Nordische Kombination 0,2 Sekunden Vorsprung – Geiger überlistet Dominator Riiber erneut

Jarl Magnus Riiber gewinnt bei der Nordischen Kombination immer. Dieses Gesetz hat Vinzenz Geiger nun durchbrochen. Der Deutsche besiegte den Norweger mit einer Skispitze Vorsprung – zum zweiten Mal binnen 24 Stunden.
Vinzenz Geiger jubelte am Samstag und am Sonntag

Vinzenz Geiger jubelte am Samstag und am Sonntag

Foto: Andreas Schaad / AP

Mit einer taktischen Meisterleistung hat Kombinierer Vinzenz Geiger gleich zweimal Dauersieger Jarl Magnus Riiber überlistet. Nur 24 Stunden nach seinem ersten Erfolg legte der 23 Jahre alte Deutsche am Sonntag einen weiteren Sieg nach und bezwang im Zielspurt erneut Gelb-Träger Riiber. »Vinzenz ist ein großer Zocker«, sagte Bundestrainer Hermann Weinbuch über seinen derzeit besten Schützling. Mit zwei Erfolgen an seinem Lieblings-Wettkampfort Ramsau am Dachstein geht das Jahr 2020 für Geiger perfekt zu Ende.

Geiger, der mit 15 Sekunden Rückstand auf den führenden Riiber in den 10-km-Langlauf gegangen war, lief taktisch klug. Seiner Attacke am letzten Anstieg konnte nur noch Riiber folgen, wie am Vortag war der Allgäuer aber im Finish mit 0,2 Sekunden Vorsprung der Stärkere.

Wenn Riiber verliert, dann nur gegen Geiger

Riiber hatte die ersten beiden Saisonrennen gewonnen, ehe er im dritten in Kuusamo im Springen disqualifiziert wurde. Geiger ist damit der einzige Kombinierer, der den ebenfalls 23 Jahre alten Riiber in dieser Saison in der Loipe bezwungen hat. Im Vorjahr gewann der Norweger 14 von 17 Rennen, verlor zweimal gegen den einzigen deutschen Saisonsieger Geiger – auch damals schon in Ramsau.

»Ich glaube, Ramsau liegt mir einfach. Die letzten Jahre waren immer gut«, sagte Geiger. Der Team-Olympiasieger stellte in den beiden Rennen unter Beweis, warum er auch bei der WM in seiner Heimat Oberstdorf zum engsten Favoritenkreis zählt: Er springt ordentlich, läuft Rückstände mit großer Energie zu und hat derzeit das beste Finish auf der Zielgeraden. »Ich bin natürlich sehr, sehr froh, dass wir den Riiber geschlagen haben«, sagte Coach Weinbuch. Geiger sprach von »einem perfekten Tag«.

Starkes Teamergebnis

Trainer-Routinier Weinbuch und Heinz Kuttin als Sprungtrainer haben im Sommer die Grundlage gelegt und den Rückstand auf die zuletzt so starken Norweger reduziert. Fabian Rießle, der am Sonntag hinter Geiger und Riiber Rang drei belegte, sagte in der ARD: »Es gibt uns allen Kraft und zeigt, dass wir im Sommer gute Arbeit geleistet haben.«

Eric Frenzel auf Rang sechs und Manuel Faißt als Siebter komplettierten ein starkes Teamergebnis. Nun müssen die Kombinierer bis Januar warten, bis es weitergeht. Die nächsten Rennen stehen erst in vier Wochen in Val di Fiemme auf dem Programm.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version war Ronny Ackermann als Assistent von Bundestrainer Hermann Weinbuch genannt worden. Ackermann ist im Mai von Heinz Kuttin als Sprungtrainer abgelöst worden. Wir haben das korrigiert.

mfu/dpa
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