Olympia 2010 Deutsche Langläuferinnen holen Goldmedaille

Sensation im Teamsprint der Frauen: Evi Sachenbacher-Stehle und Claudia Nystad haben die Langlauf-Goldmedaille gewonnen. Abgerundet wurde der deutsche Erfolg durch die Silbermedaille von Axel Teichmann und Tim Tscharnke bei den Männern.
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Olympische Winterspiele: Langlaufmedaillen für deutsche Teams

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Hamburg - Die deutschen Skilangläuferinnen haben am Montag bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver sensationell Gold erkämpft. Evi Sachenbacher-Stehle und Claudia Nystad gewannen den Teamsprint in Whistler mit 0,6 Sekunden Vorsprung vor Charlotte Kalla und Anna Haag aus Schweden; Bronze eroberten die Russinnen Irina Chasowa und Natalia Korostelewa.

Auch die deutschen Langläufer waren erfolgreich: Axel Teichmann und Tim Tscharnke gewannen die Silbermedaille. Das deutsche Duo hatte im Ziel des Whistler Olympic Parks 1,3 Sekunden Rückstand auf die siegreichen Norweger Oeystein Pettersen und Petter Northug. Im Ziel mussten sich die Russen Nikolai Morillow und Alexej Petuchow mit zwei Zehntelsekunden Rückstand mit Bronze begnügen.

"Das ist ein genialer Traumtag für den deutschen Skilanglauf", sagte Bundestrainer Jochen Behle. Sachenbacher-Stehle rannte mit einem glücklichen Lächeln durch den Zielraum: "Das ist vielleicht geil, das hättet ihr nicht gedacht." Nystad hob ihre Kollegin hoch. "Gold - das ist Wahnsinn. Wir haben perfekt harmoniert. Ich habe auf der Zielgerade alles gegeben, war fix und fertig - aber es hat gereicht".

"Die Mädels haben alles richtig gemacht, was man richtig machen kann"

Auch Behle ließ seiner Freude freien Lauf: "Das ist höchst sensationell. Die Mädels haben einfach alles richtig gemacht, was man richtig machen kann." Er lobte Sachenbacher-Stehle für eine "Superleistung" und Nystad für ihre Nervenstärke. "Sie hat eine unglaubliche Ruhe ausgestrahlt und das Ding gezogen."

"Wahnsinn, das ist die allergrößte Überraschung dieser Spiele", sagte Verbandssportdirektor Thomas Pfüller. "Die Entscheidung war goldrichtig, dass wir uns hier voll auf die Teamrennen konzentriert haben", so Pfüller weiter.

Zwei Tage nach dem Silberlauf von Tobias Angerer hatte es das deutsche Duo trotz eines Sturzes von Sachenbacher-Stehle im Halbfinale souverän in den Endlauf geschafft. Im Finale liefen sie zur Höchstform auf. Sachenbacher-Stehle konnte einen Sturz zu Beginn nutzen, um nach vorne zu kommen. Anschließend kämpften nur noch vier Teams aussichtsreich um die drei Medaillen.

Beim letzten Wechsel führte Schweden 0,1 Sekunden vor Deutschland. Nystad, die extra auf das Jagdrennen verzichtet hatte, fuhr vorne weg, doch Schweden hielt mit Anna Haag dagegen. In der letzten Abfahrt zog Nystad davon und raste mit letzter Kraft zum Sieg. Behle: "Unsere Ski waren unglaublich. Ein großes Lob an die Techniker." Es war das vierte deutsche Olympiagold im Skilanglauf. 1980 hatte die DDR zweimal Gold geholt, 2002 dann die Damen-Staffel mit Sachenbacher-Stehle, Stefanie Böhler, Viola Bauer und Claudia Künzel.

Tscharnke kam für Silbermedaillengewinner Angerer zum Einsatz

Bei den Männern kam anstelle des nach dem 30-Kilometer-Rennen erschöpften Silbermedaillengewinners Tobias Angerer Youngster Tscharnke im Teamsprint zum Einsatz. Nach einem souverän überstandenen Halbfinale liefen dann auch die Männer im Finale zur Höchstform auf.

In der vorletzten Runde lief Tscharnke allen Konkurrenten davon und übergab mit zwei Sekunden Vorsprung als Spitzenreiter auf Teichmann. Der wurde an der letzten Kurve noch vom überragenden Norweger Petter Northug überholt. Es waren die ersten beiden Medaillen im 2006 eingeführten Teamsprint. Silber gab es für die deutschen Langläufer vor Vancouver dreimal: die 4x10-Kilometer-Staffel in Turin (2006), Peter Schlickenrieder (Einzel-Sprint) 2002 in Salt Lake City und Gert-Dietmar Klause 1976 über 50 Kilometer in Innsbruck.

Deutschland übernahm damit wieder die Führung in der Nationenwertung der Winterspiele.

jar/dpa/sid