Peiffer kritisiert Cas-Urteile "Ein Schlag ins Gesicht"

Der russische Skilangläufer Alexander Legkow darf sich nach den Cas-Urteilen wieder Olympiasieger nennen. Biathlet Arnd Peiffer findet die Entscheidungen ungerecht - und erhebt Vorwürfe gegen das IOC.
Arnd Peiffer

Arnd Peiffer

Foto: Sebastian Widmann/ Bongarts/Getty Images

Arnd Peiffer hat die Urteile des Internationalen Sportgerichtshofs Cas im russischen Dopingskandal kritisiert. Es sei "eine Farce, dass Leute wie der Skilangläufer Legkow oder der Skeletonfahrer Tretjakow nach dem Cas-Urteil wieder als Olympiasieger zählen. Für die, die nachgerückt wären, ist das ein Schlag ins Gesicht", sagte der ehemalige Sprint-Weltmeister im Biathlon der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Peiffer, der mit der deutschen Männerstaffel vor vier Jahren in Sotschi Olympia-Silber gewonnen hatte, beschäftigt sich "sehr viel mit diesem Thema". Ihm sei klar, dass die russischen Athleten, deren Sperren vom Cas aufgehoben worden seien, nicht als unschuldig gelten: "Es kann nur nicht der Beweis für eine individuelle Schuld erbracht werden. Bewiesen ist aber letzten Endes, dass in Sotschi ein systematisches Doping beziehungsweise ein systematisches Austauschen von Dopingproben stattgefunden hat."

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) sei viel zu blauäugig in Sotschi gewesen und habe sich hinters Licht führen lassen. "Die Russen sind ja schon in der Vergangenheit durch Doping aufgefallen - auch im Biathlon, und da bedarf es schon eines gewissen Grades an Naivität, zu glauben, dass da bei Heimspielen nichts passiert, wo die doch alle ihre Leute vor Ort hatten", sagte der 30-Jährige. Er wundere sich, dass man da nicht sensibler gewesen sei.

mru/dpa