch des linken Unterschenkels
AP

Sturzopfer Lanzinger: Bruch des linken Unterschenkels

Grund dafür sind Gefäßverletzungen, die beim ersten operativen Eingriff festgestellt wurden und zu Komplikationen geführt haben. Inzwischen ist der Salzburger Gefäßspezialist Thomas Hölzenbein auf Bitten des Österreichischen Skiverbandes (ÖSV) unterwegs nach Oslo, um mit dem Medizinerteam der Ulleval-Universitätsklinik die Behandlung von Lanzinger zu koordinieren. Hölzenbein stand bereits in Telefonkontakt mit dem Leiter des norwegischen Ärzteteams, Lars Engobregtsen.

Rennläufer Lanzinger hatte nach einem Sprung kurz vor dem Ziel ein Tor gerammt und war bei hohem Tempo gestürzt. Neben dem Bruch im linken Unterschenkel erlitt er Abschürfungen im Gesicht. Es ist bereits Lanzingers zweite schwere Verletzung in dieser Saison. Mitte November hatte er sich bei einem Sturz im Super-G-Training in Sun Peaks einen Mittelhandknochen gebrochen.

Österreichische Medien kritisierten mittlerweile den Internationalen Skiverband (Fis) wegen der fehlenden schnellen Erstversorgung im Weltcup. Trotz des schweren Unfalls hatten die Organisatoren keinen Rettungshubschrauber bereitgestellt. Wie die österreichische "Kronen Zeitung" berichtet, musste in einem Touristenhubschrauber eine Sitzbank entfernt werden, um Lanzinger nach Lillehammer und später nach Oslo fliegen zu können.

pav/dpa



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