5000-Meter-Eisschnelllauf Pechstein chancenlos bei Sablikova-Sieg

Unbedingt wollte Claudia Pechstein noch einmal eine olympische Medaille, doch sie verpasste ihr Ziel klar. Als Fünfte musste sich die 41-Jährige der Konkurrenz geschlagen geben, Gold gewann Martina Sablikova.

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Hamburg - Claudia Pechstein hat bei den Winterspielen in Sotschi ihre zehnte Olympia-Medaille erneut verpasst. Die fünfmalige Eisschnelllauf-Olympiasiegerin kam auf ihrer Paradestrecke über 5000 Meter nur auf Rang fünf. In 6:58,39 Minuten lag sie klar hinter Martina Sablikova (6:51,54 Minuten). Die Tschechin wiederholte damit ihren Triumph von Vancouver. Damit gehen die deutschen Eisschnellläufer zum ersten Mal seit 50 Jahren bei Winterspielen leer aus.

Silber und Bronze gingen an die bei den Eisschnelllauf-Wettbewerben überragenden Niederlande: Ireen Wüst holte Silber (6:54,28) vor Carien Kleibeuker (6:55,66).

Pechstein, Deutschland erfolgreichste Winter-Olympionikin, hatte bereits über 3000 Meter eine Medaille verpasst, als sie Vierte wurde. Bei der Teamentscheidung der Frauen am Samstag ist Deutschland nicht am Start (ab 15.14 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE).

Die 41-Jährige hatte ein gutes Los erwischt. Im achten und letzten Lauf ging sie mit der Niederländerin Yvonne Nauta auf das Eis, an der fast auf den Tag genau 19 Jahre jüngeren Mitfavoritin konnte sie sich orientieren. Zudem wusste Pechstein schon beim Start, welche Zeit sie erreichen musste, um auf das Podest zu laufen.

Pechstein hatte im Vorfeld die Erwartungen angesichts des ungeliebten Eises in der Adler-Arena gedämpft. Im Finale begann sie dennoch schnell, vielleicht zu schnell - denn sie verlor nach gut der Hälfte des Rennens immer mehr an Tempo. Auf der Tribüne feuerte ihr Lebensgefährte Matthias Große, dessen Akkreditierung durch den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) umstritten ist, Pechstein lautstark an. Doch die anfängliche Euphorie verflog angesichts Pechsteins immer größer werdenden Rückstandes zunehmend.

Wie bei Große verfinsterten sich auch bei der versammelten Führungsetage der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) um Präsident Gerd Heinze die Mienen. In die Verhandlungen über künftige Fördermittel geht der chronisch klamme Verband angesichts des medaillenlosen Abschneidens mit einer schweren Hypothek, es drohen Kürzungen. Der Medaillenkorridor sah zwei bis drei Medaillen vor.

Die beiden weiteren deutschen Starterinnen waren ebenfalls chancenlos. Die Vancouver-Zweite Stephanie Beckert wurde Achte, Bente Kraus landete auf Rang elf.

max/sid/dpa

insgesamt 29 Beiträge
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theresia 19.02.2014
1. Wie war das doch mit den 30 Medaillen ?
Wieviele davon sollten die hochgelobten Damen und Herren Biathleten bringen ? Was brachten Sie ? Es war weniger die Laufleistung, sondern das katastrophale Schiessen. Eben immer mal wieder 3 Scheiben stehen lassen. Dabei sind die Herrschaften entweder bei der Bundeswehr,oder bei der Polizei oder beim Zoll !
ptb29 19.02.2014
2. Die Deutsche Sportförderung,
geht nur an die Siegerverbände. Wenn jetzt die Eisläufer Angst haben, ist das auch Existenzangst. Es ist in allen Verbänden so, dass das Ehrenamt ausgenutzt wird, bis Spitzenathleten ausgebildet sind. Die Fördermillionen kommen nicht bei den kleinen Vereinen an, sondern, wie zu sehen, nur bei den Medaillengewinnern. Also wird Eisschnelllauf in Zukunft abgeschafft.
blattschuss 19.02.2014
3. erfreulich
dass eine von Doping-Verdacht überschattete Karriere nicht mit einer Medaille ihren Abschluss fand. Jetzt kann sie sich endlich auf ihren Polizei-Dienst konzentrieren.
lehm.44 19.02.2014
4. Tja
diesem Druck aus den Medien kann man nicht immer Höchstleistungen bringen. Lasst die Sportler in Ruhe trainieren.
daddy_felix 19.02.2014
5. optional
Keine Medallie - egal, für eine 41jährige eine super Leistung. Und mein Rat an Stephanie Beckert: Nächstes Mal weniger Energie in schwachsinnige Zickenkriege stecken und mehr trainieren.
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