Überraschung im Wintersport Ackermann ist nicht mehr Trainer der Nordischen Kombinierer

Die nordischen Kombinierer gestalten vor der Heim-WM 2021 ihren Trainerstab neu - und planen überraschend ohne Ronny Ackermann. Um Nachfolger Heinz Kuttin gab es zuletzt Irritationen.
Ronny Ackermann an der Oberstdorfer Schanze

Ronny Ackermann an der Oberstdorfer Schanze

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Patrick Seeger/ dpa

Die deutschen Kombinierer haben neun Monate vor der Heim-Weltmeisterschaft in Oberstdorf überraschend ihr Trainerteam umgekrempelt. Der Deutsche Skiverband (DSV) hat die Verpflichtung von Heinz Kuttin als neuem Sprungtrainer neben Chefcoach Hermann Weinbuch bekannt gegeben. Der 49 Jahre alte Kuttin rückt damit überraschend auf die Position von Ronny Ackermann, der ursprünglich als sicherer Nachfolger Weinbuchs gegolten hatte, wenn dieser in den Ruhestand geht.

Die Nordischen Kombinierer hatten in den vergangenen Jahren ihre Sportart international dominiert und unter anderem bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang 2018 alle drei Wettbewerbe gewonnen. In der vergangenen Saison konnte das Team um die Olympiasieger Eric Frenzel und Johannes Rydzek allerdings nicht mehr an die Spitzenleistungen anknüpfen - vor allem auf der Schanze war das Team im Vergleich mit den Norwegern um Jarl Magnus Riiber und Jörgen Graabak schwächer, die den Winter deutlich dominierten.

Der neue Sprungtrainer Kuttin soll nun wohl neue Akzente setzen.

Kuttin hatte zuletzt in Frankreich unterschrieben

Cheftrainer Hermann Weinbuch ist schon seit 1996 im Amt. Obwohl er bereits mehrmals seinen Rückzug angekündigt hat, hat er bis jetzt immer wieder seinen Vertrag verlängert - aktuell bis 2021, wenn in Oberstdorf die nordische Ski-WM zu Hause stattfindet. Eigentlich galt als sicher, dass der viermalige Weltmeister Ackermann ihn einmal beerben soll. Nun verlässt der 42-Jährige das Weltcup-Team, dem er seit 2011 angehörte.

"Ich persönlich glaube, dass das Potenzial mit einer neuen Ansprache durch neue handelnde Personen wieder stärker zur Geltung gebracht werden kann. Daher habe ich mich entschieden, den Weg für eine Veränderung im Trainerteam freizumachen", sagte Ackermann.

Kuttin hatte zuletzt für Irritationen gesorgt. Der Skisprung-Weltmeister von 1991, der zuletzt die chinesischen Frauen trainiert hatte, war vor einigen Tagen vom französischen Verband als neuer Chefcoach präsentiert worden. Kurz darauf zog Kuttin aber seine mündliche Zusage zurück. "Es war ein Schock, wir sind alle menschlich verletzt und fühlen uns ein bisschen betrogen", sagte Frankreichs Sportdirektor Jérôme Laheurte. In der Begründung hieß es, er habe ein Angebot einer großen Skisprungnation vorliegen. Nun hat er beim DSV unterschrieben.

ara
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