Kombinations-Gold Hettich läuft allen davon

Georg Hettich hat bereits für die zweite deutsche Goldmedaille bei den XX. Winterspielen in Turin gesorgt. Der 27-Jährige setze sich in der Nordischen Kombination sensationell durch. Die Favoriten um den Finnen Hannu Manninen versagten.

Turin - Der 27-jährige Hettich lag mit 39:44,6 Minuten 9,8 Sekunden vor dem Österreicher Felix Gottwald. "Unfassbar. Ich dachte, sowas gibt es nur im Fernsehen. Aber jetzt bin ich selbst Olympiasieger", sagte Hettich, der Platz 1 nach dem Springen auch im 15-Kilomter-Langlauf behauptete: "Am letzten Anstieg habe ich gedacht: Du musst es selbst in die Hand nehmen. Der Rest war nur noch Vollautomatik."

Bronze ging an den Norweger Magnus Moan, der 16,2 Sekunden hinter Hettich einlief. Hettich, der nicht verwandt ist mit dem Kombinations-Olympiazweiten von 1976, Urban Hettich, hatte im Springen für Weiten von 101,5 und 104 Metern 262,5 Punkte erhalten und war damit mit zwei Sekunden Vorsprung auf den Norweger Petter Tande (262,0) in den 15-Kilometer-Langlauf gegangen. Tande wurde Vierter.

Das Duo wechselte sich zunächst in der Führungsarbeit ab. Gut zwei Kilometer vor dem Ziel gelang Gottwald der Anschluss. Am letzten Anstieg aber wagte Hettich den Angriff und rannte dem nach der langen Aufholjagd erschöpften Österreicher davon.

"Für mich ist das genauso eine große Überraschung wie für Georg. Ich hatte nach dem Springen gehofft, dass er Bronze gewinnt. Das ist grandios", erklärte Bundestrainer Hermann Weinbuch.

Zwei weitere Deutsche landeten unter den besten Zehn. Sechster wurde Sebastian Haseney (0:51,1 Minuten zurück). Er kämpfte sich von Rang 28 vor. Björn Kircheisen lief vom 16. Rang auf Platz 7 (1:10,5,). Topfavorit Manninen aus Finnland belegte nur den für ihn enttäuschenden neunten Platz. Er hatte fürs Springen 238,0 Punkte erhalten und ging als Achter mit einem Rückstand von 1:38 Minuten auf die Jagd nach Hettich.

Enttäschung auch bei Ronny Ackermann. Er landete auf dem 18. Rang. Der Doppel-Weltmeister war nach dem Springen 26. "Natürlich wäre ich selbst gern vorn gewesen, aber ich gönne es dem Schorsch von Herzen", sagte Ackermann.

Olympiasieger Hettich hatte bislang bestenfalls Silber gewonnen - viermal im Weltcup sowie bei Olympia 2002 und der WM 2003 und 2005 im Team. Vor Hettich hatten Georg Thoma (1960), Gottfried Keller (1968), Ulrich Wehling (1972, 1976, 1980) sowie das deutsche Team mit Hans-Peter Pohl, Hubert Schwarz und Thomas Müller (1988) olympisches Kombinierer-Gold gewonnen.

pav/sid

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