Olympia 2014 Kiriasis enttäuscht mit Platz fünf im Zweierbob

Bis vor dem Finale lag Elena Meyers auf Goldkurs, dann versagten ihre Nerven. Mehrere Fahrfehler brachten die US-Amerikanerin im Zweierbob bei den Olympischen Spielen um Gold, über das sich die Kanadierin Kaillie Humphries freute. Die Deutschen um Sandra Kiriasis enttäuschten.

Bobfahrerin Kiriasis: Enttäuschung im Zweierbob
AFP

Bobfahrerin Kiriasis: Enttäuschung im Zweierbob


Hamburg - Die deutsche Bobfahrerin Sandra Kiriasis hatte mit der Medaillenvergabe im Zweierbob bei den Olympischen Spielen in Sotschi nichts zu tun. Wie schon bei den Männern enttäuschten auch die Frauen auf ganzer Linie. Kiriasis kam nach vier Läufen als beste Deutsche auf Rang fünf. Die Goldmedaille ging an den Zweierbob aus Kanada um Pilotin Kaillie Humphries vor Elena Meyers aus den USA und ihrer Landsfrau Jamie Greubel im zweiten US-amerikanischen Zweierbob.

Nach der Entscheidung übte Kiriasis erneut Kritik an ihrem Fahrzeug. "Das macht alles keinen Spaß mehr. Mit diesem Schlitten kann man einfach keinen Blumentopf gewinnen", so die Olympiasiegerin von 2006. "Wenn man sieht, was die anderen für einen Müll zusammenfahren und trotzdem keine Zeit verlieren, dann ist das schon verrückt." Ihre Karriere wird sie nach diesen Spielen beenden.

Kiriasis hatte sich nach einem verkorksten ersten Lauf zur Halbzeit auf Platz fünf verbessert. Trotz einer weiteren Steigerung im dritten Lauf auf den vierten Platz musste sich die 39-Jährige am Ende mit dem fünften Rang zufriedengeben. Der Abstand auf Bronze betrug schon vor dem entscheidenden vierten Durchgang 64 Hundertstelsekunden. Am Ende fehlten Kiriasis dann 0,68 Sekunden auf Rang drei und gar eine Sekunde mehr auf den Spitzenplatz.

Dort sah zunächst alles nach einem Start-Ziel-Sieg der US-Amerikanerin Meyers aus. Nach Bahnrekord im ersten Lauf lag sie auch nach dem zweiten Durchgang vorne. Vor dem entscheidenden vierten Lauf betrug der Vorsprung auf Humphries elf Hundertstel, doch nach mehreren Fahrfehlern konnte Meyers die Zeit nicht ins Ziel retten und fiel mit einem Rückstand von 0,10 Sekunden auf den zweiten Rang zurück. Greubel fuhr auf Platz drei bereits mit einer Sekunde Rückstand auf die siegreichen Kanadierinnen.

asi/sid/dpa

insgesamt 6 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Mannfreed 19.02.2014
1. Atomuhr
Ich habe nie verstanden, was spannend an "Wettkämpfen" ist, deren Zeitunterschiede ich nur mit einer Atomuhr messen kann. Warum wird die Sache nicht komplexer und schwieriger gestaltet, damit man auch ohne einen Blick auf die 100stel Sekunde einen Unterschied sehen kann. Beispiel: Slalom. Da könnte ich als Laie eine Bahn abstecken, bei der die Unterschiede bei mehr als zehn Sekunden liegen. Einfach, weil es so komplex und schwierig ist, dass man nicht mal eben durchflutscht... Die Fahnen so abstecken, dass man notfalls anhalten muss. Wo liegt denn die Spannung, wenn der Unterschied eine zehntel oder hunderstel Sekunde beträgt? Ist doch Zufall.
wfmms 20.02.2014
2. Millionen für einen enttäuschenden Bob
Nicht die Fahrerinnen waren enttäuschend sondern vor allem der vergleichbar lahme Bob, dessen Entwicklung mit vielen Steuermillionen gefördert wurde. Ich habe nur den 2. Lauf gesehen. Aber man konnte deutlich sehen, dass andere Fahrerinnen schlechter gestartet sind und mehr Fehler machten als Kiriasis und trotzdem schneller am Ziel waren. Mit einem schlechten Bob muss man riskanter fahren um überhaupt eine Chance zu haben, dann ist die Gefahr Fehler zu machen auch größer. Oder sollte bei den Männer wie bei den Frauen gleichzeitig eine unerklärliche Art Fehlerseuche aufgetreten sein? Da beide den gleichen Bob-Lieferanten haben, liegt es doch viel näher, dass dieser einfach nicht konkurrenzfähig war.
MarcusDidius 20.02.2014
3. Lahmer Bob
Ich gönne ja den Kanadierinnen und Amerikanerinnen den Erfolg. Mich würde aber mal interessieren warum die USA mit einem BMW Bob (!) fahren, der laut den Kommentatoren viel schneller ist und manchen Fahrfehler verzeiht, während die Deutschen mit schlechten Material kämpfen müssen. Wurde vor Olympia nicht ausgebiegig getestet? Ich meine die Wettkämpfe im Vorfeld hatten das doch schon angedeutet. Warum wurde das Material nicht gewechselt? Das wäre doch mal eine interessante Hintergrund-Rechereche liebes Spiegel-Team.
lehm.44 20.02.2014
4. Ohne
Medaille sind in Deutschland alle Looser. Schämt Euch.
derandersdenkende, 20.02.2014
5. Herr Lange übernehmen Sie
Zitat von sysopAFPBis vor dem Finale lag Elena Meyers auf Goldkurs, dann versagten ihre Nerven. Mehrere Fahrfehler brachten die US-Amerikanerin im Zweierbob bei den Olympischen Spielen um Gold, über das sich die Kanadierin Kaillie Humphries freute. Die deutschen um Sandra Kiriasis enttäuschten. http://www.spiegel.de/sport/wintersport/olympia-in-sotschi-kiriasis-fuenfte-bei-humphries-sieg-im-zweierbob-a-954533.html
Wielange wollen Sie sich dasTrauerspiel noch mit ansehen? Der deutsche Bobsport war mal weltführend, in kürzester Zeit wurde er in die 3. oder 4.Reihe befördert. Für mich stellt sich vor allem die Frage, war das so geplant oder hat das ausschließlich mit den Fähigkeiten derzuständigen Verantwortlichen zu tun. Weil hier geht es um ein Versagen des Systems und nicht um einen Ausrutscher gegen den kein Sportler gefeit ist!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.