Gestürzter Ski-Star Höfl-Rieschs Nacht der Tränen

Die Krönung einer erfolgreichen Saison ist Maria Höfl-Riesch nicht vergönnt. Nach ihrem Sturz in Lenzerheide habe sie eine tränenreiche Nacht erlebt, sagte die 29-Jährige. Jetzt entscheidet sie: War's das - oder fährt sie weiter?

AFP

Hamburg - Eine tränenreiche Nacht habe sie nach dem Schock erlebt, schrieb Maria Höfl-Riesch auf ihrer Facebook-Seite. Am Mittwoch war sie bei der Abfahrt in Lenzerheide in einer Rechtskurve gestürzt und in einen Fangzaun gerutscht. Am Ende stand das verletzungsbedingte vorzeitige Saisonaus.

Der Tag war allerdings nicht gänzlich schlecht für die 29-Jährige. Trotz des schweren Sturzes und der Verletzungen durfte sich die Skirennfahrerin auch freuen: Zum ersten Mal in ihrer Karriere erhielt sie die kleine Kristallkugel für den Gewinn des Abfahrtsweltcups. Es "überwiegt jetzt schon wieder langsam der Gedanke an eine sehr erfolgreiche Saison", schrieb Höfl-Riesch weiter.

Das ist schon beinahe als Understatement zu werten: Gold in der Super-Kombination und Silber im Super-G bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi, dazu drei Siege im Weltcup, der Triumph im Disziplinweltcup. Besser lief es für Höfl-Riesch eigentlich nur in den Wintern 2010 und 2011, als sie erst zweimal Olympia-Gold in Vancouver gewann und sich ein Jahr später zum bisher einzigen Mal den Gesamtweltcup sicherte.

Um diesen hatte sie auch bis zu jener Rechtskurve in Lenzerheide gekämpft. Höfl-Riesch und die Österreicherin Anna Fenninger hatten sich in den Wochen nach Olympia einen packenden Zweikampf geliefert, nach dem Aus für die Deutsche sicherte Fenninger sich den Gesamtweltcup. Vor den abschließenden Rennen ist die Österreicherin nicht mehr einzuholen, ihr Vorsprung auf die Schweizerin Lara Gut beträgt 215 Punkte.

Lange sei Höfl-Riesch nicht mehr derart fokussiert und zielstrebig gewesen wie in dieser Saison, schrieb die "Süddeutsche Zeitung". Und das, obwohl sie mehrfach angedeutet hatte, über ein Karriereende nach diesem Winter nachzudenken. "Im Laufe der kommenden Woche werde ich eine Entscheidung treffen, wie es weitergeht", sagte Höfl-Riesch der ARD. Sie werde die Öffentlichkeit in den kommenden zehn, 14 Tagen informieren.

"Wenn es so sein sollte, dass es wirklich vorbei ist, ist es kein schönes Ende gewesen. Aber der Ausgang hat mit der Entscheidung nichts zu tun", sagt Höfl-Riesch nun.

max/dpa/sid



insgesamt 5 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
derunbestechliche 13.03.2014
1. Gute Besserung
Niemand hätte gewollt, dass die Entscheidung im Gesamtweltcup so ausgeht. Jetzt hat die Entscheidung im Gesamtweltcup zugunsten von Fenninger ein kl. schalen Beigeschmack. Eine solche Entscheidung sollte immer in sportlicher Hinsicht entschieden werden. Es wäre sicher noch bis zum letzten Rennen spannend gewesen. Fahre doch bis mind. zur WM im nächsten Jahr weiter. Gute Besserung! Schöne Grüße aus Tirol P.S. Die Skiwelt braucht eine solch große Skirennläuferin wie Dich.
GünterPromies 13.03.2014
2. Gesamtweltcup alpin Damen
Etwas sachlich sollten wir doch bleiben ! Niemand wünscht sich so ein Mißgeschick für maria Höfl-Riesch ! Aber: Den Fahrfehler hat Maria begangen, nicht Anna Fenninger. Und: Als ab dem Vorjahr durch das Ausscheiden von Lindsay Vonn Maria in ihren Titelbestrebungen den gleichen plötzlichen Vorteil mitnehmen konnte, wurde das kaum erwähnt ! Also: Etwas mehr Fairneß gegenüber Anna Fenninger darf man verlangen ! Ich wiederhole: Den Fahrfehler von Maria hat Anna nicht gemacht.
lordofaiur 13.03.2014
3. Durststrecke
Zitat von sysopAFPDie Krönung einer erfolgreichen Saison ist Maria Höfl-Riesch nicht vergönnt. Nach ihrem Sturz in Lenzerheide habe sie eine tränenreiche Nacht erlebt, sagte die 29-Jährige. Jetzt entscheidet sie: War's das - oder fährt sie weiter? http://www.spiegel.de/sport/wintersport/maria-hoefl-riesch-entscheidung-ueber-karriereende-nach-sturz-a-958385.html
Wenn Riesch aufhört, wird es eine lange, dunkle Durststrecke für den DSV geben. Weit und breit keine Nachfolgerin in Sicht, ähnlich wie im Biathlon.
Kalle Bond 13.03.2014
4. Gute Besserung!
Erst mal gute Besserung und baldige Genesung.
shooop 13.03.2014
5. Hab den Sturz gesehen...
tut mir leid für Maria Höfl Riesch. Sie hat ja auch im Interview vorher schon mal gesagt, dass die Luft raus ist, seit Olympia. Da fehlts dann halt an der richtigen Spannkraft/Aufmerksamkeit. Wenns nicht mehr geht, gehts halt nicht mehr. Was sie an Druck und Belastungen weggesteckt hat, Hut ab. Ich kann am Fernsehen vor Spannung manchmal garnicht hinschauen, weil der Grat zwischen gewinnen und ausscheiden so eng ist. Und sie fährts halt oft einfach runter. Für mich ist sie eine wirklich große Sportlerin.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.