Olympische Winterspiele Digel bezeichnet Sotschi als Mahnmal

Der Sport-Funktionär Helmut Digel sieht die olympische Bewegung in Gefahr. Er kritisiert die Kosten der Winterspiele in Sotschi und fordert eine Reform des Sportarten-Programms. Zudem befürchtet er, dass Olympia nur noch in autoritär geführten Staaten stattfinden könnte.

Bauarbeiten in Sotschi: Kosten in Milliardenhöhe
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Bauarbeiten in Sotschi: Kosten in Milliardenhöhe


Hamburg - Milliardenausgaben, intransparente Vergabeprozesse und ein nicht mehr zeitgemäßes Sportarten-Programm: Der hochrangige Sport-Funktionär Helmut Digel hat sich kritisch zur Entwicklung bei den Olympischen Spielen geäußert.

Im Interview mit der in Ulm erscheinenden "Südwest Presse" fordert das Council-Mitglied des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF ein radikales Umdenken. "Die Spiele sind zu teuer geworden, das Sportarten-Programm bedarf der Reform", sagte der Sportwissenschaftler: "Die Gefahr, dass immer weniger Länder in der Lage sind, Olympia auszurichten, wächst. Und wenn die Spiele irgendwann nur noch in autoritären Systemen möglich sind, wäre es der größte Schaden, den man der olympischen Bewegung zufügen könnte."

Die Ausgaben für die Winterspiele im Februar 2014 im russischen Sotschi sollen rund 40 Milliarden Euro betragen und sind damit neunmal höher als die in Vancouver 2010 und 16 Mal höher als in Turin 2006. "Solche Summen lassen sich in einer Demokratie doch gar nicht mehr verantworten. Nur ein autoritär geführter Staat wie Russland mit seinen fragwürdigen Finanzstrukturen kann so ein Budget bereitstellen. Sotschi ist für mich kein olympisches Aushängeschild, sondern ein Mahnmal", sagte Digel.

Den "Stuttgarter Nachrichten" sagte der 69-Jährige zudem: "Der Entscheidungsprozess über die Vergabe Olympischer Spiele ist zu wenig transparent. Das Bewerbungsverfahren ist für die Bewerberstädte zu teuer. Und unter Kosten- und Nutzengesichtspunkten haben sich die Risiken für die Bewerber erheblich erhöht."

tpr/dpa



insgesamt 7 Beiträge
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Seite 1
DocMoriarty 12.12.2013
1.
Da wird sich eine ganze Rige korrupter Funktionäre im Sport und in der Wirtschaft wohl eine andere Einkommensquelle suchen müssen. Macht mich nicht wirklich traurig.
hschmitter 12.12.2013
2. Dann müßte man wohl einfach
das IOC schließen und was anderes gründen - einen e.V. für Olympische Spiele zum Beispiel. Schon ist das Thema überpervertierte Prestige- und Gewinnsucht vom Tisch.
linus65 12.12.2013
3. scheinheilig ...
diese ganzen korrupten Sportfunktionäre fühlen sich doch mächtig wohl inmitten dieser ganzen Geldpampe ... Die Russen haben eben noch schwerere "Milliardärsgauner" als im Westen dank eben dem Westen und den Chicago-Boys, welche in den 90ern unter Jelzin danach trachteten, aus Russland den grössten Selbstbedienungsladen auf dem. Globus zu machen. Solche Reichtümer fressen jede Demokratie. Es herrscht eben die Diktatur des Geldes ... Wenn WIR es wären, die auf dem Heu in Russland säßen, wäre Russland heute in unseren Medien eine LUPENREINE Demokratie .... tun wir aber nicht und deshalb hat Russland DAS Böse zu sein, wie eben jeder der sich nicht mehr ausräubern lassen will -
sahnekefir 12.12.2013
4.
Ist es wirklich nicht möglich mal einen Tag ohne einen Anti-Russland-Propaganda-Artikel auszukommen?
linus65 12.12.2013
5. scheinheilig ...
diese ganzen korrupten Sportfunktionäre fühlen sich doch mächtig wohl inmitten dieser ganzen Geldpampe ... Die Russen haben eben noch schwerere "Milliardärsgauner" als im Westen dank eben dem Westen und den Chicago-Boys, welche in den 90ern unter Jelzin danach trachteten, aus Russland den grössten Selbstbedienungsladen auf dem Globus zu machen. Solche Reichtümer fressen jede Demokratie. Es herrscht eben die Diktatur des Geldes ... Wenn WIR es wären, die auf dem Heu in Russland säßen, wäre Russland heute in unseren Medien eine LUPENREINE Demokratie .... tun wir aber nicht und deshalb hat Russland DAS Böse zu sein, wie eben jeder der sich nicht mehr ausräubern lassen will -
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