Olympia-Folgen Österreich plant Anti-Dopinggesetz

Die Doping-Affäre von Turin zeigt auch auf politischer Ebene Wirkung: Noch in diesem Jahr soll das Parlament in Wien ein Gesetz zur Doping-Bekämpfung beschließen. Von den harten Bestimmungen in Italien werden die Österreicher aber auch dann noch weit entfernt sein.


Wien - Die österreichische Innenministerin Liese Prokop erklärte, ein Antrag für ein Gesetz zur Doping-Bekämpfung liege dem Parlament bereits vor. Allerdings lehnt es die Ministerin ab, Doping wie in Italien strafrechtlich zu verfolgen. Auch der österreichische Skiverband (ÖSV) und das Nationale Olympische Komitee (ÖOC) begannen am Tag nach der Schlussfeier damit, Schadenbegrenzung zu betreiben.

Umstrittener Trainer Mayer: Österreichs Team im Visier der Dopingfahnder
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Umstrittener Trainer Mayer: Österreichs Team im Visier der Dopingfahnder

Die beiden Organisationen kündigten zusätzlich zur Kommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) die Einsetzung eigener Untersuchungskommissionen an, um die Hintergründe des Skandals um den umstrittenen Trainer Walther Mayer aufzuklären. In Turin war das Quartier der österreichischen Langläufer und Biathleten in das Visier der Dopingfahnder geraten. Bei der Gemeinschaftsaktion des IOC mit den italienischen Behörden waren zahlreiche Beweismittel sicher gestellt worden. Die parallel dazu durchgeführten Dopingproben von elf Sportlern waren allerdings negativ.

IOC-Vizepräsident Bach verteidigte unterdessen das rigorose Vorgehen der italienischen Polizei, das in Österreich auf scharfe Kritik gestoßen war. "Die Athleten müssen kapieren, dass wir sie entkriminalisieren wollen", so Bach, der bei der Aufklärung der Turiner Vorkommnisse nichts überstürzen will. "Sorgfalt geht vor Eile", sagte Bach.

jto/dpa



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