Vorzug vor Stockholm Mailand richtet Olympische Winterspiele 2026 aus

Mailand und Cortina d'Ampezzo haben den Zuschlag für die Olympischen Winterspiele 2026 erhalten. Die italienische Bewerbung setzte sich gegen den einzigen anderen Konkurrenten Stockholm durch.

Eiskunstlauf bei den Winterspielen in Pyeongchang 2018
Dean Mouhtaropoulos / Getty Images

Eiskunstlauf bei den Winterspielen in Pyeongchang 2018


Die Olympischen Winterspiele und die Paralympischen Winterspiele 2026 werden in der italienischen Stadt Mailand und dem Wintersportort Cortina d'Ampezzo stattfinden. Das gab das Internationale Olympische Komitee (IOC) nach einer Sitzung in Lausanne bekannt. Schweden - mit den Austragungsorten Stockholm und Åre - hatte als einziger anderer Bewerber um die Spiele damit das Nachsehen.

Förderlich für die Mailänder Bewerbung dürfte die große Zustimmung der Italiener für die Winterspiele gewesen sein: 83 Prozent sprachen sich für die Kandidatur aus. Bei einer IOC-Umfrage hatten dagegen nur 55 Prozent der Schweden einer Bewerbung Stockholms zugestimmt.

"Mit den Winterspielen werden wir der Welt unsere Exzellenz und unsere Fähigkeiten beweisen", sagte Italiens Vizepremier und Innenminister Matteo Salvini. Der Chef der rechten Lega sprach von einem "historischen Tag" und einem "Sieg für alle Italiener". Die Spiele brächten Italien 20.000 Arbeitsplätze, neue Straßen und Sportanlagen.

In Schweden war die Enttäuschung über die Entscheidung hingegen groß. Biathletin Hanna Öberg, Olympiasiegerin in Pyeongchang, sagte: "Es hat große Hoffnungen gegeben, Olympische Spiele hätten große Investitionen in den Sport in Schweden bedeutet." Sebastian Samuelsson, der mit der schwedischen Biathlon-Staffel ebenfalls Gold in Pyeongchang gewonnen hatte, sagte: "Wir haben gezeigt, dass wir nachhaltige Olympische Spiele ausrichten wollten."

Premiere für Mailand, Wiedersehen in Cortina d'Ampezzo

Für Mailand ist die Ausrichtung der Spiele eine Premiere, in Cortina d'Ampezzo wurden bereits 1956 Olympische Winterspiele ausgetragen. Die bislang letzten Winterspiele auf italienischem Boden hatten 2006 in Turin stattgefunden. Vor den Spielen in Mailand und Cortina d'Ampezzo wird Peking 2022 der nächste Ausrichter sein.

IOC-Präsident Thomas Bach gibt die Entscheidung bekannt
Denis Balibouse / REUTERS

IOC-Präsident Thomas Bach gibt die Entscheidung bekannt

"Es ist nicht nur für Europa, sondern auch für das IOC ein wertvolles Signal, dass die Olympischen und Paralympischen Winterspiele nun wieder zu ihren Wurzeln zurückkehren", sagte der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB), Alfons Hörmann. Die wirtschaftlich sinnvolle Nutzung der traditionellen Wintersportzentren in Italien sei die erstmalige und konsequente Umsetzung der Agenda 2020. "Das wird große Begeisterung in den Stadien selbst, aber auch weit darüber hinaus schaffen und die Akzeptanz der Spiele künftig hoffentlich wieder erheblich verbessern", sagte Hörmann.

Vor der Entscheidung hatte es Wirbel um mögliche andere Kandidaten gegeben. Bewerbungen von Graubünden, Sion (beide Schweiz), Innsbruck (Österreich) und Calgary (Kanada) waren an Referenden gescheitert, die Pläne von Graz (Österreich) und Sapporo (Japan) wurden eingestellt. Die Bewerbung des türkischen Bewerbers Erzurum lehnte das IOC ab. So waren am Ende nur noch zwei Kandidaten für die Ausrichtung verblieben.

tip/dpa/sid



insgesamt 6 Beiträge
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rocco_dino 24.06.2019
1. Ich
bin mir sicher es werden 2026 die letzten Winterspiele in dieser Form sein. An einem festen Ort mit vorhandenen Sportstätten die das IOC dann anmieten kann, geht doch, man muss nur wollen.
Gluehweintrinker 24.06.2019
2. Der Milliardenzirkus findet immer neue Opfer
Nämlich Kommunen, die ihr Geld lieber für soziale Projekte und umweltfreundliche Infrastruktur ausgeben sollten statt einen völlig überdrehten Medienzirkus zu finanzieren. Immer wieder geht die märchenhafte Versprechung vom "Imagegewinn" auf. Ach ja. Die Welt hat bis dato noch nie etwas von Mailand gehört, es ist ein Weißer Fleck im Atlas, aber nach einem Olympiaringelrein, da werden die Besucher in Scharen kommen und massenhaft Geld in die Stadt spülen. Offenbar wollen diesen Unsinn immer noch genügend Menschen glauben...
kastriot 24.06.2019
3. Nicht weiter verwunderlich
Die Vergabe nach Italien wundert mich nicht. Systematisch wird die IOC-Truppe um den Herrn Bach die korrupte Alternative auswählen.
dodo132 25.06.2019
4. ja
ich hätte auf Bangkok getippt...
AttaTroll 25.06.2019
5.
Das IOC wird auch in Zukunft alles daransetzen, die olympische Idee zu zertrümmern und sich selber die Taschen zu füllen. Auf der Strecke bleiben die Sportler.
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