SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE

21. Februar 2019, 16:47 Uhr

Nordische Ski-WM 2019

Carl wird überraschend Fünfte im Sprint - Norwegen holt doppelt Gold

Als einzige Nicht-Skandinavierin hat es Victoria Carl bis ins WM-Finale im Freistil-Sprint geschafft. Dort wurde sie schließlich Fünfte. Bei den Männern kam es im Halbfinale zu Handgreiflichkeiten.

Bei der nordischen Ski-WM im österreichischen Seefeld wurden die ersten Medaillen vergeben. Im Sprint holte die Norwegerin Maiken Caspersen Falla Gold, ihre Landsfrau Mari Eide (+2,84 Sekunden) gewann Bronze. Den zweiten Platz sicherte sich die Schwedin Stina Nilsson (+1,66).

Auf der Zielgeraden lieferten sich Nilsson und Falla ein enges Rennen an der Spitze, als Maja Dahlqvist zum Überholen ansetzte. Dahlqvist verfing sich mit ihren Stöckern in ihrem rechten Ski und stürzte. Dadurch behinderte sie Nilsson, weshalb Falla mit großem Abstand ihren Titel verteidigen konnte.

Für die große Überraschung sorgte die Deutsche Victoria Carl. Zunächst erreichte sie entgegen den Erwartungen das Halbfinale. Dort erreichte sie den zweiten Platz und qualifizierte sich sogar für den Finallauf, wo sie auf dem fünften Platz landete.

"Unglaublich, ich weiß gar nicht, was ich sagen soll", sagte die 23-Jähige im ARD-Interview: "Im Finale hat mir ein wenig die Erfahrung gefehlt, ich war so nervös - ich zittere jetzt noch." Carl war zum ersten Mal in ihrer Karriere in ein Sprint-Finale eingezogen. Als beste deutsche Läuferin galt im Vorfeld Sandra Ringwald, die im Halbfinale ausschied.

Handgemenge bei den Herren

Bei den Herren gewann Johannes Høsflot Klæbo die zweite Goldmedaille für Norwegen. Der Olympiasieger kam vor dem Italiener Federico Pellegrino (+0,23) und Gleb Retivych (+1,37) ins Ziel. Für den 22 Jahre alten Klæbo ist es der erste WM-Titel seiner Karriere. Die deutschen Starter Janosch Brugger und Sebastian Eisenlauer waren in der Qualifikation ausgeschieden. Nach dem Halbfinallauf sorgte ein Gerangel im Zielbereich für Aufsehen.

Während des Laufs versuchte der Russe Sergey Ustiugov in einer Kurve, an Klæbo vorbeizuziehen, der ihm keinen Platz ließ. Es kam zu einer kurzen Kollision. Im Ziel ging Ustiugov, der sich offenbar behindert gefühlt hatte, den vier Jahre jüngeren Norweger körperlich an.

Das Schiedsgericht erteilte Ustiugov die Gelbe Karte. "Es war eine normale Rennberührung, wie sie im Sprint vorkommt. Da rumpelt es schon mal. Derjenige, der vorn ist, ist im Recht", sagte Bundestrainer Peter Schlickenrieder zu der Szene. Die Verwarnung bedeutet für Ustiugov, dass er sich im nächsten Rennen keine Regelverstöße mehr leisten darf, ansonsten droht eine Sperre.

Alle wichtigen Informationen zur nordischen Ski-WM 2019 in Seefeld finden Sie hier.

mrk/dpa/sid

URL:

Verwandte Artikel:


© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung