Nordische Ski-WM Deutsche Skispringerinnen gewinnen ersten Teamwettbewerb

Sie sind ihrer Favoritenrolle gerecht geworden: Bei der Nordischen Ski-WM haben die deutschen Frauen das erste Teamspringen der WM-Geschichte gewonnen.

Juliane Seyfarth (l.), Ramona Straub (M-), Carina Vogt
REUTERS

Juliane Seyfarth (l.), Ramona Straub (M-), Carina Vogt


Die deutschen Skisprung-Frauen haben beim erstmals ausgetragenen WM-Teamwettbewerb die Goldmedaille gewonnen. In der Besetzung Juliane Seyfarth, Ramona Straub, Carina Vogt und Katharina Althaus setzte sich das DSV-Quartett (898,9 Punkte) in Seefeld vor Österreich (880,3) und Norwegen (876,9) durch.

Deutschland entschied damit nach Erfolgen im japanischen Zao und im slowenischen Ljubno auch den dritten Teamwettbewerb in diesem Winter für sich. Für das DSV-Team war es in Seefeld nach Titeln von Markus Eisenbichler, Eric Frenzel, dem Skisprungteam und den Kombinierern Frenzel und Fabian Rießle schon die fünfte Goldmedaille bei dieser WM. Die Bilanz von Falun 2015 (fünf Titel) und Lahti 2017 (sechs Titel) ist damit schon nach zwölf von 22 Wettkämpfen beinahe eingestellt.

Carina Vogt
DPA

Carina Vogt

Bei der vergangenen WM sowie bei den Olympischen Winterspielen vor einem Jahr in Pyeongchang war der Wettbewerb noch nicht Teil des Programms. Auch für Seefeld gaben die Veranstalter erst wenige Wochen vor dem WM-Start bekannt, dass auch die Frauen im Team um Medaillen kämpfen dürfen. Bundestrainer Andreas Bauer und die Athletinnen hatten sich immer wieder vehement für die Aufstockung des Programms bei Großereignissen ausgesprochen. Am Mittwoch (16.15 Uhr; TV: ZDF und Eurosport; Liveticker SPIEGEL ONLINE) steht das Einzel an.

Vogt erste Frau unter den Top Ten der WM-Skispringer

Bei dem Erfolg mit umgerechnet gut zehn Meter Vorsprung waren vor allem Althaus und Straub die Garanten. Schlussspringerin Althaus, die in diesem Winter schon zehnmal im Einzel auf dem Podest stand, brachte den Sieg mit Sprüngen auf 104,5 und 99,5 Meter ins Ziel. Für sie war es nach dem Mixed 2015 in Falun der zweite WM-Titel. Straub und Seyfarth sind erstmals Weltmeisterinnen.

Vogt holte nach zweimal Einzel- und zweimal Mixed-Gold sogar den fünften WM-Titel. Das hat vor der 27-Jährigen noch kein deutscher Skispringer geschafft. Vogt ist damit als erste Frau unter die Top Ten der erfolgreichsten Skispringer der WM-Geschichte eingezogen. Sie liegt vor Martin Schmitt auf Platz sieben, theoretisch ist bei den Titelkämpfen in Tirol noch der Sprung auf den dritten Rang möglich. Erfolgreichster WM-Gold-Sammler ist der Österreicher Thomas Morgenstern mit acht Siegen.

mon/dpa/sid



insgesamt 4 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
zaunreiter35 26.02.2019
1. Unter den Augen des Königs
gab es eine Premierenveranstaltung. Und was für eine! Ich hatte ein anderes Podium erwartet: Eines mit Deutschland, Japan und Norwegen. Und dann trumpft die bettlägerige Daniela Iraschko-Stolz bei der Heim-WM auf, als hätte sie nicht mit einer Lungenentzündung drei Wochen mit Sportverbot im Bett gelegen. Unfassbar! Wenn ich mir dagegen eine Dzenifer Marozsan anschaue, die da fast schon ewig pausiert hatte, bevor sie wieder anfing mit dem Fußball zu trainieren, dann ist das Wahnsinn. Aber die Dani ist ja auch ein Tier. Ebenso wie die Eva Pinkelnig. Mit 30 Jahren zur ersten Medaille, als Quereinsteigerin, ohne in ihrer Kindheit oder Jugend die Anlagen dafür ausgebildet zu haben. Mein Glückwunsch geht natürlich auch an das Team mit Althaus, Vogt, Straub und Seyfahrt. Die haben das trotz der Nervosität bei einer Premiere nach Hause gebracht. Die Krönung war für mich die Medaillenvergabe, das hatte was komödiantisches: Dieser "diktaturverliebte" FIS-Präsident Kasper, der vor Jahren mal allen Ernstes behauptete, Skispringen würde bei Frauen die Gebärmutter platzen lassen, überreicht dann die Medaillen.
leser66in 26.02.2019
2. Bravourös!
Toll gemacht! Herzlichen Glückwunsch!Leider trübt die Freude die Tatsache, dass die erfolgreichen Frauen nur etwa ein 1/4 der Prämie gegenüber den Männern erhalten. Und die Medaillenübergabe fand nicht auf der abendlichen Plaza, sondern im Stadion statt. Nicht einmal richtige Fahnen wurden gehisst. Fahnen per Videoleinwand und angeblich, weil der Wettbewerb kurzfristig aufgenommen wurde. Das einfach respektlos gegenüber den Leistungen der Skispringerinnen.
otto_lustig 26.02.2019
3. Ich kann dem nur zustimmen!
Zitat von leser66inToll gemacht! Herzlichen Glückwunsch!Leider trübt die Freude die Tatsache, dass die erfolgreichen Frauen nur etwa ein 1/4 der Prämie gegenüber den Männern erhalten. Und die Medaillenübergabe fand nicht auf der abendlichen Plaza, sondern im Stadion statt. Nicht einmal richtige Fahnen wurden gehisst. Fahnen per Videoleinwand und angeblich, weil der Wettbewerb kurzfristig aufgenommen wurde. Das einfach respektlos gegenüber den Leistungen der Skispringerinnen.
Die Frauen sollten die gleiche Prämie wie die Männer erhalten. Was die deutsche Frauenmannschaft betrifft, war das spannender als mancher Tatort. Interessant fand ich besonders, dass da viele junge Mädchen, aus anderen Nationen, mit einer guten Zukunftsperspektive am Start waren. Zum Beispiel die Mädels aus Russland und auch andere Teens.
hafnafjoerdur 26.02.2019
4. Ein bisschen mehr Respekt
Darf schon sein, die Frauen haben einen tollen Wettbewerb gezeigt. Da sollte man dann auch beim SPON die Namen richtig zuordnen. Links steht Ramona Straub, daneben Juliane Seyfahrt. Interessant zu beobachten ist, wie bei den ganzen Springen der österreichische Kampfrichter erst dann objektive Noten vergibt, wenn die Verhältnisse klar sind. Die Österreicher bekommen von ihm im Schnitt immer 0,5 bis 1,5 Punkte als die direkten Konkurrenten. Die deutschen Springer und Springerinnen bekamen von ihm gerne mal eine 16.5. Lustig, dass er dann im Männerteamspringen, als alles durch war für Stefan Leyhe eine 20.0 gab. Und dass der Faststurz von Maren Lundby nicht mit einer 15.0, sondern von allen Kampfrichtern mit 17 bis 18 bewertet wurde, hat zum Glück keine Rolle gespielt. Vollkommen unverständlich diese Wertung.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.