Hannawald-Interview "Bombensprünge sind wichtiger als Platzierungen"

Nach einer unauffälligen Sommersaison sieht Sven Hannawald dem Weltcup-Auftakt im finnischen Kuusamo voller Zuversicht entgegen. Im deutschen Team gibt es neue Konkurrenten und auch in seinem Privatleben hat sich einiges getan. Mit dem abgelösten Bundestrainer Reinhard Heß hat sich Hannawald inzwischen ausgesprochen.


Sven Hannawald: "Geniales Gefühl, wenn einem eine Granate gelingt"
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Sven Hannawald: "Geniales Gefühl, wenn einem eine Granate gelingt"

Sven Hannawald, in der Vorbereitung auf den Winter war von Problemen mit der Form und der neuen Anzugregelung zu hören. Wie fühlen Sie sich vor dem Weltcup-Start am Freitag in Form?

Sven Hannawald:

Vor einem Monat war ich noch im Loch, da hat mir das Fluggefühl gefehlt und ich hatte keine rechte Lust. Aber jetzt geht es mir wieder besser. Das Springen auf Schnee tut richtig gut und ich bin heiß auf den Winter.

Wie sehen Ihre Ziele für diesen Winter aus. Konzentrieren Sie sich ganz auf die Jagd nach dem historischen dritten Skiflug-Weltmeistertitel oder steht die Tournee ganz oben?

Hannawald: Ich will einfach so viele Bombensprünge wie möglich hinbekommen, der Rest ergibt sich von selbst. Natürlich ist es schön, wenn man gewinnt, aber es ist einfach ein geniales Gefühl, wenn einem eine richtige Granate gelingt. Da stehst du zum Beispiel im Kessel von Oberstdorf und Tausende Leute jubeln dir zu. Das ist einfach unbeschreiblich und viel wichtiger als das ganze Denken an Platzierungen.

Was hat sich mit dem Cheftrainerwechsel von Reinhard Heß zu ihrem Heimcoach Wolfgang Steiert geändert?

Hannawald: Nach dem ganzen Wechsel habe ich mich mit Reinhard ausgesprochen und wir können uns in die Augen schauen. Vom Training her hat sich nicht viel geändert, schließlich waren wir ja erfolgreich. Wolfi kümmert sich aber nicht mehr komplett um uns, weil er ja jetzt für das ganze Team zuständig ist. Deshalb haben wir diesen Sommer öfter allein trainiert.

Wolfgang Steiert hat ihren Teamkollegen Martin Schmitt zum Teamleader ernannt. Stört Sie das?

Hannawald: Ich habe damit kein Problem, ich bin keiner für so eine Stelle. Ich back' lieber mein eigenes Brot und möchte mich nicht mit vielen anderen Sachen beschäftigen. Mit Martin habe ich deshalb kein Problem, wir sind gute Kollegen.

Martin Schmitt und Sie stehen immer im Mittelpunkt, aber im Training soll das Nachwuchstalent Max Mechler ganz vorn gewesen sein. Was halten Sie von dem neuen Konkurrenten?

Hannawald: Maxi hat einen sehr guten Weg eingeschlagen seit seinem Sieg beim Sommer-Grand-Prix in Innsbruck. Solche Leute brauchen wir, da hängt es nicht mehr nur von uns beiden ab. Außerdem konnten wir uns an ihm im Training orientieren.

Zuletzt war zu hören, dass Sie nach Olympia 2006 zurücktreten wollen.

Hannawald: Das ist ganz offen. Alles hängt davon ab, ob mein Körper zwickt und ob ich mich motivieren kann. Vielleicht erlebe ich ja auch bei Olympia 2010 meinen dritten Frühling.

Das wird aber Ihre Freundin nicht unbedingt freuen. Wie wichtig ist die Beziehung für den Erfolg im Winter?

Hannawald: Es ist schön, wenn man nach Hause kommt und da ist nicht nur der Fernseher oder das Sofa, sondern jemand, mit dem man reden kann. Ich hab mir vor gut einer Woche eine Wohnung gekauft. Bisher hatte ich ja nur 38 Quadratmeter, da haben wir uns einfach vergrößert, dass man auch zu zweit genügend Platz hat. Die Freundin sagt, dass hoffentlich im Dezember noch Einzug ist. Heirat oder Kinder sind aber momentan noch kein Thema.

Die Frage stellte Lars Becker, sid



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