Olympia-Gold verfehlt Deutsches Eis-Traumpaar patzt im Finale

Das deutsche Eiskunstlauf-Paar Aljona Savchenko und Robin Szolkowy träumte von Gold - doch ein Sturz des 30-Jährigen machte alle Siegchancen zunichte. Am Ende reichte ihre Kür für Platz drei. China feierte einen Doppelsieg.
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Savchenko und Szolkowy: Tränen auf dem Eis

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Aljona Savchenko

Robin Szolkowy

Hamburg - Für die Eiskunstlauf-Weltmeister und hat es bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver nur für die Bronzemedaille gereicht. Sie mussten sich nach Fehlern in der Kür - vor allem einem Sturz Szolkowys - mit 210,60 Punkten zwei chinesischen Paaren geschlagen geben. Erste Olympiasieger im Eiskunstlauf aus China wurden Shen Xue und Zhao Hongbo, Bronze-Gewinner von Turin 2006, mit 216,57 Punkten vor Pang Qing und Tong Jian mit 213,31 Zählern.

Vor 11.350 Zuschauern im Pacific Coliseum leisteten sich die beiden Deutschen einige kleine Fehler. Die gebürtige Ukrainerin Savchenko sprang den dreifach geplanten Toe-Loop nur doppelt, Szolkowy stürzte beim Doppel-Axel. Dank einer gelungenen Choreografie zur Filmmusik "Jenseits von Afrika" sammelten sie aber genug Punkte, um nicht ganz ohne Medaille aus Kanada heimzukehren.

"Ich bin trotzdem glücklich, dass wir die Medaille haben. Wenn aber Elemente nicht klappen, ist die Enttäuschung natürlich da", sagte Savchenko nach der Kür in der ARD. Szolkowy zeigte sich selbstkritisch: "Ich wollte einfach zu viel. Aber bei Olympia hat man einfach nur eine Chance und ich habe noch versucht zu kämpfen. Jetzt trösten wir uns gegenseitig. Wenn wir dann morgen die Bronzemedaille auf dem Nachttisch sehen, werden wir uns auch freuen."

Auch Elke Treitz, Vizepräsidentin der Deutschen Eislauf-Union (DEU), suchte nach Erklärungen: "Unser Paar war im Training am Morgen so gut. Dann war es aber ein langer Tag bis zum Auftritt." Trainer Ingo Steuer, der 1998 mit Mandy Wötzel in Nagano selbst Bronze gewonnen hatte, zeigte sich enttäuscht: "Man hat nicht oft die Möglichkeit, Gold zu holen", sagte der Coach des sächsischen Duos. "Sie hätten es schaffen können, wenn sie fehlerfrei geblieben wären."

Die Anwesenheit von Thomas Bach, Vizepräsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), für Savchenko/Szolkowy in der Halle hatte nicht für Gold gereicht. "Dieses Paar ist eine absolute Bereicherung für unsere Olympia-Mannschaft", sagte Bach, der auch Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes ist, nach der Entscheidung.

Keine Goldchance hatten die nach dem Kurzprogramm drittplatzierten Russen Yuko Kawaguti und Alexander Smirnow. Den Europameistern unterliefen zwei schwere Patzer, darunter litt auch der Gesamteindruck des Programms zu Walzerklängen. Damit blieb Russland erstmals überhaupt ohne olympische Paarlauf-Medaille.

Ohne Chance auf eine Medaille waren Maylin Hausch und Daniel Wende. Die deutschen Meister, 17. nach dem Kurzprogramm, konnten sich in der Kür nur unwesentlich steigern und mussten somit auch am Ende mit dem 17. Platz (138,74 Punkte) zufrieden sein. Ein besseres Abschneiden verhinderte ein Sturz der 21-jährigen Hausch beim dreifachen Toe-Loop, zudem zeigten die Schützlinge von Trainer Karel Fajfr den Salchow nur doppelt statt dreifach.

"Wir sind immer noch ein junges Paar und müssen noch viel lernen. Das sehen wir ganz realistisch", sagte Wende nach dem Olympia-Debüt, dem in vier Jahren in Sotschi eine zweiter Start folgen soll. Vizepräsidentin Treitz traut dies den EM-Neunten durchaus zu: "Sie haben dafür das Potential."

luk/sid/dpa
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