Münchner Bewerbung für Spiele 2018 Bogner legt Amt als Vorsitzender nieder

Willy Bogner ist nicht mehr länger Vorsitzender der Münchner Bewerbung um die Olympischen Winterspiele 2018. Seine Erkrankung sei ernster als angenommen, längere Auslandsreisen deswegen nicht möglich, teilte Bogner mit. Nachfolger des Modeunternehmers ist Bernard Schwank.

Modeunternehmer Bogner (Archiv): "Ein glühender Verfechter unserer Bewerbung"
dpa

Modeunternehmer Bogner (Archiv): "Ein glühender Verfechter unserer Bewerbung"


Hamburg - Aus gesundheitlichen Gründen hat Willy Bogner sein Amt als Vorsitzender der Münchner Bewerbung um die Winterspiele 2018 mit sofortiger Wirkung niedergelegt. "Meine Erkrankung ist doch ernster als angenommen", sagte der 68-Jährige am Montag in München. Als Nachfolger des Modeunternehmers wurde Bernard Schwank zum neuen Chef der Münchner Olympia-Bewerbung ernannt. Schwank hatte bei den Winterspielen in Vancouver als deutscher Chef de Mission agiert. "Zusammen mit unserem hervorragenden Bewerbungsteam werden wir dem IOC ein zukunftsweisendes Konzept für freundliche Olympische und Paralympische Winterspiele 2018 bieten", kündigte Schwank an.

Erst am vergangenen Mittwoch hatte Bogner mitgeteilt, an einer Darmerkrankung zu leiden. Nun hätten ihm seine Ärzte von längeren Auslandsreisen "dringend" abgeraten, betonte er und bat die Bewerbungsgesellschaft am Montag, ihn von seinem Amt zu entbinden. Er soll aber künftig im Aufsichtsrat vertreten sein und der Bewerbung vor allem in den Bereichen Marketing und Kommunikation weiter mit Rat zur Seite stehen.

"Natürlich bleibe ich ein glühender Verfechter unserer Bewerbung und werde sie mit all meinen Kräften fördern und unterstützen", sagte Bogner. München habe hervorragende Chancen: "Ich hoffe nach wie vor, dass mein Traum von Olympischen und Paralympischen Winterspielen 2018 in meiner Heimat Wirklichkeit wird."

Künftige Präsentationen durch Katarina Witt

Nun soll Schwank der Bewerbung, die angesichts der Probleme in Garmisch-Partenkirchen ohnehin schwächelt, neuen Schwung verleihen. Im Juli 2011 entscheidet das Internationale Olympische Komitee (IOC) über die Vergabe der Winterspiele. Außer München, das bereits 1972 Austragungsort von Sommerspielen war, kandidieren das französische Annecy und das südkoreanische Pyeongchang.

Die Präsentation der Bewerbung soll von nun an in der Hand der zweimaligen Eiskunstlauf-Olympiasiegerin Katarina Witt liegen. "Meine vielen Gespräche mit IOC-Mitgliedern zeigen mir, dass wir gut im Rennen liegen, dass es aber auch noch viel zu tun gibt", sagte Witt.

Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, Thomas Bach, Münchens Oberbürgermeister Christian Ude und Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer dankten Bogner für sein Engagement in den vergangenen Monaten und zollten ihm Respekt für seine schwere Entscheidung: "Willy Bogner hat viele bleibende Impulse gesetzt und die Bewerbung nachhaltig inspiriert. Darauf können und werden wir aufbauen", hieß es in einer Erklärung des DOSB.

fsc/sid/dpa



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