NHL-Lockout Clubbesitzer Sieger des Tarifstreits

"Fifty-fifty" bei der Verteilung der Einnahmen, begrenzte Laufzeit der Verträge: Das sind die Eckpfeiler der Einigung zwischen den Eishockey-Spielern und -Clubbesitzern der NHL. Der neue Tarifvertrag gilt als Formsache - allerdings sind noch wichtige Fragen offen.

NHL-Profi Seidenberg: Von Mannheim zurück nach Boston
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NHL-Profi Seidenberg: Von Mannheim zurück nach Boston


Hamburg - Schnell die Koffer packen und zurück nach Nordamerika heißt es für Dennis Seidenberg, Christian Ehrhoff und Co. Nach der Einigung im Tarifstreit der Eishockey-Profiliga NHL müssen die Profis, die sich während des Lockouts in Europa fitgehalten haben, wieder zurück zu ihren Clubs. Und sie müssen in Zukunft auf viel Geld verzichten.

50:50 ist der neue Schlüssel bei der Verteilung der Einnahmen. Bislang hatten die Spieler 57 Prozent der jährlich generierten 3,3 Milliarden Dollar bekommen. Ein Verhältnis, das die Clubbesitzer zunächst umkehren wollten, dann die "Fifty-Fifty"-Regelung ins Spiel brachten. Beide Vorschlage wurden von der Spielergewerkschaft NHLPA monatelang abgelehnt - nun gab es doch das Einlenken.

Zudem wurde die Laufzeit der Verträge begrenzt. Zugänge dürfen nur noch für sieben Jahre bei ihrem neuen Club unterschreiben; wer verlängert, kann maximal einen Achtjahresvertrag erhalten. Damit ist ein Kontrakt, wie ihn Ehrhoff bei den Buffalo Sabres mit 40 Millionen Dollar über zehn Jahre erhielt, zukünftig nicht mehr möglich.

Einen kleinen Erfolg konnte die NHLPA beim Salary Cap (Gehaltsobergrenze) für sich verbuchen. In der nächsten kompletten Saison dürfen die Clubs maximal 64,3 Millionen Dollar für Spielergehälter ausgeben. Die Clubbesitzer hatten die Grenze auf 60 Millionen herabsetzen wollen.

Teilnahme der Spieler an den Olympischen Spielen noch offen

Allerdings sind noch einige Fragen offen. Über die Teilnahme der NHL-Profis an den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi wurde noch nicht entschieden. Auch über die geplante Neuordnung der regionalen NHL-Divisionen gibt es noch keine Einigung. Offen ist zudem, wann die verkürzte Saison beginnt. Im Gespräch für den ersten Spieltag sind der 15. und 19. Januar. Insgesamt sollen 48 bis 50 Hauptrundenspiele absolviert werden. Zudem gilt es als wahrscheinlich, dass die Playoffs in diesem Jahr bis Ende Juni und damit zwei Wochen länger als gewöhnlich dauern werden.

Der neue Tarifvertrag muss von beiden Seiten noch offiziell verabschiedet werden. Er soll eine Laufzeit von zehn Jahren mit einer beidseitigen Kündigungsklausel nach acht Jahren haben. Wegen des seit Mitte September anhaltenden Lockouts waren mehr als 500 Saisonspiele in der NHL gestrichen worden.

ham/sid/dpa



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reyney 07.01.2013
1. Olympischen Winterspiele
Die Teilnahme bzw. Freigabe der Spieler für die Spiele ist vertraglich geregelt und gilt als genehmigt.
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