Heimkehr Begeisterter Empfang für deutsche Olympioniken

Während der XX. Winterspiele zeigten die deutschen Athleten herausragende Leistungen. Bei ihrer Rückkehr in die Heimat heute wurden sie dafür gefeiert. Für einige Sportler war dabei die Stimmung sogar besser als in Turin.


Hamburg - Im thüringischen Oberhof jubelten mehr als 5000 Kehlen. Fans, Freunde und Verwandte bereiteten den mehr als 20 Sportlern, darunter auch Biathlet Sven Fischer sowie Bobpilot Andre Lange, ihren Betreuern mit einem großen Feuerwerk ein rauschendes Fest. Thüringen war mit sechs von elf deutschen Goldmedaillen das erfolgreichste Bundesland in Turin.

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Turin 2006: Rückkehr der Edelmetall-Sammler

"Das letzte, woran ich mich erinnern kann, ist der Christbaum", sagte Fischer, der nach sieben Wochen in die Heimat zurückkehrte. Bobfahrer Lange hatte nur noch "Sehnsucht nach dem Bett". Alle fünf Thüringer Goldmedaillengewinner hätten ein Sportgymnasium besucht: Fischer, Lange und Biathletin Kati Wilhelm, in Oberhof, die Eisschnellläuferinnen Daniela Anschütz-Thoms und Sabine Völker in Erfurt.

Weiter im Süden der Republik durften sich Georg Hettich, Stefanie Böhler und Jens Gaiser im Schwarzwald-Ort Schonach feiern lassen. Mehr als 6000 Zuschauer waren im Ort zu Gast. "Für mich ist ein Traum in Erfüllung gegangen", sagte der dreifache Medaillengewinner Hettich. Auf dem Erfolg ausruhen könne er sich nicht. "Für einen Olympiasieger werden die Berge auch nicht flacher", so Hettich.

"So einen Empfang habe ich mir nicht träumen lassen", bekannte Stefanie Böhler. Sie hatte ebenso Silber in der Langlauf-Staffel geholt wie Gaiser. "Wir sind saumäßig stolz auf unsere Medaillengewinner", sagte Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) in Schonach.

In Oberwiesenthal bekamen die Athleten, die allesamt Medaillen bei den Winterspielen in Turin gewonnen hatten, unter anderem Blumensträuße und Gutscheine für Hotel-Aufenthalte inklusive Wellness-Programm. Zudem durfte sich das Sextett in das Goldene Buch der 3000 Einwohner zählenden Stadt im Erzgebirge nahe der tschechischen Grenze eintragen.

"Die Atmosphäre ist einfach affengeil. Eigentlich ist mein Akku komplett leer. Aber Feiern geht immer", bekannte Rodler Torsten Wustlich, Silbermedaillengewinner im Doppelsitzer. Langläuferin Viola Bauer, Zweite mit der Staffel, sagte Freude strahlend: "Die Stimmung ist hier schöner als in Turin."

Die Rodel-Olympiasiegerin Sylke Otto kündigte an, ihre Laufbahn um ein Jahr zu verlängern. Bei der WM in Igls will die 36-Jährige noch teilnehmen. "Ich fahre diese Bahn halt so gern."

pav/dpa



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