IOC-Chef Bach über russischen Dopingskandal "Was in Sotschi passiert ist, muss bestraft werden"

IOC-Boss Thomas Bach hat Sanktionen für Russlands Doping-Vergehen bei den Winterspielen 2014 angekündigt. Die russische Politik reagiert darauf betont gelassen.

Thomas Bach
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Thomas Bach hat Sanktionen gegen Russland für die Doping-Vergehen bei den Winterspielen 2014 angekündigt. "Was in Sotschi passiert ist, kann nicht vergessen werden. Wir haben klargemacht: Was dort passiert ist, muss bestraft werden", sagte der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) der "New York Times". Russland dürfe nicht denken, dass die für die Zukunft getroffenen Maßnahmen im Kampf gegen Doping vor nachträglichen Sanktionen für frühere Manipulationen schützen.

Die Politik in Russland erwartet trotz der Ankündigung keine harten Dopingstrafen für russische Sportler. Es werde nur begrenzte Sanktionen geben, sagte Michail Degtarjow, Vorsitzender des Sportausschusses im russischen Parlament. Bach werde nicht zulassen, dass olympische Prinzipien untergraben werden. Einzelne Dopingsünder würden bestraft. "Aber eine kollektive Verantwortung oder eine Strafe für ein ganzes Land sind unannehmbar", sagte Degtarjow der Agentur Tass zufolge.

"Die ganze Doping-Geschichte mit Russland ist von vorn bis hinten politisiert", kommentierte eine Sprecherin des Außenministeriums in Moskau das Bach-Interview. Die USA versuchten, Russland in der Sportwelt zu isolieren.

Derzeit beschäftigen sich zwei IOC-Kommissionen mit der Vertuschung positiver Dopingproben bei Olympia in Sotschi und dem im McLaren-Bericht beschriebenen systematischen Doping im gesamten russischen Sport. "Spätestens im Oktober" solle über Sanktionen entschieden sein, sagte Bach. Über das mögliche Ausmaß der Strafen wollte er keine Aussage treffen. Zur Debatte steht auch ein kompletter Ausschluss Russlands von den Winterspielen 2018 in Pyeongchang.

In der Vergangenheit war das Komitee allerdings nicht mit harten Sanktionen gegen Russland aufgefallen. So hatte das IOC, anders als das Internationalen Paralympische Komitee, Russland trotz massiver Doping-Vorwürfe nicht von den Olympischen Spielen in Rio 2016 ausgeschlossen.

mon/dpa

insgesamt 8 Beiträge
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rabkauhala 22.06.2017
1. Bach und Russland
und Zitat: "olympische Prinzipien"!? Russland und das gesamte IOC sind von den "olympischen Prinzipien" so weit entfernt wie ich vom Nobelpreis! Zwei tief korrupte, mafiöse, Vertrags- und menschliche Werte verachtende Organisationen wie die russische Administration und das olympische Komitee. Da werden sich die Entscheidungsträger die Hosentaschen vollstopfen, das der Gürtel reißt und gut ist Der Thomas sagt zu Vladimir "DuDuDu!" und ohne Kameras lachen sich beide kaputt und sind um multimillionen reicher. Eine Krähe hackt der anderen...
p-touch 22.06.2017
2. Ja, klar, ganz bestimmt
Der IOC geht gegen Doping vor, sicher, glaube ich sofort. Wie war das nochmal in Rio? Eine Fensterrede für´s gemeine Volk, mehr nicht. Die olympische Idee ist doch mittlerweile nur noch eine leere Hülse. Die Leute machen da nicht mehr mit, was man z.B. daran erkennt das sich kaum noch Länder finden die die Spiele ausrichten wollen.
taglöhner 22.06.2017
3. Huch!
Ist Bach im Wahlkampfmodus oder braucht er dringend einen Abschlag oder was ist los?
egonon 22.06.2017
4. Selten so gelacht!
Wenn Herr Bach und das IOC tatsächlich gegen Doping vorgehen wollten, hätten sie das schon längst machen können und müssen. So kann Herr Putin, die personifizierte russische Politik tatssächlich gelassen reagieren. Wir haben doch gesehen, welch Brüder im Geiste Bach und Putin sind. So ist die Ankündigung nichts anderes als ein weiter der schönen Scherze, die Bach von Zeit zu Zeit absondert.
gammoncrack 22.06.2017
5. Herr Bach, was ist passiert?
Standen Sie bei der Ankündigung unter Drogen? Sie wollen Russland wegen des Doping-Skandals an den Kragen? Das kann ich einfach nicht glauben. Das hätten Sie doch bereits nach Ihrer Wahl machen müssen. Stattdessen haben Sie den persönlichen Auftritt mit Herrn Putin gesucht und genossen. Haben die Russen inzwischen auch Ihnen ein Mittel verabreicht, aber bei der Mixtur oder der Dosierung einen Fehler gemacht? Statten Sie einfach einmal der NADA einen Besuch ab. Vielleicht finden die etwas bei Ihnen?
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